© Museen der Stadt Nürnberg / Spielzeugmuseum / Uwe Niklas

Schmiedl, Lena

Bausteinkasten

F. Ad. Richter & Cie

Anker-Steinbaukasten | 1898

Info

In den 1870er-Jahren entwickelten die Brüder Otto und Gustav Lilienthal ganz im Sinne der Fröbel'schen Erziehungstheorie Mineralbausteine. Bereits 1880 mussten die verschuldeten Brüder die Rezeptur ihrer Bausteine an den Unternehmer Friedrich Adolf Richter verkaufen, in dessen Fabrik in Rudolstadt die Produktion bis zur Auflösung im Jahr 1963 lief. Seit 1995 erleben die Ankerbausteine dank der Produktionswiederaufnahme eine Renaissance.
Zur Herstellung wird eine Mischung aus Quarzsand, Kreide, Leinöl und Farbpigmenten in Form gepresst und anschließend getrocknet. Aufgrund dieser Zusammensetzung zeichnen sich die Bausteine durch eine raue Oberfläche und ein relativ hohes Eigengewicht aus, was für bessere Haftung und Statik beim Bauen sorgt.

Hahn, Otto/Hahn, Renate: "Des Kindes liebstes Spiel!". Baukästen - Handel und Werbung, in: Leinweber, Wulf (Hrsg.): Baukästen. Technisches Spielzeug vom Biedermeier bis zur Jahrhundertwende, Wiesbaden 1999, S. 48-81.
Hardy, George: Richter's Anker (Anchor) Stone Building Sets. Richter's Anker-Steinbaukasten. Richter's UNION Blocks. Palmyra, Virginia, 1993.
Noschka, Annette/Knerr, Günter: Bauklötze staunen. Zweihundert Jahre Geschichte der Baukästen, München 1986, S. 51-61.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Feuchtmayr, Andrea

Konstruktion meint das kreative zwei- oder dreidimensionale Gestalten ausgehend von einem Exponat.

Anders als die Rekonstruktion, das Nachgestalten eines Exponats, zielt die Konstruktion auf das eigene kreative Gestalten ab. Die Auseinandersetzung mit dem Exponat und Erfahrungen, die hierbei gemacht werden, werden kreativ umgesetzt und das Verständnis auf diese Weise vertieft. 
Als vorbereitende Methode erhalten die Teilnehmenden einen Gestaltungsauftrag bevor sie das Objekt sehen, sammeln dabei selbst gestalterische Erfahrungen und vergleichen dann die eigenen zwei- oder dreidimensionalen Entwürfe mit dem Exponat. Es eignen sich besonders Materialien, die einfach zu handhaben sind.

Anwendung auf das Exponat Bausteinkasten

Schmiedl, Lena

Nach einer Kurzvorstellung des Bausteinkastens stellt der/die Vermittler/in den Teilnehmenden eine Kiste mit entsprechenden Bausteinen zur Verfügung. In Kleingruppen sollen sie entweder vollständig frei oder nach einem bestimmten Stichwort (z.B. "Schloss") eine Konstruktion zusammenstellen.

Busse, Klaus-Peter: Lernbox Kunst. Das Methodenbuch, Seelze 2002, S. 82.
Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.
Reich, Kersten: Konstruktivistische Didaktik. Lehr- und Studienbuch mit Methodenpool, 4. Aufl., Weinheim und Basel 2008, S. 138 f.
Kohl, Mary-Ann F.: Die Kunst-Ideen-Kiste für Kinder. Kreativ experimentieren mit neuen Techniken, Mülheim an der Ruhr 2005, S. 96 f., 134.
Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 17, 39, 46, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Überblick Konstruktion

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Visuell-künstlerische Methoden
Transmediale Methoden

Ziele
  • Kreativität fördern
  • Gestalterische Erfahrungen ermöglichen
  • Wahrnehmung schulen
  • Teilnehmende aktivieren 
Eignung

Wichtig: Gestaltungsaufgaben altersspezifisch abstimmen, einfach zu handhabende Materialien und für das Museum unbedenkliche Materialien verwenden

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papierdraht, Metallfolien-, Papierstreifen für dreidimensionales Gestalten
Papier-, Moosgummiformen als Legematerial
Papier, Stifte, Unterlagen für Zeichenaufgaben

Kisser-Priesack, Gabriele

Die Teilnehmenden bauen nach genauer Betrachtung des Exponats und mit Hilfe einer schematischen Vorgabe das Objekt nach.

Eine Abbildung oder ein Modell, passend zum Exponat, werden zusammen mit dem benötigten Material an die Gruppen verteilt. Die Teilnehmenden bauen selbstständig ein vereinfachtes Modell des Exponats zusammen. Dadurch können die Zusammensetzung und Wirkung z.B. einer Maschine erfahren werden. 

Anwendung auf das Exponat Bausteinkasten

Schmiedl, Lena

Nach einer kurzen Einführung zu den Bausteinen verteilt der/die Vermittler/in je nach Alter der Teilnehmenden einfache oder kompliziertere Bauvorlagen an Einzelne oder Kleingruppen (wenn möglich, kann auf Originalvorlagen zurückgegriffen werden). Zu jeder Bauvorlage werden die entsprechend benötigten Bausteine ausgegenem. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, eignen sich "falsche" Bausteine, die sich im Baukasten befinden. In einem Schnelligkeitswettbewerb versuchen die Teilnehmenden, die 2D-Vorlage mit den Bausteinen in 3D zu rekonstruieren.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 212 und 214.

Menger, Julia: Lastentransport mit einfachen mechanischen Maschinen. Didaktische Rekonstruktion als Beitrag zum technischen Sachunterricht in der Grundschule, Band 30, Oldenburg 2010, S. 21-28.

Arnold, Nick: Räder, Hebel und Schrauben: Technik einfach gut erklärt-Tolle Maschinen zum Selberbauen, Hamburg 2013, S. 12-14.

Überblick Nachbau nach Vorgabe

Kisser-Priesack, Gabriele

Kategorien

Haptische Methoden

Ziele
  • Objekt und Anleitung genau betrachten, lesen und verstehen
  • Selbstständig arbeiten
  • Eigene Erfahrungen machen
Eignung

Besonders geeignet für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren.

Zeitbedarf

10 - 20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Für die Anleitung: laminierte Abbildung oder robustes Modell. 
Für den Nachbau: Materialien aus dem Alltag wie Schnüre, Karton, Schrauben, Karabiner usw.

Czech, Alfred

Beim Sinne-Check werden mehrere Methoden vermischt, um alle fünf Sinne - sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen - anzusprechen.

Die Vermittler/innen animieren die Teilnehmenden zu formulieren, welche Empfindungen der Anblick eines Museumsobjekts auf anderen Sinneskanälen hervorruft: Geräusche, Geschmacksempfindungen, Gerüche und Tastreize.
Oft arbeitet die synästhetische Vermittlung auch mit realen Sinneseindrücken. Die Teilnehmenden bekommen vor einem Objekt etwas zu hören, zu schmecken, zu riechen und zu fühlen (MP3-Player, Kostproben, Riechfläschchen, Fühlboxen). Diese sinnlichen Reize werden an das Objekt herangetragen und damit verglichen.

Anwendung auf das Exponat Bausteinkasten

Schmiedl, Lena

Zum Einstieg gibt der/die Vermittlerin für die Teilnehmenden mehrere Fühlboxen herum, und diese ertasten den Inhalt. Jede Box enthält einen Baustein anderer Materialität.
Anschließend werden Fragen gestellt: Wie fühlt es sich an? Gibt es eine Gemeinsamkeit bzw. um welches Spielgerät könnte es sich handeln? Was unterscheidet den Inhalt der Boxen?
Vor dem Exponat wird im gemeinsamen Gespräch der ausgestellte Bausteinkasten der entsprechenden Fühlbox zugeordnet und begründet.

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum, Schule, Bildung: Aktuelle Diskurse, innovative Modelle, erprobte Methoden, München 2007, S. 169 - 179, hier: S. 171.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 4, 11, 19, 20, 22, 28, 34, 65,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Überblick Sinne-Check

Czech, Alfred

Kategorien

Spielerische Methoden
Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge

Ziele
  • Mehrdimensionale, unkonventionelle und individuelle Objektzugänge schaffen
  • Wahrnehmung mit den unterschiedlichen Sinnen fördern
Eignung

Besonders geeignet für den Einstieg in eine Führung für bildungsferne Gruppen

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Je nach Exponat, z.B. MP3-Player, Kostproben, Riechfläschchen, Fühlboxen

Merthen, Claudia

Werbetexte werden z.B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, "sprechende" Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmenden die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner "Schokoladenseite".

Anwendung auf das Exponat Bausteinkasten

Schmiedl, Lena

Die Teilnehmenden sollen einzeln oder in Kleingruppen einen kurzen Werbetext für den Bausteinkasten erstellen. Gezielt sollen sie nach Alleinstellungsmerkmalen des Exponats und nach möglichen Werbemethoden fragen.
Zudem wird im Vergleich mit Originalwerbetexten der kulturgeschichtliche Hintergrund erörtert.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hrsg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a.M. 2003, S. 159-164.

Überblick Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Wissen vermitteln
  • Wertung vornehmen
  • Bezüge herstellen
  • In ein Thema einführen
     
Eignung

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet.
Besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit.

Zeitbedarf

20 - 30 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

 

Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte.

Böhme, Claudia

Der Zeitstrahl ist eine räumlich-anschauliche Darstellung abstrakter historischer Zeitverläufe.

Auf einer meist waagerechten Geraden werden Jahreszahlen eingetragen. Historische Zeiträume von besonderem Interesse können markiert und wichtige Ereignisse hervorgehoben werden. Texte, Bilder oder Karten erläutern die Darstellung zusätzlich.

Neben dem chronologischen Ansatz bietet die Methode die Möglichkeit einen Bezug zur Familiengeschichte der Teilnehmenden herzustellen, indem diese eigenen Lebensdaten und die ihrer Angehörigen einbringen. Persönliche und allgemeine Geschichte werden so verknüpft.

Anwendung auf das Exponat Bausteinkasten

Schmiedl, Lena

Auf einem großformatigen Zeitstrahl soll - stellvertretend für den Baukasten - ein einzelner Baustein nach seiner Entstehungszeit oder Blütezeit verortet werden. Nach dieser ersten Annäherung an das Exponat werden weitere Bausteine verschiedenster Materialität (Holz, Metall, Plastik, …) ausgeteilt und auf dem Zeitstrahl verortet. Die Einbettung des Exponats in einen weiteren Kontext kann so zum Ausgang der Frage nach dem kulturgeschichtlichen Hintergrund von Materialverwendung im Spielbereich werden.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 73,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/
Sauer, Michael: Zeitleiste, in: Mayer, Ulrich u.a. (Hrsg.): Wörterbuch Geschichtsdidaktik. 2. überarb. und erw. Aufl., Schwallbach/Ts.2009, S. 201 f.
Sauer, Michael: Die Zeitleiste, in: Pandel, Hans-Jürgen / Schneider, Gerhard (Hrsg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2007, S. 197-210.

Überblick Zeitstrahl

Böhme, Claudia

Kategorien

Transmediale Methoden
Assoziative Methoden

Ziele
  • Überblick zur zeitlichen Orientierung vermitteln
  • Langfristige historische Zeitverhältnisse und Zeitabläufe verdeutlichen
  • Geschichtliche Vorgänge verorten
Eignung

Geeignet für Menschen jeden Alters, besonders für Kinder ab 8 Jahren

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Zeichenkarton, Stifte, Kleber, Schere
Auswahl an Texten, Bildern, Fotos, Grafiken usw. zur Illustration der Zeitleiste

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