© Bayerisches Nationalmuseum München; Foto: Sangl, Dr. Sigrid; Inv.-Nr. L 2004/204, Foto Nr. D47624; (Gruppenaufnahme)

Bis ins 18. Jahrhundert galt der Bernstein, ein fossiles Harz, aufgrund seiner Eigenschaften als Wunder der Natur. Ein „Stein“, der brennt und duftet, der im Meerwasser schwimmt, elektrostatisch aufladbar ist und über dessen Entstehung man nichts wusste, faszinierte als Rohmaterial und in bearbeiteter Form. So fand er Eingang in alle fürstlichen Sammlungen Europas und auch in die Kunst- und Wunderkammer der Wittelsbacher. Man mutmaßte, dass Bernstein z. B. aus verhärtetem Walsamen oder versteinertem Meeresschaum entstanden sei. Doch auch in bearbeiteter Form war Bernstein gefragt. Er ließ sich gut drechseln und war durch seine vielfältigen Farbnuancen, von durchsichtig bis opak und von hellgelb bis dunkelrotbraun, hochgeschätzt. 

Eikelmann, Renate (Hg.): Rundgang durch die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz, Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums,  2. Auflage, München 2017, S.32.

Seipel, Wilfried (Hg.): Die Entdeckung der Natur, Naturalien in den Kunstkammern des 16. und 17. Jahrhunderts, Wien 2006, S. 183–186.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Czech, Alfred

Fragen vor und zu den Exponaten legen die Charakteristika, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge durch die Anschauung des Objekts offen.

Fragen sind so zu stellen, dass es die Teilnehmenden reizt, sie zu beantworten. Lassen sich die Fragen aus der Betrachtung der Exponate beantworten? Bauen sie aufeinander auf, und folgen sie einem roten Faden? Treffen sie das Anspruchsniveau der Gruppe? Offene Fragen und Vergleiche ermöglichen es, Bilder und Objekte mit eigenen Augen und Worten zu entdecken. Vermittler/innen kommen dabei ohne Hintergrundwissen der Teilnehmenden aus, können sich aber auch gezielt auf deren Vorwissen beziehen.

Anwendung auf das Exponat Bernstein

Rilling-Gilles, Stephanie

Der/die Vermittler/in stellt Fragen zum Bernstein als Material zur Herstellung kostbarer Objekte: Warum wählte man Bernstein? Welche Materialeigenschaften hat er und was hat man aus Bernstein hergestellt? War das einfach oder schwer? Welche Vor- und Nachteile hat der Bernstein als Bearbeitungsmaterial? Verschiedene Techniken, wie die Inkrustationstechnik, und Bearbeitungsweisen, z. B. drechseln, gravieren, werden dabei erläutert. Als zusätzliches Anschauungsmaterial liegt der Bernstein in unterschiedlichen Formen vor (Stücke, Brösel, dunkel, hell, durchsichtig, undurchsichtig).

Czech, Alfred/Wagner, Ernst (Hrsg.): "Ins Museum", in: Kunst+Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 48.

Passende Aspekte
  • Alter
  • Entstehung
  • Farbigkeit
  • Form
  • Haptik
  • Zusammensetzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Fragen stellen

Czech, Alfred

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Aus Wahrnehmungen Wissen generieren
  • Unbewusstes Wissen aktivieren
  • Eigene Wahrnehmungskriterien entwickeln
Eignung

Als leitende Methode besonders geeignet für Schulklassen und Jugendliche

Zeitbedarf

5-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Ggf. Fragekarten

Feuchtmayr, Andrea

Materialproben ermöglichen es, Materialeigenschaften eines Exponats zu erkunden.

Die Proben machen das Exponat erfahrbar, da in der Regel aus konservatorischen Gründen Museumsobjekte nicht berührt werden dürfen. Erhalten die Teilnehmenden Materialproben in die Hand, erleben sie haptisch Materialeigenschaften wie Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht oder auch Klang eines Materials. Der Einsatz von mehreren Materialproben ist sinnvoll, um im Vergleich besondere Eigenschaften und Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Auch bildlich dargestellte Materialien werden durch reale Materialproben "begreifbar".

Anwendung auf das Exponat Bernstein

Rilling-Gilles, Stephanie

Alle Teilnehmenden erhalten einen kleinen Bernstein. Nun sollen sie gemeinsam das Besondere dieses „Steins“ erkunden: Er ist leicht und elektrostatisch aufladbar, Reibung lässt ihn duften. Anschließend besprechen die Teilnehmenden, wie Bernstein entsteht und wie alt das Material ist. Zur Visualisierung der Besonderheiten von Bernstein kann man ihn zudem in einem Glas mit Salzwasser schwimmen lassen. Noch anschaulicher wird diese Materialeigenschaft, wenn man im Vergleich dazu ein bernsteinähnliches Stück Plastik in das Glas fallen lässt.

Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.
Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch, München 1998, S. 56.
Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 37, 47, 66, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/ 

Passende Aspekte
  • Alter
  • Entstehung
  • Farbigkeit
  • Form
  • Haptik
  • Zusammensetzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Materialproben

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Sinnesorientierte Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Materialeigenschaften eines Exponats erschließen
  • Informationen haptisch vermitteln
  • Teilnehmende aktivieren 
Eignung

Nur für das Museum unbedenkliche Materialproben verwenden
Bei Geschmacksproben allergische Reaktionen bedenken
Altersspezifische Auswahl

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Verschiedene Stoffe, Holzarten, Metalle, Steine, Kunststoffe, Pigmente, Gewürze etc.
Verschiedene Holzverbindungen, Farbaufträge, Materialbearbeitungen etc.

Kasparek, Katrin

Die Teilnehmenden entwickeln eine Bildergeschichte zu einem Objekt, einer Fragestellung oder einer Ausstellung.

Dazu verarbeiten sie Rechercheergebnisse zu einem Exponat oder zu spezifischen Fragestellungen. Dies geschieht aus der Perspektive einer Filmkamera.

Die einzelnen Bilder der Geschichte können gezeichnet, gemalt, collagiert oder auch mit der Digitalkamera erstellt werden. So entsteht ein Drehbuch zu einer Geschichte, die emotionale Zugänge zulässt, aber nicht im Widerspruch zu historischen Erkenntnissen stehen sollte. Dies kann als Drehbuch für einen Film weiter genutzt werden.

Anwendung auf das Exponat Bernstein

Rilling-Gilles, Stephanie

Jede/r Teilnehmende erhält einen kleinen Bernstein und vergleicht das Rohmaterial mit einem aus Bernstein gefertigten Objekt in der Ausstellung. Die Entstehungsgeschichte des Materials Bernstein und des in der Ausstellung gezeigten Objektes wird dabei von dem/der Vermittler/in thematisiert. Als vertiefende Gruppenarbeit entsteht im Anschluss ein Storyboard, das die Entstehungsgeschichte vom Harz der Kiefer über den Versteinerungsprozess, den Fund in oder an der Ostsee bis hin zu seiner Verarbeitung und Lieferung an den „Endverbraucher“ visualisiert.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, S. 198-224, hier: S. 214.
Dreykorn, Monika / Wagner, Ernst: Erprobte Methoden, in: Dreykorn, Monika / Wagner, Ernst (Hrsg.): Museum - Schule - Bildung. Aktuelle Diskurse - Innovative Modelle, Erprobte Methoden, München 2007, S. 159-188, hier: S. 181.

Passende Aspekte
  • Alter
  • Entstehung
  • Farbigkeit
  • Form
  • Haptik
  • Zusammensetzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Storyboard

Kasparek, Katrin

Kategorien

Visuell-künstlerische Methoden
Transmediale Methoden
Emotionale Zugänge
Narrative Methoden

Ziele
  • Mit kognitiven Inhalten emotional auseinandersetzen
  • In eine kreative Darstellung übersetzen
  • Bildsprache üben
Eignung

Je nach Objekt / Aufgabenstellung für alle Altersstufen geeignet
Nicht geeignet für Blinde

Zeitbedarf

30-45 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier, Stifte, Schere, Klebstift
Falls mit Digitalkamera gearbeitet wird: Drucker und Computer

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