© Dt. Apotheken Museum-Stiftung, Foto: Claudia Sachße, Heidelberg

Bellaire, Catherine

Arznei

Alte fürsterzbischöfliche (Hof-)Apotheke Salzburg

Mumia - Standgefäß mit Deckel, „PULV. MUMIAE VER.“ | um/nach 1777

Info

Als "Mumia vera" wurden pulverisierte Teile oder kleine Stücke ägyptischer Mumien verkauft. Wegen der optischen Ähnlichkeit zu den Balsamierungssubstanzen an ägyptischen Mumien wurde ab dem 12. Jahrhundert von dem Mittel Mumia berichtet, das im Inneren von Leichen aufzufinden sei. Aufgrund der konservierenden Eigenschaften galt Mumia seither als lebensverlängerndes Allheilmittel. Mumia vera wurde blutstillende, fiebersenkende und aphrodisierende Wirkung nachgesagt, sie fand außerdem Verwendung als Lasurfarbe. Im 17. Jahrhundert war Mumia in Europa so begehrt, dass die hohe Nachfrage zeitweise nur durch frische Leichname gedeckt werden konnte, die im Schnellverfahren mumifiziert wurden. Mumia vera aegyptiaca war noch bis 1924 bei dem deutschen Pharmaunternehmen Merck gelistet.
Von Mumia vera ist die Mumia nativa zu unterscheiden, eine natürlich vorkommende teerhaltige Substanz.

Huwer, Elisabeth: Das Deutsche Apotheken-Museum. Schätze aus zwei Jahrtausenden Kultur- und Pharmaziegeschichte, Regensburg 2006, S. 120–121.

Bernschneider-Reif, Sabine: Mumia vera Aegyptiaca – Heilmittel in den Apotheken des Abendlandes, in: Wieczorek, Alfried (Hrsg.): Mumien. Der Traum vom ewigen Leben, Darmstadt 2015, S. 203–212.

Pommering, Tanja: Mumia – vom Erdwachs zum Allheilmittel, in: Wieczorek, Alfried (Hrsg.): Mumien. Der Traum vom ewigen Leben, Darmstadt 2015, S. 193–201.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden vergleichen und recherchieren Funktionen von Objekten in verschiedenen Epochen und präsentieren ihre Ergebnisse.

Die Teilnehmenden lernen maximal fünf Exponate kennen. Durch Recherche, Vergleiche und Brainstorming ermitteln sie die ursprüngliche Funktion der Objekte. Gleichzeitig machen sie sich Gedanken darüber, ob ähnliche Objekte heute in gleicher Weise genutzt werden. So werden Unterschiede der Kulturen klar, aber auch Gemeinsamkeiten deutlich. Kleinere Kinder halten ihre Ideen zeichnerisch fest, Ältere präsentieren ihre Ergebnisse auf Tafeln und als Kurzvortrag.

Anwendung auf das Exponat Arznei

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden besprechen die Unterschiede zwischen Apotheken von heute und historischen Einrichtungen. Interessant ist der medizinische Wissensstand in den unterschiedlichen Epochen. Gibt es heute vielleicht auch noch Arzneien, denen das Image eines Wundermittels anhaftet? In der Recherche kann auch nach Arzneimitteln gesucht werden, die heute noch in Gebrauch sind. Wichtig ist dabei unter anderem die Frage, wie die großen Unterschiede zwischen einstiger und heutiger Medizin zu erklären sind. 

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Vermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198-224, hier: S. 203f.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 7,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/
Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen. Merkmale, Ansätze, Formate und Methoden, in: Commandeur, Beatrix u.a. (Hrsg.), Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 173-183, hier: S. 174-175.

Überblick Damals - Heute

Bellaire, Catherine

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-künstlerische Methoden
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen
  • Transferleistung fördern
  • Rechercheergebnisse sprachlich vermitteln
Eignung

Besonders geeignet für kleinere Gruppen von max. 15 Teilnehmern, auch für Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

30-40 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Abbildungen, Literatur, Katalogtexte zur Recherche
Schreib- und Zeichenmaterial
Evtl. Tafel oder Flipchart zur Präsentation der Ergebnisse

Wehner, Brigitta

Wissen und Informationen werden auf unterhaltsame und einprägsame Weise mündlich weitergegeben.

Vergangene Ereignisse und Erlebnisse werden in Form von Geschichten vermittelt. Der/die Erzähler/in vergegenwärtigt zurückliegende Erfahrungen, häufig im Stil eines Märchens oder einer spannend vorgetragenen Geschichte, und bindet die Zuhörer/innen aktiv ein. Auf diese Weise wird die Vermittlung von Wissen und Werten mit dem Hervorrufen von Emotionen verknüpft. Informationen können leichter verinnerlicht und gespeichert  werden. Erzähler und Zuhörer sind aktiv eingebunden und es kann zu einem Erfahrungs- und Wissensaustausch kommen. 
   

Anwendung auf das Exponat Arznei

Bellaire, Catherine

Der/die Vermittler/in erzählt den Teilnehmenden eine Geschichte, die in einer historischen Apotheke spielt: Welche Objekte sind dort zu sehen, welche Mittel werden verkauft? Oder er/sie erzählt die Geschichte eines Kaufmanns, der zum Erwerb von Arzneien in ein fernes Land gereist ist, sich aufgrund von Rohstoff-Knappheit aber um ein Surrogat kümmern muss. Hierbei können vor allem jüngere Teilnehmende einbezogen werden, die helfen die Geschichte mit dem zuvor Gelernten auszuschmücken. 

Claussen, Claus: Mit Kindern Geschichten erzählen. Konzept - Tipps - Beispiele. Berlin 2006
Reich, Kersten (Hrsg.): Methodenpool, methodenpool.uni-koeln.de.

Überblick Storytelling

Wehner, Brigitta

Kategorien

Narrative Methoden
Emotionale Zugänge

Ziele
  • Wissen vermitteln
  • Emotionen wecken
  • Erfahrungen austauschen
Eignung

Geeignet für alle Altersgruppen, zur Erarbeitung oder Wiederholung von Wissen und Erfahrung

Zeitbedarf

bis zu 10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

evtl. Bilder, Handpuppen, unmittelbar zur Geschichte passende Dinge 

Brosch, Astrid

Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rollen zweier Parteien mit unterschiedlichen Ansichten  und tauschen in einem Streitgespräch Argumente zu einem Exponat aus.

Sie formieren sich in zwei Gruppen. Die beiden Gruppen schlüpfen in die Rollen zweier gegensätzlicher Positionen - beispielsweise zweier zum Exponat passender Berufsgruppen: Galerist contra Kunstkritiker, Forscher contra Investor, ... Beide Gruppen sammeln zunächst in der Auseinandersetzung mit dem Exponat Argumente, die das Pro bzw. Contra verdeutlichen sollen. Sind die Gruppen fertig, geht es im Ping-Pong-Verfahren in die Diskussion, die der/die Vermittler/in moderiert.
 

Anwendung auf das Exponat Arznei

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden versetzen sich in die Zeit, zu der das Gefäß in Gebrauch war. Als Szenario ist ein Verkaufsgespräch in einer historischen Apotheke denkbar: Teilnehmende übernehmen die Rollen der/des Apothekerin/s, der/die die Vorteile der Arznei preist, andere übernehmen die Rollen kritischer Kund/innen. So kann der Preis gegen die (vermeintliche) Heilwirkung abgewogen werden. Gleichzeitig erhalten die Teilnehmenden dabei Einblick in den Stand pharmazeutisch-medizinischen Wissens einer Epoche. 

Überblick Streitgespräch

Brosch, Astrid

Kategorien

Emotionale Zugänge
Narrative Methoden
Performative Methoden

Ziele
  • Die Teilnehmenden setzen sich sehr intensiv mit dem Exponat auseinander und beziehen Stellung dazu, ohne ihre persönliche Meinung äußern zu müssen
Eignung

Besonders geeignet für Jugendliche und insbesondere bei Exponaten, die bereits in der Entstehungszeit kontrovers diskutiert wurden.

Zeitbedarf

15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Scroll to bottom
Scroll to bottom