Foto: GNM, Georg Janßen

Neuberger, Alexandra

Schmuckstück

Aus dem Besitz der Nürnberger Patrizierfamilie Holzschuher

Nürnberger Stückleinkette | um 1530/40

Info

Die "Nürnberger Stückleinkette" wurde vermutlich aus einem Armbandpaar zu einem späteren Zeitpunkt zu einer Halskette zusammengesetzt. Die Fassungen sind bis auf zwei Ausnahmen auf der Rückseite offen, was darauf hindeutet, dass den in der Kette gefassten Steinen als "Gesundsteine" heilende bzw. prophylaktische Wirkung zugesprochen wurde. 
In dieser Kette wurden unter anderem Saphir, Smaragd, Opal, Bergkristall, Amethyst sowie eine geschnittene Gemme und eine Koralle verarbeitet.
Stückleinketten waren spezifischer Hochzeitsschmuck der Bräute aus dem Stadtpatriziat, jedoch keineswegs auf Nürnberg oder auf den Anlass der Hochzeit beschränkt. Die aufwändige Verarbeitung und der hohe Wert der verwendeten Materialien zeigten die gesellschaftliche Stellung der Trägerin. 
 

Hess, Daniel/Hirschfelder, Dagmar: Renaissance. Barock. Aufklärung. Kunst und Kultur vom 16. bis zum 18. Jahrhundert (Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Band 3), Nürnberg 2010, S. 157–158, S. 394, Abb. 122. 

Wilckens, Leonie von: Das Kleid des Menschen und sein Schmuck. Standesabzeichen, Pilgerkleid und modische Stilisierung, in: Pörtner, Rudolf (Hrsg.): Das Schatzhaus der deutschen Geschichte. Das Germanische Nationalmuseum. Düsseldorf/Wien 1982, S. 369–370.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Kasparek, Katrin

Ein Bild wird von einer Person beschrieben und von einer anderen Person auf dieser Grundlage nachgezeichnet.

Geeignete Vorlagen für das Bilddiktat sind Gemälde, Fotografien, Objekte oder Abbildungen, die nicht zu einfach, aber auch nicht zu komplex und detailreich sind.

Der/die Vermittler/in oder eine/r der Teilnehmenden bereiten einen beschreibenden Text vor, der sowohl Details benennen (z.B. "eine grüne kreisrunde Form") wie auch subjektive Beschreibungen beinhalten kann (z.B. "grafische Formen, die wirken, als würden sie tanzen"). Dabei ist darauf zu achten, dass die Reihenfolge der Informationen das Nachzeichnen erleichtert! Die Teilnehmenden zeichnen das in ihrem Kopf entstandene Bild nach.

Anwendung auf das Exponat Schmuckstück

Neuberger, Alexandra

Schmuckstücke bestehen meist aus mehreren Elementen, die sich oft in Größe, Materialität und Form unterscheiden. Die Teilnehmenden versuchen, ohne das Objekt zu sehen, nur aufgrund einer schriftlichen oder mündlichen Beschreibung, das Schmuckstück zu malen. Dadurch wird das Verständnis für das Charakteristische des Objekts verstärkt. Die Auseinandersetzung mit den Details des Objekts erleichtert den Zugang und weckt Interesse, sich mit dessen Entstehungsgeschichte, Material und Herstellungstechnik sowie Verwendung und Bedeutung näher zu befassen. 

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198–224, hier S. 213.

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika: Museum – Schule – Bildung, München 2007, S. 166.

Überblick Bilddiktat

Kasparek, Katrin

Kategorien

Visuell-künstlerische Methoden
Transmediale Methoden
Assoziative Methoden

Ziele
  • Inhalte verstehen
  • Details erkennen und benennen
  • Bildliche Vorstellungskraft fördern
  • Beschreibung und Interpretation unterscheiden
Eignung

Je nach Objekt/Aufgabenstellung für alle Altersstufen geeignet
Nicht geeignet für Blinde

Zeitbedarf

10–15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier, Stifte

Böhme, Claudia

Die Teilnehmenden bearbeiten Reproduktionen eines Exponats, um zu verstehen, wie einzelne Bestandteile zusammenwirken. Im Ergebnis entstehen Manipulationen oder Verfremdungen.

Dekonstruktives Handeln beinhaltet Übermalen, Zerschneiden, Überkleben, plastische Umwandlungen oder digitales Bearbeiten von Abbildungen und Modellen. Die Darstellungen können mit aktuellen Bildern z. B. aus Zeitschriften o. Ä. verbunden werden oder in andere soziale Umgebungen, wie ein anderes Jahrhundert oder ein anderes Land, versetzt werden. Besonders in der Arbeit mit Kindern empfiehlt es sich, zentrale Bildmotive oder abstrakte Elemente als gegebenen Bausatz vor dem Original auszubreiten. Die Kinder können die Elemente dann verschieben, vertauschen, entfernen oder hinzufügen.

Anwendung auf das Exponat Schmuckstück

Neuberger, Alexandra

Schmuckstücke haben in ihrer Entstehungszeit eine bestimmte gesellschaftliche Bedeutung. Indem das Exponat aus seinem jeweiligen zeitlichen Kontext herausgelöst wird, gewinnen die Teilnehmenden durch die eigene kreative Auseinandersetzung mit dem Objekt einen individuellen Zugang zum Ausstellungsgegenstand. Die Teilnehmenden erhalten eine Reproduktion oder dem Schmuckstück ähnliche Materialien und werden aufgefordert, das Objekt nach ihren eigenen Vorstellungen zu verändern bzw. neu zu gestalten.

Czech, Alfred: Geschichte in Kunst dechiffrieren. Bilder der Wirklichkeit - Wirklichkeit  der Bilder, in: GWU 68 (2017), 1-2, S. 75-87, hier S. 85.
Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198-224, hier S. 213.
Kirschenmann, Johannes / Schulz, Frank: Bilder erleben und verstehen. Einführung in die Kunstrezeption, Leipzig 1999, S. 45-47, hier S. 46.

Überblick Dekonstruktion

Böhme, Claudia

Kategorien

Visuell-künstlerische Methoden
Spielerische Methoden

Ziele
  • Distanz schaffen
  • Perspektiven verändern
Eignung

Besonders geeignet für Kinder ab 6 Jahren

Zeitbedarf

20-30 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Reproduktionen, Mal- oder Zeichenutensilien, Schere, Kleber, vielfältiges Bildmaterial
Bei digitaler Bearbeitung PC mit Programmen, wie z. B. Microsoft Paint, Photoshop

Czech, Alfred

Vom Fahndungsplakat inspiriert, dient der „Steckbrief“ zur Charakterisierung eines Exponats mit wenigen Begriffen.

Mithilfe von „Steckbriefen“ ermitteln die Teilnehmenden Fakten zu einem Objekt, einem/r Künstler/in, einem Thema, einer Abteilung des Museums. Um die „Steckbriefe“ ausfüllen zu können, untersuchen sie ein Exponat auf sein Aussehen und seine Gestaltungsmerkmale und benutzen das objektrelevante Informationsangebot im Museum (Objektbeschriftung, Saaltexte, Kataloge).

Anwendung auf das Exponat Schmuckstück

Neuberger, Alexandra

Schmuckstücke sind aufgrund ihrer Materialität und Verarbeitung in der Regel bereits zu ihrer jeweiligen Entstehungszeit von hohem Wert. Für eine fiktive Diebstahlsanzeige ermitteln die Teilnehmenden die Formgebung und Gestaltungsmerkmale, die verwendeten Materialien und weitere Aspekte des Schmuckstücks. Aus den Ausstellungstafeln, Museumskatalogen oder anderen Informationstexten tragen sie wichtige Daten zum Schmuckstück zusammen und füllen den "Steckbrief" aus. 

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum, Schule, Bildung: Aktuelle Diskurse, innovative Modelle, erprobte Methoden, München 2007, S. 169 - 179, hier: S. 173.

Überblick Steckbrief

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Gezielt ausgewählte Informationen sich aneignen und einordnen
  • Informationen vernetzen
Eignung

Besonders geeignet für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, Veranstaltungen mit Lehrplanbezug, Grundorientierung für Erwachsene

Zeitbedarf

15-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Steckbriefformular
Bleistift / Smartphone / Tablet

Brosch, Astrid

Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rollen zweier Parteien mit unterschiedlichen Ansichten  und tauschen in einem Streitgespräch Argumente zu einem Exponat aus.

Sie formieren sich in zwei Gruppen. Die beiden Gruppen schlüpfen in die Rollen zweier gegensätzlicher Positionen - beispielsweise zweier zum Exponat passender Berufsgruppen: Galerist contra Kunstkritiker, Forscher contra Investor, ... Beide Gruppen sammeln zunächst in der Auseinandersetzung mit dem Exponat Argumente, die das Pro bzw. Contra verdeutlichen sollen. Sind die Gruppen fertig, geht es im Ping-Pong-Verfahren in die Diskussion, die der/die Vermittler/in moderiert.
 

Anwendung auf das Exponat Schmuckstück

Neuberger, Alexandra

Schmuckstücke wirken auf einzelne Betrachter sehr unterschiedlich.
Eine/r der Teilnehmenden, der Galerist, hebt in einer Art Verkaufsgespräch die Vorzüge des Schmuckstücks hervor. Der/die potentielle Käufer/in nimmt eine eher skeptische Haltung ein und weist auf die aus seiner Sicht eher negativen Gesichtspunkte hin. Die Methode wird in Partnerarbeit durchgeführt.

Überblick Streitgespräch

Brosch, Astrid

Kategorien

Emotionale Zugänge
Narrative Methoden
Performative Methoden

Ziele
  • Die Teilnehmenden setzen sich sehr intensiv mit dem Exponat auseinander und beziehen Stellung dazu, ohne ihre persönliche Meinung äußern zu müssen
Eignung

Besonders geeignet für Jugendliche und insbesondere bei Exponaten, die bereits in der Entstehungszeit kontrovers diskutiert wurden.

Zeitbedarf

15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
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