© Bayerisches Nationalmuseum

Rilling-Gilles, Stephanie

Mineralien

Bergkristall

Info

Der Bergkristall fasziniert seit jeher die Menschheit aufgrund seiner makellosen, durchsichtigen Erscheinung. Antike Schriftsteller mutmaßten, dass Bergkristall gefrorenes Wasser sei, das über die Jahrtausende im Fels "versteinerte". Dem Material wurden magische Kräfte zugesprochen, und vor allem in Mittelalter und Renaissance waren aus Bergkristall gefertigte Gefäße hochbegehrt. Auch in unbearbeiteter Form war der Bergkristall immer ein äußerst kostbarer Sammlungsgegenstand. Der Bergkristall, aber auch andere Quarze und Mineralien galten als hoheitlicher Ausweis herrschaftlicher Macht des jeweiligen Landesfürsten, der stolz demonstrierte, über welche Bodenschätze er als Rohmaterial oder in bearbeiteter Form verfügen konnte.

Haag, Sabine (Hrsg.): Pfeffer im Dach und worüber der Kaiser noch staunte, Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 2013, S. 72-75.
Eikelmann, Renate (Hrsg.) / Sangl, Sigrid (Bearb.): Rundgang durch die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz, Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, 2. Auflage, München 2017, S. 55-58 und S.78f.
Symes, Robert F. / Harding, R. R.: Edelsteine und Kristalle. Geheimnisvolle Schätze der Erde. Aussehen, Entstehung, Bearbeitung, Hildesheim 2003.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Czech, Alfred

Fragen vor und zu den Exponaten legen die Charakteristika, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge durch die Anschauung des Objekts offen.

Fragen sind so zu stellen, dass es die Teilnehmenden reizt, sie zu beantworten. Lassen sich die Fragen aus der Betrachtung der Exponate beantworten? Bauen sie aufeinander auf, und folgen sie einem roten Faden? Treffen sie das Anspruchsniveau der Gruppe? Offene Fragen und Vergleiche ermöglichen es, Bilder und Objekte mit eigenen Augen und Worten zu entdecken. Vermittler/innen kommen dabei ohne Hintergrundwissen der Teilnehmenden aus, können sich aber auch gezielt auf deren Vorwissen beziehen.

Anwendung auf das Exponat Mineralien

Rilling-Gilles, Stephanie

Der/die Vermittler/in präsentieren sein/ihr eigenes Lieblingssammlungsstück und fragt nach den Sammelinteressen der Teilnehmenden. Warum sammelt man Mineralien heute, warum früher? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es? Was macht die Faszination des Materials aus?

Czech, Alfred/Wagner, Ernst (Hrsg.): "Ins Museum", in: Kunst+Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 48.

Überblick Fragen stellen

Czech, Alfred

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Aus Wahrnehmungen Wissen generieren
  • Unbewusstes Wissen aktivieren
  • Eigene Wahrnehmungskriterien entwickeln
Eignung

Als leitende Methode besonders geeignet für Schulklassen und Jugendliche

Zeitbedarf

5-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Ggf. Fragekarten

Feuchtmayr, Andrea

Materialproben ermöglichen es, Materialeigenschaften eines Exponats zu erkunden.

Die Proben machen das Exponat erfahrbar, da in der Regel aus konservatorischen Gründen Museumsobjekte nicht berührt werden dürfen. Erhalten die Teilnehmenden Materialproben in die Hand, erleben sie haptisch Materialeigenschaften wie Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht oder auch Klang eines Materials. Der Einsatz von mehreren Materialproben ist sinnvoll, um im Vergleich besondere Eigenschaften und Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Auch bildlich dargestellte Materialien werden durch reale Materialproben "begreifbar".

Anwendung auf das Exponat Mineralien

Rilling-Gilles, Stephanie

Als Einstieg reicht der/die Vermittler/in unterschiedliche Mineralien wie Bergkristall, Amethyst, Rosenquarz, Rauchquarz oder Zitrin herum. Die Teilnehmenden erkunden dabei Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht, Farbe, Klang oder auch Geruch. Davon ausgehend stellt der/die Vermittler/in Fragen zur Beschaffenheit des Minerals, zu Aussehen, Vorkommen und Bearbeitungsqualität. Anschließend diskutiert die Gruppe über die kulturgeschichtliche Bedeutung bzw. die Einordnung in den musealen Kontext.

Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.
Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch, München 1998, S. 56.
Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 37, 47, 66, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/ 

Überblick Materialproben

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Sinnesorientierte Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Materialeigenschaften eines Exponats erschließen
  • Informationen haptisch vermitteln
  • Teilnehmende aktivieren 
Eignung

Nur für das Museum unbedenkliche Materialproben verwenden
Bei Geschmacksproben allergische Reaktionen bedenken
Altersspezifische Auswahl

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Verschiedene Stoffe, Holzarten, Metalle, Steine, Kunststoffe, Pigmente, Gewürze etc.
Verschiedene Holzverbindungen, Farbaufträge, Materialbearbeitungen etc.

Czech, Alfred

Beim Sinne-Check werden mehrere Methoden vermischt, um alle fünf Sinne - sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen - anzusprechen.

Die Vermittler/innen animieren die Teilnehmenden zu formulieren, welche Empfindungen der Anblick eines Museumsobjekts auf anderen Sinneskanälen hervorruft: Geräusche, Geschmacksempfindungen, Gerüche und Tastreize.
Oft arbeitet die synästhetische Vermittlung auch mit realen Sinneseindrücken. Die Teilnehmenden bekommen vor einem Objekt etwas zu hören, zu schmecken, zu riechen und zu fühlen (MP3-Player, Kostproben, Riechfläschchen, Fühlboxen). Diese sinnlichen Reize werden an das Objekt herangetragen und damit verglichen.

Anwendung auf das Exponat Mineralien

Rilling-Gilles, Stephanie

Sinnlich erfahrbare Gegenstände in Form von Grundbestandteilen des Minerals, dem Mineral selbst, Objekten aus dem Mineral oder Vergleichsobjekten eignen sich als Einstieg in die Beschäftigung mit dem Objekt. Welche Gegenstände sich anbieten, hängt von der Beschaffenheit des Minerals ab. Im Fall eines Bergkristalls könnten es z.B. ein Eiswürfel oder eine kristallklare Glasscherbe sein. Davon ausgehend stellt der/die Vermittler/in Fragen zur Beschaffenheit des Minerals, zu Aussehen, Vorkommen, Bearbeitungsqualität und kulturgeschichtlicher Bedeutung bzw. Einordnung in den musealen Kontext.

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum, Schule, Bildung: Aktuelle Diskurse, innovative Modelle, erprobte Methoden, München 2007, S. 169 - 179, hier: S. 171.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 4, 11, 19, 20, 22, 28, 34, 65,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Überblick Sinne-Check

Czech, Alfred

Kategorien

Spielerische Methoden
Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge

Ziele
  • Mehrdimensionale, unkonventionelle und individuelle Objektzugänge schaffen
  • Wahrnehmung mit den unterschiedlichen Sinnen fördern
Eignung

Besonders geeignet für den Einstieg in eine Führung für bildungsferne Gruppen

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Je nach Exponat, z.B. MP3-Player, Kostproben, Riechfläschchen, Fühlboxen

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