Truhe

Verfasst von: Rilling-Gilles, Stephanie

© Museum Fünf Kontinente München, Foto: Bayerisches Nationalmuseum München; Vetters, Karl-Michael; kleine Koffertruhe; Inv.-Nr. 26-N-21; Foto-Nr. D25777

Diese kleine Truhe wurde Anfang des 17. Jhs. in Japan hergestellt. Sie besitzt einen gewölbten Deckel, was für das asiatische Land ungewöhnlich ist. Hier kannte man in der Regel nur flache Deckel. Im späten 16. Jh. jedoch gaben Spanier und Portugiesen solche Truhen in Auftrag, um sie nach Europa zu importieren. Größe und Dekor weisen die Truhe als Prunkstück aus, welches nie als Behältnis für schlichte Dinge in Benutzung war. Die Truhe ist aus Holz, mit einem aufwendigen Rochenhautdekor und gemalten Szenen in Lacktechnik versehen. Der Beschlag des Schlüssellochs besteht aus vergoldetem Silberfiligrandraht in Form des kaiserlich-habsburgischen Doppeladlers. Auch dieses Detail zeigt, dass die Truhe für den europäischen Markt gefertigt wurde.

Albrecht, Thorsten: Truhen – Kisten – Laden. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart am Beispiel der Lünebürger Heide, Petersberg 1997, S. 8–16.

Eikelmann, Renate (Hg.): Rundgang durch die Kunst- und Wunderkammer Burg Trausnitz, Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, 2. Auflage, München 2017, S. 91.

 

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

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Aspekte

Zielgruppen

Böhme, Claudia

Cluster visualisieren und strukturieren Gedanken und Einfälle zu einem Thema.

Ein Cluster (eng. Büschel, Traube, Anhäufung) beginnt mit einem Wort oder Satz. Dieser „Kern“ wird eingekreist. Um den „Kern“ notieren die Teilnehmer/innen Ideen, Assoziationen und Stichworte, die ebenfalls eingekreist werden. Striche verbinden diese Notizen. Die Verbindungslinien können unbeschriftet bleiben. Durch das Einzeichnen immer weiterer Kreise vergrößert sich das Ideennetz. Eine Bewertung der Ideen nach Relevanz kann, aber muss nicht erfolgen. Wird das Cluster fotografiert, kann darauf zurückgegriffen werden, um sich daran zu erinnern, die Idee neu zu gewichten oder Texte zu schreiben.

Anwendung auf das Exponat Truhe

Rilling-Gilles, Stephanie

Nach der eingehenden Betrachtung der Truhe und Erläuterungen dazu schreibt der/die Vermittler/in das Wort „Truhe“ auf ein Plakat und lässt die Teilnehmer/innen das Begriffsfeld „Behältnis“ erschließen. Für truhenförmige Möbel und Kleinmöbel gibt es eine ganze Reihe von Synonymen oder Untergliederungen wie zum Beispiel: Kiste, Koffer, Kasten, Lade, Kassette, Kästchen, Schatulle, Hochzeitskasten, Schiffskasten, Waffenkiste.

 

Crämer, Claudia/Drechsler, Michael u. a. (Hg): Fenster zur Kunst. Ideen für kreative Museumsbesuche, Berlin 1996, S. 36–39.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik – Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198–224, hier S. 208 f.

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg.): Museum, Schule, Bildung. Aktuelle Diskurse – Innovative Modelle – Erprobte Methoden. München 2007, 169–179, hier S. 177.

Peters, Jelko: Methodenlexikon für den Geschichtsunterricht. 128 Anregungen und Vorschläge zur Gestaltung des historischen Lernens und Entwicklung von Lernaufgaben, (= Historica et Didactica 1), St. Ingbert 2016, S. 114–116, hier S. 114.

Passende Aspekte
  • Alltagsbezug
  • Aufbewahrung
  • Gestaltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Kulturelle Bedeutung
  • Lebenswelt
  • Material
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Cluster

Böhme, Claudia

Kategorien

Assoziative Methoden
Kreatives Schreiben

Ziele

Ideen finden, Einfälle und Vorstellungen zu einem Begriff oder Thema erfragen, Gesprächsinhalte festhalten

Eignungen

Für alle geeignet, die schreiben können

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Großer Papierbogen oder anderer Schreibuntergrund, Schreibzeug

Schweigart, Annette

Die Teilnehmer/innen betrachten das Objekt unvoreingenommen und beschreiben das, was sie sehen.

Durch die Betrachtung beginnt das Objekt zu sprechen. Gezielte Fragestellungen des/der Vermittlers/in führen zu einer bewussteren Wahrnehmung, die es den Teilnehmern/innen ermöglicht, sich ohne Vorkenntnisse dem Exponat zu nähern. Damit wird der Blick des/der Betrachters/in unverstellt auf das Exponat gelenkt.

Anwendung auf das Exponat Truhe

Rilling-Gilles, Stephanie

Durch gezielte Fragen des/der Vermittlers/Vermittlerin erschließen die Teilnehmer/innen zunächst äußere Merkmale wie die Form der Decke, den Korpus, das Schloss, Materialien und Techniken. Mit diesem Wissen sollen sie schätzen, woher die Truhe stammt und wozu sie genutzt wurde.

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch, Schwalbach 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Alltagsbezug
  • Aufbewahrung
  • Gestaltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Kulturelle Bedeutung
  • Lebenswelt
  • Material
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Objektbeschreibung

Schweigart, Annette

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Information/Wissen vermitteln, Bezüge herstellen

Eignungen

Geeignet für alle Teilnehmer/innen und besonders für Gehörlose mit Gebärdendolmetscher/in

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 

Czech, Alfred

Beim Vergleich werden die Teilnehmenden auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten aufmerksam.

Ohne Vorwissen können die Teilnehmenden aus ihrer Wahrnehmung heraus zu den wichtigsten Erkenntnissen kommen. Dabei schult der Vergleich die Differenzierung der Wahrnehmung. Je nach Art des Vergleichs fokussiert er die Aufmerksamkeit auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten. Je ähnlicher sich die Vergleichsobjekte im Museum sind, desto mehr "Feinheiten" entdecken die Teilnehmenden.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an: zum einen der Vergleich von Originalen, zum anderen der Vergleich von Originalen und Reproduktionen.

Anwendung auf das Exponat Truhe

Rilling-Gilles, Stephanie

Die Truhe ist eines der ältesten und wichtigsten Möbelstücke in unserer Kultur. Arm und Reich benutzten sie. Ihre Einsatzmöglichkeiten waren vielfältig: Sie konnte Kleider, Waffen oder Geschirr beherbergen, als Koffer dienen oder Aufbewahrungsort wertvoller Gegenstände sein.Truhen gab es in verschiedenen Größen, mit flachem und abgerundetem Deckel, reich verziert und schlicht. Im direkten Vergleich oder mithilfe von Fotos werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Truhen herausgearbeitet und so Wissenswertes zum Thema Truhe erschlossen.

Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Alltagsbezug
  • Aufbewahrung
  • Gestaltung
  • Historischer Zusammenhang
  • Kulturelle Bedeutung
  • Lebenswelt
  • Material
  • Nutzung
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Vergleich

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Differenziert wahrnehmen
  • Beobachtungskriterien anwenden
  • Kriterien entwickeln
  • Wertungen vornehmen
Eignungen

Besonders geeignet für Schüler/innen ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Eventuell Reproduktionen, wie Abbildungen, Modelle oder Objekte

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