Armillarsphäre

Verfasst von: Rilling-Gilles, Stephanie

© Bayerisches Nationalmuseum München; Foto: Haberland, Walter; Inv.-Nr. L Phys 27, Foto Nr. D28205; Leihgabe der Ludwig-Maximilians-Universität, München
Beispielexponat:

Armillarsphäre | 1569

Von Christoph Schissler (um 1530/32–1608) | aus Augsburg

Die Armillarsphäre ist ein astronomisches Instrument, ein Planetarium im Kleinformat. Sie veranschaulicht den Lauf der Himmelskörper, also der Planeten und Sterne vom Standpunkt der Erde aus. Im Zentrum der Armillarsphäre steht die Weltkugel. Um ihr sind Reifen (lat. „armilla“ = Armreif) angebracht, diese bilden die Bahn der Gestirne im Jahreslauf ab. Sie sind gegeneinander drehbar und meist auf ein Gestell montiert. In der Renaissance wurde die Armillarsphäre von Tycho Brahe perfektioniert. Zu dieser Zeit war es üblich, dass Fürsten aus Statusgründen wissenschaftliche Instrumente in ihre Kunstkammern aufnahmen. So entstanden sehr aufwendig gestaltete, aus kostbaren Materialien gefertigte und oft mit antiken Motiven geschmückte Objekte. Sie dienten als Schauobjekte, waren aber auch funktionstüchtig.

Eikelmann, Renate (Hg.): Rundgang durch die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz, Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, 2. Auflage, München 2017, S. 100 f.

Bott, Gerhard (Hg.): FOCUS Behaim Globus, Ausstellungskatalog des Germanischen Nationalmuseums, Bd.2, Nürnberg 1992, Katalognummern:1.17, 1.22, 1.23, 1.26, 1.39, 1.45 und 1.49.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

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Aspekte

Zielgruppen

Büchert, Gesa

Die Teilnehmer/innen richten beliebige Fragen an ein Ausstellungsobjekt. Der/die Vermittler/in antwortet darauf aus der Sicht des Objekts in Ich-Form.

Der/die Vermittler/in benötigt ein umfassendes Wissen über das Exponat. Denn die Interessen und Fragen der Teilnehmer/innen lenken dessen Erschließung. Sie bestimmen die thematischen Schwerpunkte, die Intensität und die Dauer des Gesprächs. Bei der Analyse von Kunstwerken oder Abbildungen, bietet sich eine Variante der Methode an: Der/die Vermittler/in kann, statt die Rolle eines Objektes zu übernehmen, als Künstler/in, Expert/in oder abgebildete Person auftreten.

Anwendung auf das Exponat Armillarsphäre

Rilling-Gilles, Stephanie

Eine Armillarsphäre ist ein sehr komplexes Instrument. Aufgrund ihrer Form werden aber zahlreiche Assoziationen (Erde/Weltall) hervorgerufen, mit deren Hilfe die Funktionsweise nach und nach erschlossen werden kann. Der/Die Vermittler/in „leiht“ der Armillarsphäre seine/ihre Stimme und fragt z. B. in die Runde: „Welche Form habe ich?“, „Aus welchen Teilen bin ich zusammengesetzt?“ „Wozu werde ich verwendet?“. Dadurch entwickelt sich ein Frage-Antwort-Spiel, an dessen Ende die Besucher/innen das Geheimnis der Armillarsphäre entschlüsselt haben.

Czech, Alfred: Führung - Führungsgespräch - Gespräch, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg.): Museum - Schule - Bildung, München 2007, S. 161f.

Passende Aspekte
  • Form
  • Funktion
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Gespräch mit einem Exponat

Büchert, Gesa

Kategorien

Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, das Exponat umfassend erschließen, Kontextualisieren, Teilnehmer/innen aktivieren

Eignungen

Besonders gut geeignet für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche sowie für Erwachsene,
weniger geeignet für kleinere Kinder

Zeitbedarf

ca. 15–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

Kisser-Priesack, Gabriele

Die Teilnehmer/innen bauen nach genauer Betrachtung des Exponats und mit Hilfe einer schematischen Vorgabe das Objekt nach.

Eine Abbildung oder ein Modell, passend zum Exponat, werden zusammen mit dem benötigten Material an die Gruppen verteilt. Die Teilnehmer/innen bauen selbstständig ein vereinfachtes Modell des Exponats zusammen. Dadurch können die Zusammensetzung und Wirkung z. B. einer Maschine erfahren werden. 

Anwendung auf das Exponat Armillarsphäre

Rilling-Gilles, Stephanie

Die Armillarsphäre ist trotz ihrer Komplexität in ihren Grundfunktionen gut erklärbar. Zum besseren Verständnis können die Teilnehmer/innen die Funktionsweise der Armillarsphäre haptisch und visuell mithilfe eines Bausatzes erschließen. Diesen Bausatz können Teilnehmer/innen zum Beispiel als Vorbereitung bereits im Unterricht erstellen und dann im Museum mit der ausgestellten Armillarsphäre vergleichen.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 212, 214.

Menger, Julia: Lastentransport mit einfachen mechanischen Maschinen. Didaktische Rekonstruktion als Beitrag zum technischen Sachunterricht in der Grundschule, Band 30, Oldenburg 2010, S. 21–28.

Arnold, Nick: Räder, Hebel und Schrauben: Technik einfach gut erklärt-Tolle Maschinen zum Selberbauen, Hamburg 2013, S. 12–14.

Passende Aspekte
  • Form
  • Funktion
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Nachbau nach Vorgabe

Kisser-Priesack, Gabriele

Kategorien

Haptische Methoden

Ziele

Objekt und Anleitung genau betrachten, lesen und verstehe, selbstständig arbeiten, eigene Erfahrungen machen

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Für die Anleitung: laminierte Abbildung oder robustes Modell, für den Nachbau: Materialien aus dem Alltag wie Schnüre, Karton, Schrauben, Karabiner usw.

Czech, Alfred

Beim Vergleich werden die Teilnehmenden auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten aufmerksam.

Ohne Vorwissen können die Teilnehmenden aus ihrer Wahrnehmung heraus zu den wichtigsten Erkenntnissen kommen. Dabei schult der Vergleich die Differenzierung der Wahrnehmung. Je nach Art des Vergleichs fokussiert er die Aufmerksamkeit auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten. Je ähnlicher sich die Vergleichsobjekte im Museum sind, desto mehr "Feinheiten" entdecken die Teilnehmenden.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an: zum einen der Vergleich von Originalen, zum anderen der Vergleich von Originalen und Reproduktionen.

Anwendung auf das Exponat Armillarsphäre

Rilling-Gilles, Stephanie

Nicht selten finden sich mehrere Armillarsphären oder andere astronomische Instrumente in einer musealen Sammlung. Das ermöglicht einen Vergleich der Objekte. Unterschiede und Ähnlichkeiten werden herausgearbeitet. Armillarsphären können zum Beispiel unterschiedliche Standfüße besitzen und aus unterschiedlichen Materialien gefertigt sein.

Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Form
  • Funktion
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Vergleich

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Differenziert wahrnehmen
  • Beobachtungskriterien anwenden
  • Kriterien entwickeln
  • Wertungen vornehmen
Eignungen

Besonders geeignet für Schüler/innen ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Eventuell Reproduktionen, wie Abbildungen, Modelle oder Objekte

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