© Badisches Landesmuseum, Karlsruhe, Foto: Thomas Goldschmidt

Bellaire, Catherine

Tonkrug

dem sog. Tymbos-Maler zugeschrieben, Athen

Weißgrundige Lekythos (Salbölflasche) aus Athen | um 450 v. Chr.

Info

Lekythen sind in der klassischen Zeit Athens die Grabgefäße schlechthin. Sie dienten als Behälter für Öl zur Opfergabe am Grab, wo sie auch abgelegt wurden. Funktion und Nutzen sind aus verschiedenen Quellen bekannt. Lekythen wurden nur zwischen 470-400 v. Chr. hergestellt und nicht ins Ausland exportiert, somit waren sie Ware allein von und für Athener. Auf dem Gefäß wird vielleicht der Weg eines Verstorbenen von der Bestattung bis in die Unterwelt dargestellt; dadurch lassen sich Bestattungssitten und Jenseitsvorstellungen erkennen. Zu sehen ist hier Charon in seinem Boot, eine Stake haltend. Die Seele des Verstorbenen als Eidolon steht an der Schwelle der Welt der Lebenden zum Reich der Toten, der Unterwelt Hades. Charon widmet sich dieser Aufgabe fürsorglich und kümmert sich um eine sichere Überfahrt. Eine Darstellung, die den Hinterbliebenen Trost in ihrem Verlust spenden sollte.

Oakley, John: Picturing Death in Classical Athens. The Evidence of the White Lekythoi. Cambridge 2004, S. 113, 125, 141, 144, 231.
Peifer, Egon: Eidola und andere mit dem Sterben verbundene Flügelwesen in der attischen Vasenmalerei in spätarchaischer und klassischer Zeit, Frankfurt a.M. 1989, S. 115-119, 294.
Martini, Wolfram: Sachwörterbuch der Klassischen Archäologie, Stuttgart 2003, S. 195.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

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Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden vergleichen und recherchieren Funktionen von Objekten in verschiedenen Epochen und präsentieren ihre Ergebnisse.

Die Teilnehmenden lernen maximal fünf Exponate kennen. Durch Recherche, Vergleiche und Brainstorming ermitteln sie die ursprüngliche Funktion der Objekte. Gleichzeitig machen sie sich Gedanken darüber, ob ähnliche Objekte heute in gleicher Weise genutzt werden. So werden Unterschiede der Kulturen klar, aber auch Gemeinsamkeiten deutlich. Kleinere Kinder halten ihre Ideen zeichnerisch fest, Ältere präsentieren ihre Ergebnisse auf Tafeln und als Kurzvortrag.

Anwendung auf das Exponat Tonkrug

Bellaire, Catherine

Im Vordergrund steht die ursprüngliche Funktion des Tonkruges. Durch den Vergleich Damals-Heute schlägt diese Methode darüber hinaus eine Brücke zur Lebenswelt der Teilnehmenden. Neben dem Tonkrug zeigt der/die Vermittelnde weitere Objekte aus dem gleichen Kontext, wodurch Sitten, Gebräuche und Rituale einer vergangenen Epoche anschaulicher werden. Beispiele sind ein einfaches Koch- oder Bankettgeschirr oder Exemplare mit Bezug zur Bestattung (wie z.B. die Lekythos). Somit können die Teilnehmenden die Gebräuche von damals mit denen von heute vergleichen.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Vermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198-224, hier: S. 203f.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 7,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/
Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen. Merkmale, Ansätze, Formate und Methoden, in: Commandeur, Beatrix u.a. (Hrsg.), Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 173-183, hier: S. 174-175.

Überblick Damals - Heute

Bellaire, Catherine

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-künstlerische Methoden
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen
  • Transferleistung fördern
  • Rechercheergebnisse sprachlich vermitteln
Eignung

Besonders geeignet für kleinere Gruppen von max. 15 Teilnehmern, auch für Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

30-40 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Abbildungen, Literatur, Katalogtexte zur Recherche
Schreib- und Zeichenmaterial
Evtl. Tafel oder Flipchart zur Präsentation der Ergebnisse

Bellaire, Catherine

Die Fantasiereise (in ein Bild, in eine bestimmte Epoche...) ruft in den Köpfen der Teilnehmenden Bilder hervor und spricht deren eigene Fantasie an.

Durch diese Bilder erscheinen Kunst und vergangene Kulturen lebendiger.
Der/die Vermittler/in trägt entweder einen vorbereiteten Text vor oder führt spontan in die Reise ein. Der Text sollte lebendig und bildreich sein, um in den Zuhörenden ausdrucksvolle Bilder entstehen zu lassen. Der Zeitgeist einer Epoche/einer Kultur wird so ebenfalls nachvollziehbar. 
Dabei entsteht eine Stimmung, die durch Düfte, Geräusche oder leise Musik unterstützt werden kann.

Anwendung auf das Exponat Tonkrug

Bellaire, Catherine

Als Aufhänger dienen Darstellungen auf Tonkrügen oder dessen ursprünglicher Verwendungskontext (Wann und wo wurde er von wem benutzt?). Der/die Vermittler/in trägt einen Text als Einführung vor. Anschließend schmücken die Teilnehmenden diese Fantasiewelt aus. Welchen Charakter könnten die dargestellten Figuren haben? Wie sieht es dort aus, wo der Tonkrug ursprünglich benutzt wurde?

Bertscheit, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum, Mülheim a.d. Ruhr 2001, S. 58.

Adams, Stefan: Neue Fantasiereisen. Entspannende Übungen für Jugendarbeit und Erwachsenenbildung, München 2004, S. 11-18.

Cremer, Claudia u.a.: Fenster zur Kunst. Ideen für kreative Museumsbesuche, Berlin 1996, S. 49-52.

Überblick Fantasiereise

Bellaire, Catherine

Kategorien

Narrative Methoden
Emotionale Zugänge
Assoziative Methoden

Ziele
  • Fantasie anregen
  • Kreative Prozesse anregen
  • Vergangene und andere Kulturen besser verstehen
  • Eindrückliche, imaginative Bilder erschaffen
Eignung

Besonders geeignet für kleinere Gruppen (max. 15 Teilnehmende), v.a. für kleinere Kinder (4-10 Jahre)
Weniger geeignet für gehörlose Besucher/innen

Zeitbedarf

15-30 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Eventuell Sitzmöglichkeit für mehr Entspannung und Ruhe; Duftöle, Hand-ons (Pflanzen, Stoffe u.ä.), Musikanlage für das Abspielen von Geräuschen oder Musik.

Büchert, Gesa

Zwei Teilnehmende entwickeln und präsentieren ein Interview, das mit einem Exponat oder einem erfundenen Experten geführt wird.

Die Fragen beantworten die Teilnehmenden selbst mithilfe von Ausstellungstexten, Aufsätzen und Katalogbeiträgen, Informationen von Fachleuten und einer genauen Untersuchung des Exponats.
Daraus entwickelt das Team einen Dialog in Form eines Interviews einer/es Besuchers/in oder Reporter/in mit einem Objekt oder einem/r Experten/in. 

Anschließend tragen die Teilnehmenden das Interview mit verteilten Rollen der gesamten Gruppe vor. Um die Interviewsituation realistischer zu gestalten, kann ein Mikrofon als Requisite eingesetzt werden. 

Anwendung auf das Exponat Tonkrug

Bellaire, Catherine

Tonkrüge können je nach Nutzung und Herstellung sehr einfache, unverzierte Gefäße mit hohem Gebrauchswert oder sehr kostbar ausgestaltete Einzelstücke mit Schauwert sein. Mit der Frage nach Massenware oder Einzelstück ergründen die Teilnehmenden ursprüngliche Funktion und Aufstellungskontext des Exponats. Fragen nach Material, Herstellung und Nutzung sind ebenfalls zielführend. Bei Tonkrügen als Bildträger kann darüber hinaus erörtert werden, inwiefern die Darstellung auf dem Exponat und dessen Nutzung miteinander in Bezug stehen.

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika: Museum-Schule-Bildung, München 2007, S. 167.
Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst+Unterricht 323/324 (2008), S. 45-54, hier S. 54.
Wenzel, Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal anders, Schwalbach 2010, S. 182-187.

Überblick Objektinterview

Büchert, Gesa

Kategorien

Recherchemethoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Information vermitteln
  • Eigenständige Recherchen fördern
  • Selbständig Exponate erschließen
Eignung

Besonders geeignet für ältere Schüler/innen
Weniger geeignet für Blinde

Zeitbedarf

ca. 30 Min. + Vortrag

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

 

 

 

Material

Ausführliche Informationen zum Exponat
Zettel zum Notieren von Stichpunkten
Evtl. ein Mikrophon

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