Geldschein

Verfasst von: Then, Sonja

© Stadtarchiv Abensberg
Beispielexponat:

Notgeld | 1923

Aus Abensberg

In Europa schrieb man im 17. und 18. Jh. Quittungen für eingezahlte Münzen aus, die sogenannten „Banknoten“. Erst ab dem 19. Jh. nahm man den Geldschein im Allgemeinen in Deutschland an. Ursprünglich waren die Banken verpflichtet: Ist mehr Papiergeld im Umlauf, müssen Banknoten durch Silber- oder Goldbestände gedeckt sein, diese Bindung ist inzwischen jedoch aufgehoben. In Deutschland wurde nach dem Ersten Weltkrieg die Geldmenge durch den Staat massiv erhöht, um die Staatsschulden zu beheben. Durch fehlende Deckung kam es zu einer Hyperinflation, also einer massiven Geldentwertung. So gab im Jahr 1923 auch der Stadtrat von Abensberg ein Notgeld heraus. Auf ihm steht der Wert 1 Million Mark. Das Geld konnte nur regional ausbezahlt werden. Dargestellt sind das Wappen der Stadt sowie Aventinus, eine berühmte Persönlichkeit Abensbergs.

Piechotta, Björn: Historische Zahlungsmittel als Quellen im Geschichtsunterricht. Die Erzeugung historischer Imagination anhand alten Geldes, Norderstadt 2012.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Kolb, Peter

Aktiv- oder Erkundungsblätter sind schriftliche und grafische Materialien, die eine selbstständige Objekterschließung ermöglichen. 

Aktivblätter geben kurze Informationen sowie Arbeitsanweisungen zum genauen Beobachten, Erkunden und Entdecken von Details an einem Objekt. Je nach Zielsetzung und Alter der Zielgruppe variieren Aufgabenstellungen und Lösungsstrategien.
Die Texte und Fragen werden meist mit Bildern oder Illustrationen kombiniert und helfen bei der Objekterschließung. Die Bearbeitung der Fragen erfolgt durch Ankreuzen, Unterstreichen, Umkreisen, Zuordnen oder durch Einsetzen von Wörtern oder durch kurze Antwortsätze. Besonders beliebt sind zeichnerische oder gestalterische Lösungsmöglichkeiten. 

Anwendung auf das Exponat Geldschein

Then, Sonja

Die Besucher/innen untersuchen den Geldschein als Sachquelle. Dazu beschreiben sie diese zunächst in Hinblick auf Größe, Aussehen, Material. Nun folgt die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Geldschein: Währung, Wert, ggfs. Umrechnung.
Abschließend interpretieren die Teilnehmer/innen den Geldschein: Welche Bedeutung hatte ein Geldschein dieses Wertes in jener Zeit? Warum wählte man dieses Bildmotiv? Welche Rückschlüsse auf die Zeit der Nutzung ermöglichen Wert und Aussehen?
Interessant ist es, wenn man den Wert des Geldscheines in eine aktuelle Währung übersetzt.

Kolb, Peter: Nutzen und Grenzen von Arbeitsblättern, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts 2014, S. 246–254.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Beschaffenheit
  • Dargestellter Inhalt
  • Druckbild
  • Emotion
  • Historischer Zusammenhang
  • Person/en
  • Situation
  • Werte
  • Zahlungen
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Aktivblatt

Kolb, Peter

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-gestalterische Methoden
Spielerische Methoden

Ziele

Exponate selbstständig erschließen, Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder und Jugendliche im Schul- und Freizeitbereich

Zeitbedarf

15–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Arbeitsblätter als Kopiervorlagen, Stifte

Dietz, Ute

Die Teilnehmer/innen stellen Personen und/oder Handlungen in einem kurzen Stegreifspiel oder in einem nach festen Spielregeln geplanten Rollenspiel szenisch dar.

Dabei schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen (Schauspieler/innen, Publikum, ggf. Regieführer/innen) und fühlen sich in verschiedene Charaktere ein. Ein guter Ausgangspunkt kann das Nachstellen sein. Der/die Vermittler/in unterstützt sie durch „Regiehilfen“ indem er/sie spielerische Impulse gibt, oder durch Fantasie-/Bewegungsspiele, die eine Rollenidentifikation fördern. Gespielt wird dialogisch oder pantomimisch, alternativ übernimmt eine Person die Rolle eines/einer Erzählers/in. Weitere Methoden (Kreatives Schreiben, Filmstill) ermöglichen darüber hinaus Zugänge zu Charakteren und Handlungen. 

Anwendung auf das Exponat Geldschein

Then, Sonja

Nachdem der/die Vermittler/in den Teilnehmer/innen den Geldschein erklärt hat, stellen diese in einem kleinen szenischen Spiel dar, wie sie mit dem Geldschein einkaufen. Der/die Vermittler/in gibt ggfs. weiteren Input und „Regiehilfen“, die die Rollenidentifikation fördern. Ziel des Spiels ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit der Situation der Menschen in der Zeit, in welcher der Geldschein im Umlauf war. Dabei sind Anachronismen vermeidbar, wenn der historische Zusammenhang geklärt wurde.

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 215–216.

Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324 (2008), S. 45, 53.

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg): Museum - Schule - Bildung. Aktuelle Diskurse - Innovative Modelle - Erprobte Methoden, München 2007, S. 187.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum, Mülheim a. d. Ruhr 2001.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 63, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

http://www.ulrichbaer.de/files/Methodenblaetter-Museumspaedagogik.pdf, S. 4.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Beschaffenheit
  • Dargestellter Inhalt
  • Druckbild
  • Emotion
  • Historischer Zusammenhang
  • Person/en
  • Situation
  • Werte
  • Zahlungen
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Szenisches Spiel

Dietz, Ute

Kategorien

Performative Methoden
Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Spielerische Methoden

Ziele

Genaue Wahrnehmung fördern, Körperwahrnehmung schulen, Inhalte und Personen vertieft verstehen, persönliche Ausdrucksmöglichkeiten erproben, durch Erfahrungen verstehen

Eignungen

Geeignet zur Vertiefung und Teambildung, Voraussetzung: spielerisches Talent, Platz vor den Objekten beachten (Gruppengröße),
nicht in jedem Museum erlaubt

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Ggf. Requisiten bzw. Kostümelemente, ergänzend: Vorlagen für das kreative Schreiben

Bauereiß, Michael

Die Teilnehmer/innen erhalten Karten, auf die ausgewählte Substantive, Verben oder Adjektive geschrieben sind, die zum Exponat oder Thema passen.

Damit formulieren sie einen vollständigen Satz mit Bezug zum Exponat. Hierdurch werden die Teilnehmer/innen auf Details aufmerksam und lenken zugleich den Blick der übrigen Gruppenmitglieder. Je nach Wortart können Gegenstände, Eigenschaften,Tätigkeiten oder Emotionen für die Betrachter/innen erschlossen werden. Auch beim Spracherwerb im Museum dienen Wortkarten der sprachlichen Vertiefung des Gesehenen und Erlebten.

Anwendung auf das Exponat Geldschein

Then, Sonja

Die Teilnehmer/innen erhalten Wortkarten, die zum Geldschein passen, wie z. B.: 1923, Weimarer Republik, Geld, Inflation, Wirtschaftskrise, Not, Angst und Hunger. Sie bringen die Inhalte der Karten in Verbindung mit Elementen des Geldscheins. Dabei beschreiben sie die Zusammenhänge mit dem historischen Kontext des Geldscheins.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum. Mülheim an der Ruhr 2001, S. 51.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Beschaffenheit
  • Dargestellter Inhalt
  • Druckbild
  • Emotion
  • Historischer Zusammenhang
  • Person/en
  • Situation
  • Werte
  • Zahlungen
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Wortkarten

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, in ein Thema einführen

Eignungen

Besonders geeignet für den Einstieg der Objektbetrachtung oder zur Einführung in ein Thema,
geeignet ab 9 Jahren und zum Spracherwerb ab 7 Jahren

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Vorbereitete Wortkarten

Czech, Alfred

Diese Methode lenkt die Aufmerksamkeit auf Details und Ausschnitte.

Die Teilnehmer/innen schauen durch einen Rahmen, eine Papierröhre oder ein mit der Hand simuliertes Fernrohr, um Einzelheiten zu fokussieren. Dadurch „haken“ die Besucher/innen ein Ausstellungsobjekt nicht mit einem Blick ab. Die Methode verlängert die Aufmerksamkeit, indem sie ein Exponat durch Bildausschnitte in viele „Blicke“ zerlegt. Die Fragmentierung löst die Selbstverständlichkeit eines Objekts auf.

Anwendung auf das Exponat Geldschein

Then, Sonja

Um Details auf dem Geldschein hervorzuheben, empfiehlt es sich, eine Schablone als Rahmen zu benutzen. Auch ein Briefkuvert mit herausgelöstem Fenster könnte als Rahmen dienen. Dieser wird über den Geldschein positioniert, und die Teilnehmer/innen untersuchen ihn mit einer Lupe auf Details. Geldscheine enthalten neben der Wertangabe auch bildliche Darstellungen und Sicherheitsmerkmale wie das Wasserzeichen, den eingebetteten Sicherheitsfaden, spezielle Druckverfahren, Guillochen oder fluoreszierende Muster. Fallen den Teilnehmer/innen fehlende Aspekte auf, ist dies ebenfalls sehr gewinnbringend.

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg.): Museum, Schule, Bildung: Aktuelle Diskurse, innovative Modelle, erprobte Methoden, München 2007, S. 169–179, hier: S. 170.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 24, 25, 44, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Beschaffenheit
  • Dargestellter Inhalt
  • Druckbild
  • Emotion
  • Historischer Zusammenhang
  • Person/en
  • Situation
  • Werte
  • Zahlungen
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Detailfokus

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele

Aufmerksamkeit auf kleinste Details lenken

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder ab 4 Jahren

Zeitbedarf

2–5 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Rahmen oder Papierröhre

Czech, Alfred

Beim Vergleich werden die Teilnehmer/innen auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten aufmerksam.

Ohne Vorwissen können sie aus ihrer Wahrnehmung heraus zu den wichtigsten Erkenntnissen kommen. Dabei schult der Vergleich die Differenzierung der Wahrnehmung. Je nach Art des Vergleichs fokussiert er die Aufmerksamkeit auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten. Je ähnlicher sich die Vergleichsobjekte im Museum sind, desto mehr „Feinheiten“ entdecken die Teilnehmer/innen.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an: zum einen der Vergleich von Originalen, zum anderen der Vergleich von Originalen und Reproduktionen.

Anwendung auf das Exponat Geldschein

Then, Sonja

Der Geldschein wird mit einem anderen Geldschein verglichen. Dabei machen die Teilnehmer/innen auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten beim Aussehen, den Sicherheitsstandards, dem Wert, und der Herkunft der Scheine aufmerksam.

 

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Beschaffenheit
  • Dargestellter Inhalt
  • Druckbild
  • Emotion
  • Historischer Zusammenhang
  • Person/en
  • Situation
  • Werte
  • Zahlungen
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Vergleich

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele

Differenziert wahrnehmen, Beobachtungskriterien anwenden, Kriterien entwickeln, Wertungen vornehmen

Eignungen

Besonders geeignet für Schüler/innen ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Eventuell Reproduktionen, wie Abbildungen, Modelle oder Objekte

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