Brille

Verfasst von: Bellaire, Catherine

© Deutsches Historisches Museum
Beispielexponat:

Schläfenbrille | ca. 18. Jh.

Von/aus k. A.

Die Linsen der Brille korrigieren Fehlsichtigkeiten des menschlichen Auges, daneben wird die Brille in abgedunkelter Form auch als Schutz ,z. B. gegen Sonnenlicht, verwendet. Ab ca. 1200 wurden sog. Lesesteine als Lesehilfen in Klöstern verwendet. Mit dem Aufkommen des Buchdrucks im 15. Jh. wuchs der Bedarf an Lesehilfen, die Bügelbrille entstand. Ab dem 18. Jh. etablierten sich Klemmbrillen (sog. Nasenquetscher), die auf die Nase geklemmt wurden, ab Mitte des 18. Jhs. wurden seitliche Bügel angefügt, zunächst nur bis zur Schläfe; erst im Verlauf des 19. Jhs. gingen die Bügel über das Ohr hinaus und passten sich an dessen Anatomie an. Der Wendepunkt der Brillenglasherstellung war die Entwicklung des Punktalglases 1912 durch die Firma Carl Zeiss in Jena: Brillengläser können für die Produktion nun so genau berechnet werden, dass sie ohne Abbildungsfehler hergestellt werden können.

Buck, Susanne: Der geschärfte Blick. Eine Kulturgeschichte der Brille seit 1850, Frankfurt a. M. 2006, S. 33–86 und S. 192–197

Klotz, Annamarie: Die Brille. Ausstellung zum 100. Todestag von Carl Zeiss in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, Stuttgart 1988, S. 3–9, S. 41, S. 51 f. , S. 64 und S. 68..

Passende  IMPULSE  anzeigen

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Kisser-Priesack, Gabriele

Einfache Experimente werden durchgeführt, um die biologischen Reaktionen des Körpers auf äußere Reize zu untersuchen und im Anschluss diskutiert.

Die messbaren Reaktionen des menschlichen Körpers, wie z. B. die Druck- und Wärmeempfindlichkeit der Haut, die optische oder akustische Wahrnehmung werden mit einfachen Materialien aus dem Alltag, mit Vorlagen für optische Täuschungen oder Tonaufnahmen verschiedener Lautstärken untersucht. 

Anwendung auf das Exponat Brille

Bellaire, Catherine

Um die Funktion von Brillengläsern und deren korrigierende Wirkung zu erforschen, testen Teilnehmer/innen verschiedene Brillengläser mit verschiedener Dioptrien-Zahl - ähnlich wie bei einem Sehtest mit Sehtest-Tafel. Für jüngere Kinder empfehlen sich Sehtest-Tafeln mit Tiermotiven/Symbolen. Auch der Eindruck gefärbter Brillengläser kann untersucht werden. Hinweis: Diese Methode ist für Menschen, die nicht oder schlecht sehen, ungeeignet.

Kindersley, Dorling: Der menschliche Körper und wie er funktioniert, München 2017. 

Passende Aspekte
  • Formgestaltung
  • Funktion
  • Gebrauchswert
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
  • Merkmale
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Untersuchung körperlicher Reaktionen

Kisser-Priesack, Gabriele

Kategorien

Haptische Methoden
Emotionale Zugänge

Ziele

Einfaches Experiment durchführen, Reaktionen genau beobachten, eigene Erfahrungen machen, Wahrnehmung schulen

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder ab 5 Jahren und Jugendliche

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Für die Anleitung: Mündliche Anleitung oder laminierte Abbildung, Materialien: Holzstäbchen z. B. Streichhölzer

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmer/innen vergleichen und recherchieren Funktionen von Objekten in verschiedenen Epochen und präsentieren ihre Ergebnisse.

Sie lernen maximal fünf Exponate kennen. Durch Recherche, Vergleiche und Brainstorming ermitteln die Teilnehmer/innen die ursprüngliche Funktion der Objekte. Gleichzeitig machen sie sich Gedanken darüber, ob ähnliche Objekte heute in gleicher Weise genutzt werden. So werden Unterschiede der Kulturen klar, aber auch Gemeinsamkeiten deutlich. Kleinere Kinder halten ihre Ideen zeichnerisch fest, Ältere präsentieren ihre Ergebnisse auf Tafeln und als Kurzvortrag.

Anwendung auf das Exponat Brille

Bellaire, Catherine

Bei Brillen bzw. Lesehilfen aus unterschiedlichen Epochen können die jeweilige Formgebung und Materialien betrachtet werden sowie Vor- und Nachteile festgehalten werden. Weitere Fragen können sich auf die sozio-kulturelle Bedeutung beziehen: Für wen war es im Mittelalter wichtig, gut sehen und lesen zu können? Welche Vorurteile gab und gibt es gegenüber der Brille und Brillenträgern?

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Vermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198–224, hier: S. 203 f.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 7,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen. Merkmale, Ansätze, Formate und Methoden, in: Commandeur, Beatrix u.a. (Hg.), Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 173–183, hier: S. 174–175.

Passende Aspekte
  • Formgestaltung
  • Funktion
  • Gebrauchswert
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
  • Merkmale
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Damals–heute

Bellaire, Catherine

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-gestalterische Methoden
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen, Transferleistung fördern, Rechercheergebnisse sprachlich vermitteln

Eignungen

Besonders geeignet für kleinere Gruppen von max. 15 Teilnehmer/innen,
auch für Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

30–40 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Abbildungen, Literatur, Katalogtexte zur Recherche, Schreib- und Zeichenmaterial, evtl. Tafel oder Flipchart zur Präsentation der Ergebnisse

Merthen, Claudia

Die Teilnehmer/innen verfassen einen Text, der das Exponat emotionalisierend anpreist und für den/die Betrachter/in attraktiv macht.

Werbetexte werden z. B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, „sprechende“ Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmer/innen die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner „Schokoladenseite“.

Anwendung auf das Exponat Brille

Bellaire, Catherine

Wie die fliegenden Brillenhändler, die Brillen bis in das 20. Jh. vertrieben, sollen die Teilnehmer/innen einen Text verfassen, der die Vorteile einer Lesehilfe hervorhebt und sie auch als besonders ästhetisch beschreibt. Möglich sind auch Texte zu verschiedenen Sonderformen (ein Monokel, sprich ein Einglas, oder eine Lorgnette, auch als Stielbrille bekannt), die eine spezifische Klientel ansprechen sollen. So werden sowohl technische Merkmale als auch die kulturelle Bedeutung der Brille erforscht.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a. M. 2003, S. 159–164.

Passende Aspekte
  • Formgestaltung
  • Funktion
  • Gebrauchswert
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
  • Merkmale
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln, Wertung vornehmen, Bezüge herstellen, in ein Thema einführen

Eignungen

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet,
besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit

Zeitbedarf

20–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte

Isenberg, Julia

Der/die Vermittler/in stellt im Stile einer Auktion („Wer bietet mehr/weniger“) Fragen zu Eigenschaften des Exponates wie Größe, Alter und Gewicht.

Durch spielerisches Schätzen tasten sich die Teilnehmer/innen schrittweise möglichst nah an abstrakte Größen wie Alter, Maße, Gewicht des Exponats. V. a. Kinder können sich selbst gut dazu in Bezug setzen, denn sie alle haben eine Größe, ein Gewicht. Gleichzeitig treffen sie Aussagen über Materialart und Technik, denn diese Aspekte haben entscheidende Auswirkung auf die Messwerte: Manche Materialien sind schwerer als andere, manche haben eine höhere Lebensdauer, mit manchen Techniken kann man besonders große oder besonders kleine Objekte herstellen.

Anwendung auf das Exponat Brille

Bellaire, Catherine

Verschiedene Brillenmodelle und Lesesteine werden in der Auktion angeboten. Die Teilnehmer/innen schätzen Materialwert, Gewicht und Stärke. Durch das Abwägen zwischen diesen Werten nähern sich die Teilnehmer/innen dem Gebrauchswert einer Brille an: Was macht eine gute Brille aus? Was braucht sie, was nicht?

Czech, Alfred/Wagner, Ernst (Hg.): „Ins Museum“, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 48.

Passende Aspekte
  • Formgestaltung
  • Funktion
  • Gebrauchswert
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
  • Merkmale
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Auktion

Isenberg, Julia

Kategorien

Spielerische Methoden
Performative Methoden

Ziele

Abstrakte Größen veranschaulichen

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder ab 8 Jahren und Menschen mit Behinderung

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Hammer, Krawatte, Hut für szenische Darstellung der Auktion

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