Berufsbekleidung

Verfasst von: Bellaire, Catherine

© Medizinhistorisches Museum Hamburg
Beispielexponat:

Eppendorfer Arztkittel | 2019

Von masterdress Berufskleidung GmbH, Original Eppendorfer

Als spezifische Berufsbekleidung hat sich für Ärzte der weiße Kittel durchgesetzt, auf dem kleinste Verschmutzungen sichtbar sind und somit sofort entfernt werden können. Für die Kleidung im OP hat sich grüne Kleidung etabliert, da Grün für die Augen der Chirurgen angenehmer ist, beruhigend wirkt und Verschmutzungen durch Blut nicht so auffallen. Der weiße Kittel ist allerdings mehr als eine Berufsbekleidung, denn er symbolisiert Macht und Status. Der Patient verbindet damit Kompetenz. Diese suggestive Wirkung des Kleidungsstückes reicht so weit, dass sie den Heilungsprozess beeinflussen kann. Der Gehrock des Eppendorfer Kittels schwillt beim Gehen ehrfurchtsgebietend auf und bedient das Klischee eines Arztes/einer Ärztin der Gott/die Göttin in weiß.

Jahn, Ronny/ Nolten, Andreas: Berufe machen Kleider. Dem Geheimnis berufsspezifischen
Anziehens auf der Spur, Göttingen 2018, S. 34–37.

Spitzer, Manfred: Kleider machen Leute, in: Nervenheilkunde 2015, Band 34, S. 293–296.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmer/innen kleiden sich nach einer bestimmten Mode und erfahren damit einen körperlichen und emotionalen Zugang zu einer anderen Kultur.

Ziel der Modenschau ist nicht das Entwerfen stilechter Kostüme. Die Teilnehmer/innen wählen sich ihre Gewandteile aus einem Fundus aus: Welche Kleidungsteile gehören zu einer bestimmten Mode/Tracht, wie werden diese genannt und wie getragen? Dadurch schulen sie historische und kulturelle Kompetenzen. Ergänzend kann die Gruppe mit den Garderoben auch in fremde Rollen schlüpfen, bzw. diese tauschen (Frau-Mann, Kind-Erwachsener u. Ä.). 

Anwendung auf das Exponat Berufsbekleidung

Bellaire, Catherine

Zu empfehlen ist hier eine Berufe-Modenschau, bei der die Teilnehmer/innen charakteristische Kleidung verschiedener Berufe tragen. Ergänzend empfehlen sich kleine Improvisationen, in denen die Teilnehmer/innen in die jeweilige Berufsrolle schlüpfen. Im anschließenden Austausch können folgende Fragen diskutiert werden: Werden manche Berufe höher angesehen als andere? Inwiefern hat das Tragen der Kleidung die innere Haltung während der Improvisation beeinflusst?

Metzenthin, Rosmarie: Schöpferisch Spielen und Bewegen, Zürich 1983, S. 136–141.

Petraschek-Heim, Ingeborg: Die Sprache der Kleidung. Wesen und Wandel von Tracht, Mode, Kostüm und Uniform, Baltmannsweiler 1988, S. 81–83.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 32 https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Passende Aspekte
  • Assoziationen
  • Berufe
  • Emotion
  • Funktion
  • Identität
  • Medizin
  • Symbole
  • Textilien
  • Träger/in
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Modenschau

Bellaire, Catherine

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Emotionale Zugänge
Performative Methoden

Ziele

Kulturelle und historische Kompetenz schulen

Eignungen

Besonders geeignet für kleinere Gruppen (max. 15 Personen) und Kinder ab 5 Jahren, sowie für Inklusionsgruppen (z. B. für Blinde).

Zeitbedarf

30–90 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Kostüme, Trachtenteile, verschiedene Stoffe zum Drapieren, Accessoires (Hüte, Schmuck, Gürtel, nachgebildete Waffen). Zur Inspiration Abbildungen der entsprechenden Mode.

Reither, Ingmar

Der Praxis-Check fragt nach der Verwendbarkeit oder der konkreten Anwendung eines Gegenstandes.

Zunächst wählt der/die Vermittler/in einen alltäglichen Gebrauchsgegenstand mit bekanntem Verwendungszusammenhang aus. Dieses Exponat beurteilen die Teilnehmer/innen in arbeitsgleichen Gruppen nach den Aspekten Material, Gewicht, Gestaltung und ähnlichen Spezifika im Kontext des Verwendungszwecks. Ziel ist, dass ein Mitglied aus jeder Gruppe im Sprachstil und in der Rolle eines/r Produkttesters/in das Exponat im Plenum vorstellt. Anders als beim Werbeclip benennen die Teilnehmer/innen im Praxis-Check auch mögliche Defizite des Exponats. Zum Schluss lassen sich kontroverse Beurteilungen diskutieren.

Anwendung auf das Exponat Berufsbekleidung

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmer/innen diskutieren über die Funktionalität der Berufsbekleidung, z. B. einem Arztkittel. Was ist an der Bekleidung unpraktisch, und welche Verbesserungen oder Alternativen gäbe es? Wie finden es die Teilnehmer/innen,dass beispielsweise  der Hausarzt in England einen Anzug und keinen Kittel trägt? Zur Diskussion kann auch der Symbolwert der Berufsbekleidung stehen, mit welchem Status man diesen verbindet und welche emotionalen Assoziationen damit verbunden sind.

Schrübbers, Christiane: Vom Referieren zum Moderieren, in: Schrübbers, Christiane (Hg.): Moderieren im Museum, Bielefeld 2013, S. 161–168.

Improvisation. Schultheater, Nr. 30, Hannover 2017.

Passende Aspekte
  • Assoziationen
  • Berufe
  • Emotion
  • Funktion
  • Identität
  • Medizin
  • Symbole
  • Textilien
  • Träger/in
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Praxis-Check

Reither, Ingmar

Kategorien

Emotionale Zugänge
Performative Methoden
Narrative Methoden
Spielerische Methoden

Ziele

Unmittelbare, praxisnahe Zugänge schaffen, Kommunikation fördern, alltagsnahe Auseinandersetzung mit dem Objekt ermöglichen, Freude an der Performance wecken

Eignungen

Besonders geeignet als Einstieg, für praxisorientierte Annäherung, für Zielgruppen, die einen niederschwelligen Zugang benötigen

Zeitbedarf

20–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

ggf. Papier und Bleistifte für Notizen bereitstellen 

Isenberg, Julia

Die Teilnehmer/innen nennen der Reihe nach ein Wort, das sie mit dem Objekt verbinden. Dabei dürfen sie keine Wörter wiederholen.

Auf diese Weise entsteht ein vielfältiger Wortschatz als Basis für eine ergiebige Besprechung. Binnen drei Minuten notieren sie alle Wörter, die ihnen beim Beobachten einfallen. Anschließend lesen sie sie reihum vor. Dabei müssen alle Teilnehmer/innen die bereits genannten Wörter aus der eigenen Liste streichen. Der/die Vermittler/in strukturiert das Genannte, fragt kritisch nach, erklärt Schwieriges. Bei der Kurzversion sammeln die Teilnehmer/innen die Wörter nur mündlich, ohne sie zuvor zu notieren.

Anwendung auf das Exponat Berufsbekleidung

Bellaire, Catherine

Welche Wörter verbindet man mit einer speziellen Berufsbekleidung - z. B. einem Arztkittel? Welche mit dem eines Hausmeisters? Hier kann es interessant sein, Wörter zu unterschiedlicher Arbeitskleidung zu finden. In der abschließenden Runde werden die jeweils gesammelten Wörter miteinander verglichen. Sind manche Assoziationen vielleicht durch Vorurteile entstanden oder sogar von TV-Serien beeinflusst? Weiterführend ist es interessant zu prüfen, ob sich die jeweils gesammelten Wörter auch auf andere Berufe übertragen lassen.

Kramer, Wolfgang/Kiesling, Michael: Haste Worte, Gesellschaftsspiel, F. X. Schmid Verlag 1997 (Spiel).

Passende Aspekte
  • Assoziationen
  • Berufe
  • Emotion
  • Funktion
  • Identität
  • Medizin
  • Symbole
  • Textilien
  • Träger/in
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Wörter finden

Isenberg, Julia

Kategorien

Assoziative Methoden

Ziele

Wortschatz erweitern, Wahrnehmung schulen, Beobachtungen formulieren, vor Publikum sprechen

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder ab 6 Jahren und Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Klemmbrett, Papier, Stift, Uhr, mündlich kein Material nötig

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