Foto: Museen der Stadt Nürnberg / Spielzeugmuseum / Uwe Niklas

Schmiedl, Lena

Puppe

Firma Kämmer und Reinhardt

Charakterkopfpuppe "Gretchen" 1909

Info

Kurz nach der Wende zum 20. Jahrhundert bildeten reformpädagogische Bestrebungen den Ausgang, den vorherrschenden idealisierten Puppentyp durch neue Gestaltungsformen realistischer und für Kinder ansprechender zu gestalten. Die Firma Kämmer & Reinhardt ließ sich im Laufe dieser Bestrebungen die sogenannte „Charakterpuppe“ patentieren. Nicht nur natürlichere Proportionen, sondern ein ausdrucksstarkes Gesicht zeichnen diesen Puppentyp aus. Ihr Ausdruck soll dabei entweder zur fantasievollen Interpretation oder zur unmittelbaren Reaktion des Kindes anregen. Bei der Umsetzung dieses Ziels bediente man sich deshalb realer Vorbilder.
Das 1909 entstandene „Gretchen“ erfreute sich großer Beliebtheit, andere Charakterpuppen Kämmer & Reinhardts standen wiederum in der Kritik „zu individuell“ zu sein.

Ernst, Antje/Ernst, Mathias: Puppen. Kultobjekt, Kinderspiel, Sammlerstück, München 1999, S. 78-84.

Langer, Christa: Charakterpuppen. Vom Porträt zum Modell, Duisburg 1993, S. 6-27.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden richten beliebige Fragen an ein Ausstellungsobjekt. Der/die Vermittler/in antwortet darauf aus der Sicht des Objekts in Ich-Form.

Der/die Vermittler/in benötigt ein umfassendes Wissen über das Exponat. Denn die Interessen und Fragen der Teilnehmenden lenken dessen Erschließung. Sie bestimmen die thematischen Schwerpunkte, die Intensität und die Dauer des Gesprächs.

Bei der Analyse von Kunstwerken oder Abbildungen, bietet sich eine Variante der Methode an: Der/die Vermittler/in kann, statt die Rolle eines Objektes zu übernehmen, als Künstler/in, Expert/in oder abgebildete Person auftreten.

Anwendung auf das Exponat Puppe

Schmiedl, Lena

Eine Puppe als menschenähnliches Spielzeug bietet sich durch einen emotionaleren Zugang ganz besonders als "Gesprächspartner" an.
Um in die Thematik einzuführen, wird die Gruppe aufgefordert, Fragen an das Exponat zu stellen, die von dem/der Vermittler/in in der Ich-Form beantwortet werden. 
Dank simpler Fragen an die Puppe - nach ihrem Namen, Alter o.Ä. - findet die Gruppe schnell Zugang zum Exponat und kann in tiefere kulturgeschichtliche Zusammenhänge einsteigen.

Czech, Alfred: Führung - Führungsgespräch - Gespräch, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum - Schule - Bildung, München 2007, S. 161f.

Überblick Gespräch mit einem Exponat

Büchert, Gesa

Kategorien

Narrative Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Das Exponat umfassend erschließen
  • Kontextualisieren
  • Teilnehmer aktivieren
Eignung

Besonders gut geeignet für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche sowie für Erwachsene
Weniger geeignet für kleinere Kinder

Zeitbedarf

ca. 15-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden suchen in einem Text über ein zuvor behandeltes Exponat nach gezielt eingebauten Fehlern.

Sie suchen nach diesen Fehlern und korrigieren den Text. Anschließend werden die Fehler mit dem/der Vermittler/in besprochen. 
Durch das Einbauen von offensichtlicheren oder weniger offensichtlichen Fehlinformationen lässt sich das Niveau des Lügentextes variieren. 

Lügentexte können auch von einzelnen Teilnehmenden einer Gruppe entwickelt und anschließend von anderen Teilnehmenden verbessert werden. 
Die Korrektur des Textes kann als Wettbewerb zwischen mehreren Kleingruppen erfolgen.

Anwendung auf das Exponat Puppe

Schmiedl, Lena

Einzeln oder in Kleingruppen lösen die Teilnehmenden einen ausgedruckten Lügentext zum Thema "Puppe". Im Anschluss besprechen sie ihn.
Die Teilnehmenden erhalten oder erraten Hinweise über die Korrektheit der Informationen im Erscheinungsbild der Puppe, der Exponatsbeschreibung, in einem zusätzlichen kurzen Text.
Jüngere Teilnehmende fühlen sich angesprochen, indem die Geschichte des Exponats in Ich-Form erzählt wird und die Puppe - wenn nicht schon vorhanden - einen Namen erhält.

Meyerhoff, Juliane / Brühl, Christoph: Fachwissen lebendig vermitteln. Das Methodenhandbuch für Trainer und Dozenten, 3. Aufl., Wiesbaden 2015, S. 194.

Überblick Lügentext

Büchert, Gesa

Kategorien

Narrative Methoden

Ziele
  • Über Sachverhalte Zusammenhänge intensiv nachdenken
  • Wissen sichern und festigen
  • Wertung vornehmen 
Eignung

Besonders geeignet für Schülerinnen und Schüler

Zeitbedarf

ca. 10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Text mit fehlerhaften Sachinformationen, Stift

Merthen, Claudia

Die Teilnehmenden ergänzen unvollständige Objekte in Einklang mit Material, Technik und zeitgenössischem Handwerk und rekonstruieren sie damit.

Die Teilnehmenden erschließen sich den Zustand des Exponats durch genaues Betrachten. Der/die Vermittlerin liefert ihnen dabei Informationen zu Material, Technik und kulturgeschichtlichem Hintergrund. Auf dieser Grundlage rekonstruieren sie das ursprüngliche Aussehen des Exponats möglichst realitätsgetreu durch mündliche oder schriftliche Beschreibung, Zeichnung (z.B. mit Bleistift, Buntstift, Wachskreide, Wasserfarben) oder selbstständige gegenständliche Formung (z.B. mit Ton, Gips, Pappmaschee). Anschließend kann diese Rekonstruktion durch die Teilnehmenden vorgestellt werden.

Anwendung auf das Exponat Puppe

Schmiedl, Lena

Ein Teilbereich der Puppe (z.B. nur das Gesicht) wird auf einem Blatt ausgedruckt und an die Teilnehmenden ausgeteilt. Diese sollen nun mit Farbstiften das Puppenbruchstück wieder zu einem Ganzen vervollständigen. Im Anschluss klären alle gemeinsam vor dem Exponat Fragen nach dem wahren Aussehen der Puppe und warum manche Dinge beim Original und den entstandenen Bildern übereinstimmen und sich andere unterscheiden.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014. S. 198-224, hier S. 212.

Überblick Rekonstruktion

Merthen, Claudia

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Wissen vermitteln
  • In ein Thema einführen
  • Museum verstehen
  • Sich intensiv mit einem Exponat auseinandersetzen
Eignung

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet.

Zeitbedarf

15 - 60 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier, Unterlagen, Stifte (Bleistifte, Buntstifte, Wachskreiden, Wasserfarben), zusammensetzbare und formbare Materialien (wie Ton, Gips, Pappmaschee), Abbildungen

Bauereiß, Michael

Die Teilnehmenden erhalten Karten, auf die ausgewählte Substantive, Verben oder Adjektive geschrieben sind, die zum Exponat oder Thema passen.

Damit formulieren sie einen vollständigen Satz mit Bezug zum Exponat. Hierdurch werden die Teilnehmenden auf Details aufmerksam und lenken zugleich den Blick der übrigen Gruppenteilnehmenden. Je nach Wortart können Gegenstände, Eigenschaften,Tätigkeiten oder Emotionen für die Betrachtenden erschlossen werden.
Auch beim Spracherwerb im Museum dienen Wortkarten der sprachlichen Vertiefung des Gesehenen und Erlebten.

Anwendung auf das Exponat Puppe

Schmiedl, Lena

Der/die Vermittler/in verteilt vor dem Exponat Karten mit Wörtern, die zu einer Auseinandersetzung mit dem Exponat anregen. Dabei stellt er/sie gezielt Fragen zur Puppe, um die Ideenfindung zu unterstützen. Wie sieht die Puppe aus? Welche Kleidung, welche Farben trägt sie? Gefällt sie dir/Ihnen? Ist sie traurig, fröhlich?
Anhand der getroffenen Aussagen werden im Anschluss die Besonderheiten der Puppe von dem/der Vermittler/in erläutert.
Die Methode eignet sich besonders zum Spracherwerb. Je nach Sprachlerngruppe fallen die ausgelegten Wortkarten einfacher oder anspruchsvoller aus.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum. Mülheim an der Ruhr 2001, S. 51.

Überblick Wortkarten

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • In ein Thema einführen
Eignung

Besonders geeignet für den Einstieg der Objektbetrachtung oder zur Einführung in ein Thema
Geeignet ab 9 Jahren
Zum Spracherwerb ab 7 Jahren

Zeitbedarf

5-15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Vorbereitete Wortkarten

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