© Rheinisches Bildarchiv Köln, rba_c015392

Fehrenbach, Corinna

Glastrinkgefäß

Hersteller unbekannt, Monschau, gefunden 1931 in der Burg Montjoie (Eifel)

Becher auf Fuß mit Nuppendekor | 1546/1550

Info

Das hellgrüne pokalähnliche Glastrinkgefäß hat einen umgedrehten trichterförmigen Fuß mit umgeschlagenem Rand und feinem umlaufendem Spiralfaden. Der darauf sitzende trichterförmige Becher ist im unteren Wandungsteil mit einer Doppelreihe von Nuppen versetzt. Das Glas erinnert an einen Kohlstrunk, daher nannte man es im Mittelalter "Krautstrunk". Für die deutschen Erzeugnisse der Waldglashütten um 1500 war dieses Nuppendekor besonderes charakteristisch. 
Durch die eisenhaltigen Verunreinigungen der Rohmasse hat sich das Glas grünlich verfärbt. Im Gegensatz zu den Venezianern kannten die deutschen Glasmacher des Spätmittelalters und der Neuzeit das Geheimnis der Glasentfärbung noch nicht.

Klesse, Brigitte: Museum für Angewandte Kunst Köln. Querschnitt durch die Sammlungen, Köln 1989, S. 22.
Klesse, Brigitte: Glas (Kataloge des Kunstgewerbemuseums Köln, Bd. I), 2. erweiterte Auflage, Köln 1963.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen

Czech, Alfred

Fragen vor und zu den Exponaten legen die Charakteristika, Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge durch die Anschauung des Objekts offen.

Fragen sind so zu stellen, dass es die Teilnehmenden reizt, sie zu beantworten. Lassen sich die Fragen aus der Betrachtung der Exponate beantworten? Bauen sie aufeinander auf, und folgen sie einem roten Faden? Treffen sie das Anspruchsniveau der Gruppe? Offene Fragen und Vergleiche ermöglichen es, Bilder und Objekte mit eigenen Augen und Worten zu entdecken. Vermittler/innen kommen dabei ohne Hintergrundwissen der Teilnehmenden aus, können sich aber auch gezielt auf deren Vorwissen beziehen.

Anwendung auf das Exponat Glastrinkgefäß

Fehrenbach, Corinna

In einem Frage-Ratespiel werden die Antworten bzw. ein kollektives Wissen am Exponat spielerisch zusammengetragen: Was für ein Material ist das? Wie ist das Glas wohl gemacht? Woher kommt dieses Glas? Durch genaues Beobachten und Beschreiben - woraus sich oft die Fragen ergeben - werden die Besonderheiten des Werkstoffs Glas gemeinsam ermittelt. Des Weiteren erhalten die Teilnehmenden Informationen über die Eigenschaften mittelalterlichen Glases (Material, Technik etc.). Zum Schluss vergleichen sie es mit heutigem Glas.

Czech, Alfred/Wagner, Ernst (Hrsg.): "Ins Museum", in: Kunst+Unterricht, Heft 323/324, 2008, S. 48.

Überblick Fragen stellen

Czech, Alfred

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Aus Wahrnehmungen Wissen generieren
  • Unbewusstes Wissen aktivieren
  • Eigene Wahrnehmungskriterien entwickeln
Eignung

Als leitende Methode besonders geeignet für Schulklassen und Jugendliche

Zeitbedarf

5-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Ggf. Fragekarten

Bauereiß, Michael

Museumsobjekte werden mit Hilfe weiterer Exponate oder geeigneter Zusatzmaterialien in ihren ursprünglichen kulturellen oder alltagsgeschichtlichen Zusammenhang gebracht.

Viele Exponate sind ihres ursprünglichen Zusammenhangs beraubt und bleiben für den Betrachter abstrakt. Der Kontext, die Funktion o.Ä., ist aber für das Verständnis des Objekts wesentlich. Ziel ist es, diese Objekte mittels geeigneter Exponate oder didaktischer Materialien (Abbildungen, Vergleichsobjekte, haptische Gegenstände...) wieder in ihren ursprünglichen Kontext zu rücken. Eventuell lassen sich Museumsexponate in einem anschließenden Stadtrundgang im originalen Kontext verorten.

Anwendung auf das Exponat Glastrinkgefäß

Fehrenbach, Corinna

Der/die Vermittler/in erzählt den Teilnehmenden die Bedeutung und Auswirkung dieses Werkstoffs. Mit Hilfe von technischen Zeichnungen wird die 7000-jährige Geschichte des Glases visuell vorgestellt. Die Teilnehmenden bekommen so eine Vorstellung davon, welchen Stellenwert das Trinkglas, als auch Glas generell, in den verschiedensten Kulturen und gesellschaftlichen Schichten hatte. Ihnen soll bewusst werden, dass Glas nur durch den kulturellen Austausch zu einer der wichtigsten Erfindungen der Menschheit wurde. Weitere Gläser aus verschiedenen Kulturen und Zeiten kommen zur Geltung.

Bauereiß, Michael: Vom Museum in den Stadtraum, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 282 - 286.

Überblick Kontextualisierung

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden

Ziele
  • Zusammenhänge herstellen und verstehen
  • Abstrakte Sachverhalte veranschaulichen
Eignung

Ab 5 Jahren
Zur Erarbeitung von Wissen und Erfahrung

Zeitbedarf

2-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Abbildungen, Vergleichsobjekte, Repliken etc.

Böhme, Claudia

Das Leben in der Vergangenheit wird zu Unterhaltungs-, Vermittlungs- oder Forschungszwecken vor authentischer Kulisse durch Darstellende nachgespielt.

Die Darstellenden von Living History versuchen mit dem Wissen über vergangene Zeiten das Leben einer Person oder Gruppe möglichst authentisch für sich nachzuerleben. Sie sind häufig in Vereinen organisiert und treten zum Beispiel in Freilichtmuseen auf. Besucher/innen können in die Vorstellung einbezogen werden. Sie können mit den Darstellenden in Dialog treten oder sogar zum Mitspielen aufgefordert werden. So werden die Besucher/innen mehr oder weniger Teil des Spiels, das ihnen zwar eine Illusion, aber nie ein wirklich authentisches Bild der Vergangenheit vermitteln kann.

Anwendung auf das Exponat Glastrinkgefäß

Fehrenbach, Corinna

Die Teilnehmenden erleben z.B. die Geschichte des Burglebens um 1550 in Deutschland durch die Inszenierung des Museumsraumes mit Ausstattungsgegenständen und Möbeln aus dem mittelalterlichen Burgleben. Der/die Vermittlerin liefert Hintergrundinformationen, damit können die Teilnehmenden, Stimmungen, wie bei einem Besuch bei Hofe, nachempfinden. Vorbereitete Textauszüge eines mittelalterlichen Gedichtes und eines Trinkliedes werden an die Teilnehmenden verteilt, die diese vorlesen. Besonders eignet sich diese Methode als Einstieg zu einer Führung.

Pleitner, Berit: Kundschafter in einer anderen Welt? Überlegungen zur Funktion der Emotionen in Living-History-Darstellungen, in: Brauer, Juliane / Lücke, Martin (Hrsg.): Emotionen, Geschichte und historisches Lernen. Göttingen 2013, S. 223-238.
Wunsch, Andreas: Living History, in: Mayer, Ulrich u.a. (Hrsg.): Wörterbuch Geschichtsdidaktik, 2. Überarb. und erw. Aufl., Schwallbach/Ts.2009, S. 133 f. 
Senecheau, Miriam / Samida, Stefanie: Living History als Gegenstand Historischen Lernens. Begriffe – Problemfelder – Materialien, Stuttgart 2015, hier S. 38-47.
Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen - Fachkräfte der Museumspädagogik und anderer Disziplinen, in: Commandeur, Beatrix / Kunz-Ott, Hannelore / Schad, Karin (Hrsg.): Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 184-192, hier S. 189 f.

Überblick Living History

Böhme, Claudia

Kategorien

Performative Methoden
Emotionale Zugänge

Ziele
  • Historische Zusammenhänge veranschaulichen
  • Eine historische Episode nachempfinden
  • Empathie erzeugen
Eignung

Eignet sich besonders für Kinder ab 10 Jahren, Jugendliche und Erwachsenengruppen

Zeitbedarf

30-60 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Je nach Ziel: Kleidungsstücke, Requisiten

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