Parament

Verfasst von: Neuberger, Alexandra

© Domschatz Würzburg
Beispielexponat:

Messgewand des Huttenornats | um 1725

Aus Venedig und Würzburg

Paramente sind die im Kirchenraum und Liturgie verwendeten textilen Gebrauchs- und Schmuckgegenstände, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind. Diese vermutlich in einer venezianischen Werkstatt gefertigte Kasel (Messgewand) ist Teil des sogenannten Huttenornats, von dem u. a. auch Chormantel und weitere liturgische Gewänder und Textilien erhalten sind. Das Messgewand zieren gestickte naturalistische Blüten und Blattwerk in zurückhaltender Farbigkeit auf silbernem Grund. Goldgestickte Borten rahmen die Säume der Kasel ein und strukturieren die symmetrisch angelegte Blüten- und Blattschwünge. Das gestickte Wappen des Fürstbischofs Christoph Franz von Hutten (1725–1729) am unteren Rand wurde nachträglich in Würzburg aufgenäht. Vermutlich wurde das Messgewand anlässlich der Weihe des Fürstbischofs in Auftrag gegeben.

Kandler, Norbert/v. Güldenstubbe, Erik Soder/Schneider, Wolfgang: Kostbarkeiten aus dem Dom zu Würzburg, Würzburg 1990, S. 113 f.

Lenssen, Jürgen (Hg.): Domschatz Würzburg, Regensburg 2002, S. 144 und S. 152 ff.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

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Aspekte

Zielgruppen

Bauereiß, Michael

Museumsobjekte werden mit Hilfe weiterer Exponate oder geeigneter Zusatzmaterialien in ihren ursprünglichen kulturellen oder alltagsgeschichtlichen Zusammenhang gebracht.

Viele Exponate sind ihres ursprünglichen Zusammenhangs beraubt und bleiben für den*die Betrachter*in abstrakt. Der Kontext, die Funktion o. Ä., ist aber für das Verständnis des Objekts wesentlich. Ziel ist es, diese Objekte mittels geeigneter Exponate oder didaktischer Materialien (Abbildungen, Vergleichsobjekte, haptische Gegenstände ...) wieder in ihren ursprünglichen Kontext zu rücken. Eventuell lassen sich Museumsexponate in einem anschließenden Stadtrundgang im originalen Kontext verorten.

Anwendung auf das Exponat Parament

Neuberger, Alexandra

Das Messgewand ist Teil des Ornats für feierliche Hochämter. der*die Vermittler*in erklärt in der Ausstellung mittels originaler Objekte oder Abbildungen die Verwendung und Bedeutung der Obergewänder sowie der dazugehörigen Insignien und Textilien für die Altargegenstände. So erschließt sich den Betrachter*innen die Bedeutung der Paramente in der Liturgie und deren einheitliche Gestaltung. Durch den Vergleich mit anderen Ornaten wird ihnen die Materialität, ästhetische Gestaltung und Farbgestaltung bewusst. der*die Vermittler*in bezieht die regionale Kirchengeschichte (z. B. Fürstbischöfe) ein.

Bauereiß, Michael: Vom Museum in den Stadtraum, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 282–286.

Passende Aspekte
  • Aussehen
  • Beschaffenheit
  • Bestandteile
  • Design
  • Farbigkeit
  • Glaube
  • Materialität
  • Muster
  • Regionaler Bezug
  • Religiöse Bedeutung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Kontextualisierung

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden

Ziele

Zusammenhänge herstellen und verstehen, abstrakte Sachverhalte veranschaulichen

Eignungen

Ab 5 Jahre,
zur Erarbeitung von Wissen und Erfahrung

Zeitbedarf

2–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Abbildungen, Vergleichsobjekte, Repliken etc.

Kasparek, Katrin

Die Details eines Exponates oder einer Objektgruppe werden analysiert und auf großformatigem Papier visuell beschrieben. 

Die Teilnehmer*innen recherchieren über das Exponat oder die Objektgruppe. Anschließend werden die Ergebnisse in Form eines Plakates, also großformatig durch Text und Bild, dargestellt. Beim Beschreibungsplakat liegt der Fokus – im Gegensatz zum klassischen Plakat, das öffentlich ausgehängt eine Botschaft (Werbung, Aufruf o. Ä.) vermitteln soll – darauf, Funktionsweise oder Gesamtzusammenhang des dargestellten Exponates zu erklären.

Anwendung auf das Exponat Parament

Neuberger, Alexandra

Auf einem großformatigen Plakat sind Fotos einiger der in der Ausstellung präsentierten Paramente (z. B. Messgewand, Chormantel, Stola, Kelchvelum) abgebildet. Die Teilnehmer*innen notieren sich zunächst eigene Beobachtungen zu den in Gottesdiensten verwendeten Textilien (Materialität, Aussehen, Verwendung) und ergänzen diese mit Informationen aus den Ausstellungstafeln, Katalogtexten und/oder Ausführungen des/der Vermittler*in. Ziel ist es, die Objektgruppe in ihrem religiösen Zusammenhang zu erfassen und deren künstlerische Gestaltung und kulturelle Bedeutung zu erkennen.

Hinrichs, Carsten: Visualisieren, in: Günther-Arndt, Hilke (Hg.): Geschichts-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II, 2. Aufl., Berlin 2012, S. 236–246.

Passende Aspekte
  • Aussehen
  • Beschaffenheit
  • Bestandteile
  • Design
  • Farbigkeit
  • Glaube
  • Materialität
  • Muster
  • Regionaler Bezug
  • Religiöse Bedeutung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Beschreibungsplakat

Kasparek, Katrin

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-gestalterische Methoden
Transmediale Methoden

Ziele

Inhalt verstehen und präsentieren, Präsentationskompetenz erweitern, auf den Punkt bringen

Eignungen

Gut geeignet für komplexe und kleinteilige Exponate,
nicht geeignet für Blinde,
weniger geeignet für Gruppen mit eingeschränkter Sprachfertigkeit

Zeitbedarf

5–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Großformatiges Papier (mindestens DINA 1), dicke Stifte, Klebstoff, evtl. Bildkopien zum Weiterverarbeiten

Czech, Alfred

Original und Fälschung ist ein Bildvergleich zwischen einem Original und einer manipulierten Variante.

Hier gilt es, Unterschiede zwischen zwei fast identischen Bildern zu entdecken. Im Museum ist das „Original“ z. B. ein Gemälde, die Fälschung eine manipulierte Reproduktion. Der Vergleich fordert hohe Aufmerksamkeit für das gesamte Bildfeld. Die Teilnehmer*innen speichern beide Bilder kurzzeitig im Arbeitsgedächtnis und überlagern diese virtuell. Dabei nehmen sie eine Fülle von Details wahr. Aus der Benennung der Fehler kann sich eine intensive Bildbesprechung entwickeln.

Anwendung auf das Exponat Parament

Neuberger, Alexandra

Das Messgewand (Kasel) ist aufwendig gearbeitet und wurde mit verschiedenen Blüten,- Blatt- und Bandmustern sowie dem Wappen des Fürstbischofs verziert. In einer manipulierten Reproduktion werden Formen, Proportionen, Anzahl der Details und Farben jeweils geringfügig verändert. Die Teilnehmer*innen vergleichen die Abbildung mit dem originalen Exponat und schulen damit ihren Blick für interessante Details in der künstlerischen Ausgestaltung der Kasel. Aus dem Zusammentragen der in der Reproduktion eingebauten „Fehler“ ergibt sich ein Gespräch, u. a. zur Funktion des Paraments.

Czech, Alfred: „Original und Fälschung“. Eine spielerische Form der Bildannäherung, in: gruppe & spiel, Heft 5, 2008, S. 25–29.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 12,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Passende Aspekte
  • Aussehen
  • Beschaffenheit
  • Bestandteile
  • Design
  • Farbigkeit
  • Glaube
  • Materialität
  • Muster
  • Regionaler Bezug
  • Religiöse Bedeutung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Original und Fälschung

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden
Spielerische Methoden

Ziele

Konzentration und Bildgedächtnis fördern, Aufmerksamkeit auf Details lenken

Eignungen

Besonders geeignet für Gruppen mit Sprachproblemen

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Manipulierte Reproduktion

Böhme, Claudia

Nachbilden meint das Abzeichnen oder Rekonstruieren eines Exponats in seiner Gesamtheit auf kreativ-gestalterische Weise. Sie kann jedoch auch nur auf ein Detail gerichtet sein.

Nachbildungen zielen darauf ab, dem Originalobjekt möglichst nahezukommen. Die Teilnehmer*innen können sich beispielsweise in ein Exponat einfühlen, indem sie Kompositionslinien in Kopien einzeichnen oder eine plastische Nachbildung aus Ton oder anderen Materialien kreativ gestalten. Weitere Möglichkeiten des Nachbildens sind lebende Bilder, Kostümierungen und davon Fotografien, Videoaufnahmen und Schnellskizzen. Nachgebildet werden kann auch der Raum, dessen Grundriss mit den Positionen von Figuren oder Objekten geklärt werden kann.

Anwendung auf das Exponat Parament

Neuberger, Alexandra

Die Form des Messgewands und, je nach Altersgruppe der Teilnehmer*innen, auch einige Umrisse von Details werden auf einem Blatt Papier ausgegeben. Die Teilnehmer*innen zeichnen die einzelnen Elemente der Textilie ab und versuchen, der Form- und Farbgestaltung des Gewandes möglichst nahe zu kommen. In der Auseinandersetzung mit den Details der liturgischen Textilie erkennen die Teilnehmer*innen den Detailreichtum, versuchen, die verwendeten Materialien zu erfassen und setzen sich mit der Gesamtgestaltung des Paraments auseinander. 

Czech, Alfred: Geschichte in Kunst dechiffrieren. Bilder der Wirklichkeit - Wirklichkeit  der Bilder, in: GWU 68 (2017), 1–2, S. 75–87, hier S. 85.

Kirschenmann, Johannes/Schulz, Frank: Bilder erleben und verstehen. Einführung in die Kunstrezeption, Leipzig 1999, S. 45–47, hier S. 46.

Passende Aspekte
  • Aussehen
  • Beschaffenheit
  • Bestandteile
  • Design
  • Farbigkeit
  • Glaube
  • Materialität
  • Muster
  • Regionaler Bezug
  • Religiöse Bedeutung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Nachbilden

Böhme, Claudia

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Performative Methoden
Spielerische Methoden

Ziele

Sich mit dem Aufbau eines Exponats vertraut machen, die historische Distanz begreifen

Eignungen

Für Kinder ab 6 Jahren,
das Rekonstruieren dreidimensionaler Objekte eignet sich besonders für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen 

Zeitbedarf

10–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Reproduktionen als Vorlagen, Mal- oder Zeichenutensilien, Schere und Kleber, verschiedene Papiere oder Bildmaterial, Ton oder andere Materialien zum Modellieren

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