Altarretabel

Verfasst von: Krebs-Eckstein, Barbara

© Bayerisches Nationalmuseum München, Dauerleihgabe an das Stiftsmuseum Aschaffenburg
Beispielexponat:

Kaltofen-Retabel, Flügelaltar | 1483

Von/aus k. A.

Das Altarretabel ist ein aufgesetzter oder an die Rückseite des Altars angefügter Aufbau mit einem Bildwerk. Das hier besprochene Retabel ist ein Flügelaltar. Zentrales Thema ist die Marienkrönung durch Gottvater und Christus. In ihrer Mitte und unmittelbar über der Krone befindet sich der heilige Geist in Form einer Taube. Am oberen Rand der Mitteltafel blicken Engel, die Münzen streuen und Spruchbänder halten, auf die Dreifaltigkeitsdarstellung. In der linken unteren Ecke kniet eine Stifterfigur: Es ist Johannes Kaltofen, der 1483 diesen Flügelaltar der Aschaffenburger Stiftskirche gespendet hat. Auf dem linken Seitenflügel befindet sich der Stiftskanoniker Heinrich Kaltofen vor dem heiligen Martin. Sein Bruder Konrad ist auf dem rechten Seitenflügel neben dem heiligen Jakobus zu sehen. Alle drei Stifterfiguren beten für ihr Seelenheil.

Jenderko-Sichelschmidt, Ingrid/Marquart, Markus/Ermischer, Gerhard: Bayerische Museen, Stiftsmuseum der Stadt Aschaffenburg, Bd. 18, München 1994, S. 103–105. 

Schedl, Michaela: Die Standflügel des Aschaffenburger Kaltofen-Retabel und der Meister des Kilian-Martyriums, in: Aschaffenburger Jahrbuch 2009 (27), S. 109–154.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Czech, Alfred

In dem ursprünglichen Kinderspiel stellen sich die Teilnehmer/innen abwechselnd die Aufgabe, Gegenstände in der Umgebung zu finden.

Ein/e Teilnehmer/in formuliert eine Suchaufgabe, z. B.: „Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist rot!“ Die Mitspieler/innen versuchen zu erraten, auf welches Objekt in ihrem Blickfeld sich der Hinweis bezieht. Da es keinerlei Einschränkungen gibt, bleiben die Teilnemer/innen offen für alle Arten von Eindrücken. Sie verschaffen sich einen Überblick mit Hilfe ihrer Alltagserfahrungen. Das beliebte Kinderstegreifspiel erfordert kaum Vorbereitung und lässt sich vor allem mit Jüngeren in jedem Museum, in jedem Raum und vor fast jedem Objekt spielen.

Anwendung auf das Exponat Altarretabel

Krebs-Eckstein, Barbara

Auf Altarretabeln sind neben Personen auch viele Details in unterschiedlichen Formen und Farben zu erkennen. Daher eignen sie sich besonders, um die Teilnehmer/innen nach Details suchen und diese erraten zu lassen. Dabei kommen die ersten Fragen zur Bedeutung von den Dingen und ihrer Farbgebung auf, die zwischendurch beantwortet werden können. In weiteren Schritten kann das Spiel auf andere Sinne erweitert werden: „Ich höre/fühle/rieche was, was du nicht …“.

Czech, Alfred/Wagner, Ernst (Hg.): „Ins Museum“, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 47.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 30, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Passende Aspekte
  • Details
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Farbigkeit
  • Haltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Inszenierung
  • Komposition
  • Materialität
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Ich sehe was, was du nicht siehst!

Czech, Alfred

Kategorien

Spielerische Methoden

Ziele

Neugier wecken, Interessenschwerpunkte der Teilnehmer/innen erkennen

Eignungen

Als lockerer Einstieg geeignet

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

Feuchtmayr, Andrea

Materialproben ermöglichen es, Materialeigenschaften eines Exponats zu erkunden.

Die Proben machen das Exponat erfahrbar, da in der Regel aus konservatorischen Gründen Museumsobjekte nicht berührt werden dürfen. Erhalten die Teilnehmenden Materialproben in die Hand, erleben sie haptisch Materialeigenschaften wie Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht oder auch Klang eines Materials. Der Einsatz von mehreren Materialproben ist sinnvoll, um im Vergleich besondere Eigenschaften und Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Auch bildlich dargestellte Materialien werden durch reale Materialproben "begreifbar".

Anwendung auf das Exponat Altarretabel

Krebs-Eckstein, Barbara

Der/die Vermittler/in reicht den Teilnehmer/innen Materialien (z. B. Kohle, Eisenoxide oder Mineralfarbstoffe, Leinöl), aus denen in der Vergangenheit wie auch heute Farben hergestellt werden, und erläutert diese kurz. Über die Materialprobe sollen die Teilnehmer/innen die Farbe im Bild suchen und vergleichen. Eine mögliche Probe sollte auch Blattgold sein. Der/die Vermittler/in erklärt dazu, dass diese Farbe sehr teuer war, doch diese Investition dem Stifter das Seelenheil bringen sollte.

Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.
Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch, München 1998, S. 56.
Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 37, 47, 66, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/ 

Passende Aspekte
  • Details
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Farbigkeit
  • Haltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Inszenierung
  • Komposition
  • Materialität
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Materialproben

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Sinnesorientierte Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Materialeigenschaften eines Exponats erschließen
  • Informationen haptisch vermitteln
  • Teilnehmende aktivieren 
Eignungen

Nur für das Museum unbedenkliche Materialproben verwenden
Bei Geschmacksproben allergische Reaktionen bedenken
Altersspezifische Auswahl

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Verschiedene Stoffe, Holzarten, Metalle, Steine, Kunststoffe, Pigmente, Gewürze etc.
Verschiedene Holzverbindungen, Farbaufträge, Materialbearbeitungen etc.

Schröder, Pirko Julia

Eine Person oder eine Gruppe stellt eine Situation, die auf einem Bild, an einer Skulptur oder an einer Installation zu betrachten ist, mit Einsatz der eigenen Körper nach.

Die Teilnehmer/innen sollen genau die Körperhaltungen und Mimik der Abgebildeten beobachten. Eine Türöffnung könnte z. B. als Rahmen dienen. Die Gruppe arbeitet als Team zusammen und hilft sich gegenseitig beim Arrangieren der eigenen Körperhaltungen. Das Ergebnis kann fotografisch dokumentiert werden. Eine Erweiterung mit Requisiten ist möglich.

Anwendung auf das Exponat Altarretabel

Krebs-Eckstein, Barbara

Die Teilnehmer/innen stellen die Hauptfiguren möglichst genau nach, während sie das Altarbild betrachten. Ein/e zuvor ernannte/r Regisseur/in aus der Gruppe hilft ihnen dabei. Zentrale Elemente dieser Methode sind die Haltung und die Körpersprache. Die Frage „ Wie fühlst du dich in der Rolle und Position, die du gerade eingenommen hast?“ verstärkt das Nachspüren der aus der Haltung entstehenden Stimmung.

Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 53.

Passende Aspekte
  • Details
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Farbigkeit
  • Haltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Inszenierung
  • Komposition
  • Materialität
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Nachstellen

Schröder, Pirko Julia

Kategorien

Performative Methoden
Transmediale Methoden

Ziele

Den eigenen Körper als Ausdrucksmittel erleben, sich intensiv mit Exponaten auseinandersetzen, Wahrnehmung schulen, Kommunikation anregen

Eignungen

Besonders geeignet für das Teambuilding oder auch für Fremdsprachen,
zu beachten ist, dass Requisiten nicht in jedem Museum erlaubt sind

Zeitbedarf

10–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Kamera zum Dokumentieren (optional), Requisiten (optional)

Bauereiß, Michael

Die Teilnehmer/innen erhalten Karten, auf die ausgewählte Substantive, Verben oder Adjektive geschrieben sind, die zum Exponat oder Thema passen.

Damit formulieren sie einen vollständigen Satz mit Bezug zum Exponat. Hierdurch werden die Teilnehmer/innen auf Details aufmerksam und lenken zugleich den Blick der übrigen Gruppenmitglieder. Je nach Wortart können Gegenstände, Eigenschaften,Tätigkeiten oder Emotionen für die Betrachter/innen erschlossen werden. Auch beim Spracherwerb im Museum dienen Wortkarten der sprachlichen Vertiefung des Gesehenen und Erlebten.

Anwendung auf das Exponat Altarretabel

Krebs-Eckstein, Barbara

Die Teilnehmer/innen erschießen sich das Bild über vorgegebene Wörter, wie z. B.: Krone, Engel, Bischof, Bettler, Mantel, Mütze, Jakobsmuschel, Kreuz, Wappen usw. Die Bildaufteilung und Bedeutung sowie der Kontext wird vom/von der Vermittler/in erläutert.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum. Mülheim an der Ruhr 2001, S. 51.

Passende Aspekte
  • Details
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Farbigkeit
  • Haltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Inszenierung
  • Komposition
  • Materialität
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Wortkarten

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, in ein Thema einführen

Eignungen

Besonders geeignet für den Einstieg der Objektbetrachtung oder zur Einführung in ein Thema,
geeignet ab 9 Jahren und zum Spracherwerb ab 7 Jahren

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Vorbereitete Wortkarten

Böhme, Claudia

Der Zeitstrahl ist eine räumlich-anschauliche Darstellung abstrakter historischer Zeitverläufe.

Auf einer meist waagerechten Geraden werden Jahreszahlen eingetragen. Historische Zeiträume von besonderem Interesse können markiert und wichtige Ereignisse hervorgehoben werden. Texte, Bilder oder Karten erläutern die Darstellung zusätzlich. Neben dem chronologischen Ansatz bietet die Methode die Möglichkeit einen Bezug zur Familiengeschichte der Teilnehmer/innen herzustellen, indem sie eigene Lebensdaten und die ihrer Angehörigen einbringen. Persönliche und allgemeine Geschichte werden so verknüpft.

Anwendung auf das Exponat Altarretabel

Krebs-Eckstein, Barbara

Abbildungen verschiedener Altaraufsätze aus unterschiedlichen Epochen werden von dem/der Vermittler/in auf den Boden gelegt. Die Teilnehmenden überlegen die richtige chronologische Reihenfolge der Bilder und ordnen dabei das Original richtig ein.
Mögliche Beispiele könnten sein: Aschaffenburger Tafelbild (1440/1450), Kaltofen Altar (1483), Heller-Altar von A. Dürer (1507–1509), Rubens-Altar von P. P. Rubens (1610/1616), Lola T. 180 von J. Tinguely (1988).
Beim Vergleich der Bilder werden sowohl der darin ausgedrückte Glaube als auch die Entwicklung der Themen in der Malerei deutlich.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 73,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Sauer, Michael: Zeitleiste, in: Mayer, Ulrich u. a. (Hg.): Wörterbuch Geschichtsdidaktik, 2. überarb. und erw. Aufl., Schwallbach/Ts. 2009, S. 201 f.

Sauer, Michael: Die Zeitleiste, in: Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2007, S. 197–210.

Passende Aspekte
  • Details
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Farbigkeit
  • Haltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Inszenierung
  • Komposition
  • Materialität
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Zeitstrahl

Böhme, Claudia

Kategorien

Transmediale Methoden
Assoziative Methoden

Ziele

Überblick zur zeitlichen Orientierung vermitteln, langfristige historische Zeitverhältnisse und Zeitabläufe verdeutlichen, geschichtliche Vorgänge verorten

Eignungen

Geeignet für Menschen jeden Alters, besonders für Kinder ab 8 Jahren

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Zeichenkarton, Stifte, Kleber, Schere, Auswahl an Texten, Bildern, Fotos, Grafiken usw. zur Illustration der Zeitleiste

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