Sekretär

Verfasst von: Neuberger, Alexandra

© Museum für Franken, Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg
Beispielexponat:

Schreibschrank | 1745

Von Carl Maximilian Mattern, Johann Wolfgang von der Auwera

Der Schreibschrank ist ein Meisterwerk barocker Möbelkunst. Er besteht aus einem aus Eichenholz ornamentgeschmückten gefertigten Aufsatz sowie einem Tischgestell, das auf geschwungenen, mit Masken und Löwenköpfen verzierten Tischbeinen sitzt. Der Hofschreiner Mattern fertigte den Sekretär gemeinsam mit dem Bildhauer von der Auwera, allerdings ohne vorherigen Auftrag des regierenden Fürstbischofs Friedrich Carl Schönborn an. Dieser verweigerte den Ankauf des wertvollen Möbelstücks nach Fertigstellung. Die aufwendige Gestaltung mit kunstreichen Intarsien, Beschlägen, Aufsätzen und Marketerien zeigt, dass Sekretäre in der Zeit des Barocks auch Repräsentationszwecken dienten. Der mit Schubladen und Fächern versehene Körper macht aber auch deutlich, dass der Schreibschrank die Funktion hatte, Dokumente und Schreibutensilien sicher zu verwahren.

Genslein, Veronika: Carl Maximilan Mattern. Hofkunstschreiner am fürstbischöflichen Hof Würzburg, in: Sekretär. Carl Maximilian Mattern und Johann Wolfgang von der Auwera Würzburg, 1745, Würzburg 2012, S. 8–18.

Lichte, Claudia: Der Sekretär, in: Sekretär. Carl Maximilian Mattern und Johann Wolfgang von der Auwera Würzburg, 1745 Würzburg 2012, S. 6 f.

Trenschel, Hans-Peter (Hg.): 150 Meisterwerke aus dem Mainfränkischen Museum Würzburg, Würzburg 1997, S. 250–253.

 

 

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

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Aspekte

Zielgruppen

Schweigart, Annette

Die Teilnehmer*innen betrachten das Objekt unvoreingenommen und beschreiben das, was sie sehen.

Durch die Betrachtung beginnt das Objekt zu sprechen. Gezielte Fragestellungen des Vermittlers/der Vermittlerin führen zu einer bewussteren Wahrnehmung, die es den Teilnehmern/innen ermöglicht, sich ohne Vorkenntnisse dem Exponat zu nähern. Damit wird der Blick des/der Betrachters*in unverstellt auf das Exponat gelenkt.

Anwendung auf das Exponat Sekretär

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer*innen betrachten das Objekt genau und beschreiben detailliert, was ihnen an dem Schreibmöbel auffällt. Die reichen Verzierungen und der Einsatz verschiedener, z. T. sehr wertvoller Materialien bieten die Grundlage für eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Sekretär. Der*die Vermittler*in lenkt das Gespräch durch gezielte Fragestellungen, weist auf Besonderheiten (z. B. Materialien, Holztechnik, Funktionsweise) hin und liefert ggfs. Hintergrundinformationen (z. B. zur Funktion, zum Künstler oder zur Erwerbungsgeschichte).

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch, Schwalbach 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Bestandteile
  • Design
  • Emotion
  • Funktion
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Merkmale
  • Verarbeitung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Objektbeschreibung

Schweigart, Annette

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Information/Wissen vermitteln, Bezüge herstellen

Eignungen

Geeignet für alle Teilnehmer*innen und besonders für Gehörlose mit Gebärdendolmetscher*in

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 

Feuchtmayr, Andrea

Materialproben ermöglichen es, Materialeigenschaften eines Exponats zu erkunden.

Die Proben machen das Exponat erfahrbar, da in der Regel aus konservatorischen Gründen Museumsobjekte nicht berührt werden dürfen. Erhalten die Teilnehmer*innen Materialproben in die Hand, erleben sie haptisch Materialeigenschaften wie Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht oder auch Klang eines Materials. Der Einsatz von mehreren Materialproben ist sinnvoll, um im Vergleich besondere Eigenschaften und Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Auch bildlich dargestellte Materialien werden durch reale Materialproben „begreifbar“.

Anwendung auf das Exponat Sekretär

Neuberger, Alexandra

Stücke verschiedener Holzarten, Materialproben von Schildpatt, Elfenbein, Perlmutt sowie verschiedene Metalle bereiten den Teilnehmer*innen ein haptisches Erlebnis. Sie vergleichen die charakteristischen Eigenschaften (z. B. Härte, Muster, Oberfläche, Gewicht) der Materialien und vollziehen deren Verarbeitung am konkreten Objekt nach. Beispiele für Furniere und Marketerien verdeutlichen die beiden Techniken. Ggfs. stecken oder legen die Teilnehmer*innen selbst vorgefertigte Teile zu Mustern zusammen und vollziehen so kunsthandwerkliche Fertigkeiten nach.

Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.

Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch, München 1998, S. 56.

Bezirk Oberfranken (Hg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 37, 47, 66, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/ 

Passende Aspekte
  • Bestandteile
  • Design
  • Emotion
  • Funktion
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Merkmale
  • Verarbeitung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Materialproben

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Sinnesorientierte Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Materialeigenschaften eines Exponats erschließen, Informationen haptisch vermitteln, Teilnehmer*innen aktivieren

Eignungen

Nur für das Museum unbedenkliche Materialproben verwenden, bei Geschmacksproben allergische Reaktionen bedenken, altersspezifische Auswahl

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Verschiedene Stoffe, Holzarten, Metalle, Steine, Kunststoffe, Pigmente, Gewürze etc., verschiedene Holzverbindungen, Farbaufträge, Materialbearbeitungen etc.

Bauereiß, Michael

Museumsobjekte werden mit Hilfe weiterer Exponate oder geeigneter Zusatzmaterialien in ihren ursprünglichen kulturellen oder alltagsgeschichtlichen Zusammenhang gebracht.

Viele Exponate sind ihres ursprünglichen Zusammenhangs beraubt und bleiben für den*die Betrachter*in abstrakt. Der Kontext, die Funktion o. Ä., ist aber für das Verständnis des Objekts wesentlich. Ziel ist es, diese Objekte mittels geeigneter Exponate oder didaktischer Materialien (Abbildungen, Vergleichsobjekte, haptische Gegenstände ...) wieder in ihren ursprünglichen Kontext zu rücken. Eventuell lassen sich Museumsexponate in einem anschließenden Stadtrundgang im originalen Kontext verorten.

Anwendung auf das Exponat Sekretär

Neuberger, Alexandra

Der*die Vermittler*in erläutert, dass Schreibschränke und Sekretäre erst im 18. Jh. entstanden. Sie dienten neben ihrer eigentlichen Funktion als Schreibtisch und Aufbewahrungsort für Schreibutensilien auch Repräsentationszwecken. Schreibmöbel waren in der Barock-, Rokoko- und Biedermeierzeit Statussysmbol für politische und wirtschaftliche Machtträger und das aufsteigende Bürgertum. Oft wurden sie prunkvoll in öffentlichen oder privaten Räumen inszeniert. Anhand von anderen Exponaten wie Gemälden, Schreibutensilien oder Dokumenten wird die Entwicklung und Bedeutung der Schreibkultur deutlich.

Bauereiß, Michael: Vom Museum in den Stadtraum, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 282–286.

Passende Aspekte
  • Bestandteile
  • Design
  • Emotion
  • Funktion
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Merkmale
  • Verarbeitung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Kontextualisierung

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden

Ziele

Zusammenhänge herstellen und verstehen, abstrakte Sachverhalte veranschaulichen

Eignungen

Ab 5 Jahre,
zur Erarbeitung von Wissen und Erfahrung

Zeitbedarf

2–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Abbildungen, Vergleichsobjekte, Repliken etc.

Merthen, Claudia

Die Teilnehmer*innen verfassen einen Text, der das Exponat emotionalisierend anpreist und für den*die Betrachter*in attraktiv macht.

Werbetexte werden z. B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, „sprechende“ Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmer*innen die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner „Schokoladenseite“.

Anwendung auf das Exponat Sekretär

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer*innen schlüpfen entweder in die Rolle des damaligen Kunsthandwerkers und preisen ihr Werk einem/einer potenziellen Käufer*in an oder versetzen sich in die Lage eines/einer heutigen Antiquitätenhändlers/Antiquitätenhändlerin, der*die das Schreibmöbel einem Kunden/einer Kundin schmackhaft machen will. Beim Verfassen des Textes ist es nötig, sich mit den Materialien, der Funktionaliät aber auch der Ästhetik des Sekretärs vertieft auseinanderzusetzen und die Beobachtungen schriftlich in einem die Emotionen betreffenden Text zu verarbeiten.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a. M. 2003, S. 159–164.

Passende Aspekte
  • Bestandteile
  • Design
  • Emotion
  • Funktion
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Historischer Zusammenhang
  • Material
  • Merkmale
  • Verarbeitung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln, Wertung vornehmen, Bezüge herstellen, in ein Thema einführen

Eignungen

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet,
besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit

Zeitbedarf

20–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte

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