© Jüdisches Museum Franken | Fotografin: Annette Kradisch, Nürnberg

Bretschneider, Friedemann

Teekanne

Manufacture royale de porcelaine de Sèvres

Teekanne | 2. Hälfte 19. Jh.

Info

Die Teekanne ist Teil eines französischen Tafelgeschirrs aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. Die Fürtherin Thea Irene Midas (1903–1990) erhielt es wohl in den 1920er-Jahren von ihrer Großmutter Clementine Zinn (1849–1930). Die Teekanne trägt ein aus den Buchstaben „HZ“ bestehendes Monogramm. Hierbei handelt es sich um die Initialen von Henry Zinn, Clementine Zinns Ehemann und Theas Großvater. 1938 gelangte es mit Thea Irene Midas in die USA. Offensichtlich wurde das Tafelgeschirr in den USA nur noch selten benutzt, denn einzelne Teile waren 2013, als es von Theas Enkelin dem Jüdischen Museum Franken in Fürth als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurde, noch in deutsches Zeitungspapier aus dem Jahr 1938 eingewickelt.
Die Kanne ist wie das dazugehörige Teeservice ein Symbol für den kultivierten Lebensstil, den die Familien Zinn und Midas als Teil des (jüdischen) Bürgertums pflegten.

Dippold, Christine: Luxusbedürfnis - Distinktion - Imitation, in Angerer, Birgit (Hg.): Pracht, Prunk, Protz. Luxus auf dem Land, Ausstellungsbegleitband, Finsterau 2009 (Schriften süddeutscher Freilichtmuseen 4), S. 193–202.

Krieger, Martin: Tee. Eine Kulturgeschichte, Köln u. a. 2009.

Stahlbusch, Till Alexander: Tafelporzellan und Tischkultur. Vom Barock bis zum Art déco, Augsburg 1998.

Zischka, Ulrike u. a.: Die anständige Lust. Von Esskultur und Tafelsitten, München 1993.

 

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden vergleichen und recherchieren Funktionen von Objekten in verschiedenen Epochen und präsentieren ihre Ergebnisse.

Die Teilnehmenden lernen maximal fünf Exponate kennen. Durch Recherche, Vergleiche und Brainstorming ermitteln sie die ursprüngliche Funktion der Objekte. Gleichzeitig machen sie sich Gedanken darüber, ob ähnliche Objekte heute in gleicher Weise genutzt werden. So werden Unterschiede der Kulturen klar, aber auch Gemeinsamkeiten deutlich. Kleinere Kinder halten ihre Ideen zeichnerisch fest, Ältere präsentieren ihre Ergebnisse auf Tafeln und als Kurzvortrag.

Anwendung auf das Exponat Teekanne

Bretschneider, Friedemann

Die Teilnehmenden reflektieren darüber, weshalb Teekannen und ein entsprechendes Service heutzutage nur noch selten benutzt werden. Hierbei erkennen sie, dass sich die Trink- und Freizeitgewohnheiten der Menschen in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt haben: Statt an einer Teetafel trinken die meisten Menschen ihren Kaffee heute „to go“. Momente, an denen man sich zum gemütlichen Tee- oder auch Kaffeetrinken aus feinen Tassen versammelt, sind selten geworden. Hier bietet es sich an auch über grundsätzliche Veränderungen unseres Lebensstils nachzudenken.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Vermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198-224, hier: S. 203f.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 7,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/
Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen. Merkmale, Ansätze, Formate und Methoden, in: Commandeur, Beatrix u.a. (Hrsg.), Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 173-183, hier: S. 174-175.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Besitzer/in
  • Emotion
  • Erzählung
  • Fantasie
  • Lebenswelt
  • Nutzung
  • Persönlichkeit
  • Situation
  • Zeitlicher Wandel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Damals–heute

Bellaire, Catherine

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-künstlerische Methoden
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen
  • Transferleistung fördern
  • Rechercheergebnisse sprachlich vermitteln
Eignung

Besonders geeignet für kleinere Gruppen von max. 15 Teilnehmern, auch für Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

30-40 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Abbildungen, Literatur, Katalogtexte zur Recherche
Schreib- und Zeichenmaterial
Evtl. Tafel oder Flipchart zur Präsentation der Ergebnisse

Büchert, Gesa

Zwei Teilnehmende entwickeln und präsentieren ein Interview, das mit einem Exponat oder einem erfundenen Experten geführt wird.

Die Fragen beantworten die Teilnehmenden selbst mithilfe von Ausstellungstexten, Aufsätzen und Katalogbeiträgen, Informationen von Fachleuten und einer genauen Untersuchung des Exponats.
Daraus entwickelt das Team einen Dialog in Form eines Interviews einer/es Besuchers/in oder Reporter/in mit einem Objekt oder einem/r Experten/in. 

Anschließend tragen die Teilnehmenden das Interview mit verteilten Rollen der gesamten Gruppe vor. Um die Interviewsituation realistischer zu gestalten, kann ein Mikrofon als Requisite eingesetzt werden. 

Anwendung auf das Exponat Teekanne

Bretschneider, Friedemann

Diese Fragen richten sich an die Teekanne selbst: Was erlebte sie im Laufe ihrer „Lebenszeit“ alles? Wer trank aus ihr? Wie behandelten sie diejenigen, die aus ihr tranken? Wer bevorzugte seinen Tee mit Milch? Wie war es, so lange nicht benutzt zu werden? Würde sie gerne mal wieder mit einem schönen Tee gefüllt werden?
Die Fragen können sich auch an die Besitzer/innen richten: Weshalb ließ der/die ursprüngliche Besitzer/in sein/ihr Monogramm auf die Kanne zeichnen? Wieso verschenkte die Großmutter das Service an ihre Enkelin? Warum verwendeten die Besitzer/innen die Kanne nicht mehr?

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika: Museum-Schule-Bildung, München 2007, S. 167.
Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst+Unterricht 323/324 (2008), S. 45-54, hier S. 54.
Wenzel, Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal anders, Schwalbach 2010, S. 182-187.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Besitzer/in
  • Emotion
  • Erzählung
  • Fantasie
  • Lebenswelt
  • Nutzung
  • Persönlichkeit
  • Situation
  • Zeitlicher Wandel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Objektinterview

Büchert, Gesa

Kategorien

Recherchemethoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Information vermitteln
  • Eigenständige Recherchen fördern
  • Selbständig Exponate erschließen
Eignung

Besonders geeignet für ältere Schüler/innen
Weniger geeignet für Blinde

Zeitbedarf

ca. 30 Min. + Vortrag

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

 

 

 

Material

Ausführliche Informationen zum Exponat
Zettel zum Notieren von Stichpunkten
Evtl. ein Mikrophon

Bley, Britta

Die Teilnehmenden schreiben einen Text im Umfang einer Postkarte.

Dazu nutzen sie ihr z.B. in einer Führung erworbenes Wissen und beziehen Exponate mit ein. 
Die Teilnehmenden versetzen sich in eine Situation, die zum Exponat passt. Sie schreiben aus der Sicht eines Kindes, Vaters, Geschwisters oder Journalisten. So lassen sich Sprachstil, historische Ereignisse, Erfindungen, Gefühle und typische Namen vermitteln. Im Anschluss lesen die Teilnehmenden ihre Postkarten vor und besprechen sie kurz.
 

Anwendung auf das Exponat Teekanne

Bretschneider, Friedemann

Die Teilnehmenden erhalten eine Postkarte und stellen sich vor, dass sie in einem Kaffeehaus/einem Teehaus an einem Ort ihrer Wahl sitzen. Sie verfassen die Postkarte und berichten dem Empfänger der Karte, dass sie sich an diesem Ort befinden, dort eine Tasse Tee trinken, was ihnen währenddessen durch den Kopf geht und was sie bereits erlebt haben.
Alternativ können die Teilnehmenden – zum Beispiel als Abschluss einer Führung – bei einer „Tasse Tee“ einen Postkartentext verfassen, worin sie beschreiben was sie bei dem Museumsbesuch am meisten bewegt hat.

 

Thömmes, Arthur: Die 200 besten Unterrichtsmethoden für die Sekundarstufe. Bewährte Ideen für jede Gelegenheit, Mülheim an der Ruhr 2016, S. 173-184.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Besitzer/in
  • Emotion
  • Erzählung
  • Fantasie
  • Lebenswelt
  • Nutzung
  • Persönlichkeit
  • Situation
  • Zeitlicher Wandel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Postkarte schreiben

Bley, Britta

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Narrative Methoden

Ziele
  • Zusammenhänge selbst erkennen
  • Vermittelte Inhalte festigen
  • Information / Wissen vermitteln
Eignung

Vor allem geeignet für Schulklassen
Alter 10-16 Jahre

Zeitbedarf

10-15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Bleistifte
Blatt Papier oder vorbereitete Postkarten
Karten mit Aufgaben bzw. Rollen verschiedener Personen 

Merthen, Claudia

Werbetexte werden z.B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, "sprechende" Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmenden die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner "Schokoladenseite".

Anwendung auf das Exponat Teekanne

Bretschneider, Friedemann

Einerseits ist eine Teekanne ein Alltagsobjekt, das täglich benutzt wird – andererseits ist sie aber auch ein Gegenstand, den man nur äußerst selten anschafft. Der Kauf einer speziellen Kanne will also wohlüberlegt sein! Die Teilnehmenden verfassen einen Werbetext, in dem sie gerade diese Teekanne als besonders anschaffenswert anpreisen. Zum einen kann die Beschreibung des Objekts im Mittelpunkt stehen, zum anderen kann aber auch auf werbetypische Übertreibungen Wert gelegt werden.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hrsg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a.M. 2003, S. 159-164.

Passende Aspekte
  • Alltagsleben
  • Besitzer/in
  • Emotion
  • Erzählung
  • Fantasie
  • Lebenswelt
  • Nutzung
  • Persönlichkeit
  • Situation
  • Zeitlicher Wandel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Wissen vermitteln
  • Wertung vornehmen
  • Bezüge herstellen
  • In ein Thema einführen
     
Eignung

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet.
Besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit.

Zeitbedarf

20 - 30 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

 

Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte.

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