© VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Isenberg, Julia

Relief

Lothar Fischer, Germersheim/Pfalz

Wagenlenker | 1962

Info

Das querformatige monumentale Relief besteht aus sechs gleich großen quadratischen Teilen. Die Stoßkanten sind deutlich zu erkennen und nicht zuletzt durch die Herstellungstechnik des Betongusses bedingt. Am linken Bildrand ist eine stehende Figur offensichtlich mit Helm auf einem einachsigen Wagen zu sehen, der von vier Pferden gezogen wird. Die voneinander überlagerten und miteinander verwobenen Tierkörper sind in Bewegung. Die farblichen Hervorhebungen in Schwarz und Rot verklammern die kaum mehr unterscheidbaren Verflechtungen der Details. Im Gegensatz dazu ist der Hintergrund nicht näher definiert und zeigt eine plane Betonfläche. Die gesamte Darstellung ist reduziert und vereinfacht.

Dornacher, Pia: Museum Lothar Fischer, München 2004, S. 36-39.

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Feuchtmayr, Andrea

Materialproben ermöglichen es, Materialeigenschaften eines Exponats zu erkunden.

Die Proben machen das Exponat erfahrbar, da in der Regel aus konservatorischen Gründen Museumsobjekte nicht berührt werden dürfen. Erhalten die Teilnehmenden Materialproben in die Hand, erleben sie haptisch Materialeigenschaften wie Oberflächenstruktur, Härte, Form, Gewicht oder auch Klang eines Materials. Der Einsatz von mehreren Materialproben ist sinnvoll, um im Vergleich besondere Eigenschaften und Unterschiede noch deutlicher zu erkennen. Auch bildlich dargestellte Materialien werden durch reale Materialproben "begreifbar".

Anwendung auf das Exponat Relief

Isenberg, Julia

Wie entsteht ein Relief, aus welchem Material ist es gemacht? Zur Veranschaulichung sind Materialproben geeignet. Ausgewählte Vorstudien, Skizzen und Materialien mit dem jeweiligen Werkzeug können gezeigt werden, die das Ausgangsmaterial, die Bearbeitungsschritte und das Endprodukt dokumentieren. Je nach Alter und Material können Teilschritte im Herstellungsprozess auch vor Ort nachgestellt werden: z.B. Reliefguss. Dadurch wird der Unterschied von einem Relief zu einem vollplastischen Objekt begreifbar. Der Aufwand des Herstellungsprozesses lässt sich für die Besucher nun abschätzen.

Busse, Klaus-Peter: Bildumgangsspiele: Kunst unterrichten, Dortmund 2004, S. 87.
Seitz, Rudolf: Phantasie & Kreativität. Ein Spiel-, Nachdenk- und Anregungsbuch, München 1998, S. 56.
Bezirk Oberfranken (Hrsg.): Musbi. Museum bildet. Methodenkärtchen, Bayreuth 2014.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 37, 47, 66, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/ 

Überblick Materialproben

Feuchtmayr, Andrea

Kategorien

Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Sinnesorientierte Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Materialeigenschaften eines Exponats erschließen
  • Informationen haptisch vermitteln
  • Teilnehmende aktivieren 
Eignung

Nur für das Museum unbedenkliche Materialproben verwenden
Bei Geschmacksproben allergische Reaktionen bedenken
Altersspezifische Auswahl

Zeitbedarf

5-10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Verschiedene Stoffe, Holzarten, Metalle, Steine, Kunststoffe, Pigmente, Gewürze etc.
Verschiedene Holzverbindungen, Farbaufträge, Materialbearbeitungen etc.

Böhme, Claudia

Nachbilden meint das Abzeichnen oder Rekonstruieren eines Exponats in seiner Gesamtheit auf kreativ-gestalterische Weise. Sie kann jedoch auch nur auf ein Detail gerichtet sein.

Nachbildungen zielen darauf ab, dem Originalobjekt möglichst nahezukommen. Die Teilnehmenden können sich beispielsweise in ein Exponat einfühlen, indem sie Kompositionslinien in Kopien einzeichnen oder eine plastische Nachbildung aus Ton oder anderen Materialien kreativ gestalten. Weitere Möglichkeiten des Nachbildens sind lebende Bilder, Kostümierungen und davon Fotografien, Videoaufnahmen und Schnellskizzen. Nachgebildet werden kann auch der Raum, dessen Grundriss mit den Positionen von Figuren oder Objekten geklärt werden kann.

Anwendung auf das Exponat Relief

Isenberg, Julia

Um sich der Besonderheit der plastischen Formen und der Bildorganisation in einem Relief klar zu werden, empfiehlt sich das Zeichnen eines groben Höhenprofils mit Textmarkern. Die Teilnehmenden erhalten Klemmbrett, Papier und mindestens drei verschieden farbige Textmarker. Jede Farbe entspricht Elementen, die sich auf der gleichen räumlichen Ebene befinden. Dabei kommt es nicht auf Genauigkeit oder Vollständigkeit an. Nicht die Konturlinien sind entscheidend, sondern die Flächen. Im Anschluss können so die Gattungsgrenzen Malerei, Relief und Vollplastik aufgezeigt werden.

Czech, Alfred: Geschichte in Kunst dechiffrieren. Bilder der Wirklichkeit - Wirklichkeit  der Bilder, in: GWU 68 (2017), 1-2, S. 75-87, hier S. 85.
Kirschenmann, Johannes / Schulz, Frank: Bilder erleben und verstehen. Einführung in die Kunstrezeption, Leipzig 1999, S. 45-47, hier S. 46.

Überblick Nachbilden

Böhme, Claudia

Kategorien

Visuell-künstlerische Methoden
Performative Methoden
Spielerische Methoden

Ziele
  • Sich mit dem Aufbau eines Exponats vertraut machen
  • Die historische Distanz begreifen
Eignung

Für Kinder ab 6 Jahren
Das Rekonstruieren dreidimensionaler Objekte eignet sich besonders für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen 

Zeitbedarf

10-30 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Reproduktionen als Vorlagen, Mal- oder Zeichenutensilien, Schere und Kleber, verschiedene Papiere oder Bildmaterial, Ton oder andere Materialien zum Modellieren

Merthen, Claudia

Die Teilnehmenden ergänzen unvollständige Objekte in Einklang mit Material, Technik und zeitgenössischem Handwerk und rekonstruieren sie damit.

Die Teilnehmenden erschließen sich den Zustand des Exponats durch genaues Betrachten. Der/die Vermittlerin liefert ihnen dabei Informationen zu Material, Technik und kulturgeschichtlichem Hintergrund. Auf dieser Grundlage rekonstruieren sie das ursprüngliche Aussehen des Exponats möglichst realitätsgetreu durch mündliche oder schriftliche Beschreibung, Zeichnung (z.B. mit Bleistift, Buntstift, Wachskreide, Wasserfarben) oder selbstständige gegenständliche Formung (z.B. mit Ton, Gips, Pappmaschee). Anschließend kann diese Rekonstruktion durch die Teilnehmenden vorgestellt werden.

Anwendung auf das Exponat Relief

Isenberg, Julia

Zur Klärung eines Reliefs erhält jede/r Teilnehmende Papier und Stift; möglichst je einen anderen Stift der gleichen Farbe: z.B. Blei-/Grafitstift, Kohle, Kreide, Stabilo etc. Das hat einen ästhetischen, keinen funktionalen Einfluss auf das Endprodukt. Jede/r wählt sich einen Gegenstand vom Relief aus, den er/sie als Konturlinie auf sein/ihr Blatt überträgt. Danach wird das Blatt weitergegeben und reihum um einen weiteren Gegenstand ergänzt. Zusammenhänge, Formensprache und Darstellungsabsicht können geklärt werden.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014. S. 198-224, hier S. 212.

Überblick Rekonstruktion

Merthen, Claudia

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Wissen vermitteln
  • In ein Thema einführen
  • Museum verstehen
  • Sich intensiv mit einem Exponat auseinandersetzen
Eignung

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet.

Zeitbedarf

15 - 60 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier, Unterlagen, Stifte (Bleistifte, Buntstifte, Wachskreiden, Wasserfarben), zusammensetzbare und formbare Materialien (wie Ton, Gips, Pappmaschee), Abbildungen

Czech, Alfred

Beim Vergleich werden die Teilnehmenden auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten aufmerksam.

Ohne Vorwissen können die Teilnehmenden aus ihrer Wahrnehmung heraus zu den wichtigsten Erkenntnissen kommen. Dabei schult der Vergleich die Differenzierung der Wahrnehmung. Je nach Art des Vergleichs fokussiert er die Aufmerksamkeit auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten. Je ähnlicher sich die Vergleichsobjekte im Museum sind, desto mehr "Feinheiten" entdecken die Teilnehmenden.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an: zum einen der Vergleich von Originalen, zum anderen der Vergleich von Originalen und Reproduktionen.

Anwendung auf das Exponat Relief

Isenberg, Julia

Für den Vergleich beim Relief sind vor allem Vorbilder und Einflüsse geeignet, die den Urheber bei der Gestaltung geleitet haben.
 
Die Kontextualisierung mit realen Gegenständen eignet sich besonders bei Menschen mit Demenz, weil sie mögliche Anknüpfungspunkte an eine eigene, erlebte Wirklichkeit und erinnerte Kindheit darstellen.

Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 204.

Überblick Vergleich

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Differenziert wahrnehmen
  • Beobachtungskriterien anwenden
  • Kriterien entwickeln
  • Wertungen vornehmen
Eignung

Besonders geeignet für Schüler/innen ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Eventuell Reproduktionen, wie Abbildungen, Modelle oder Objekte

Isenberg, Julia

Die Teilnehmenden nennen der Reihe nach ein Wort, das sie mit dem Objekt verbinden. Dabei dürfen sie keine Wörter wiederholen.

Auf diese Weise entsteht ein vielfältiger Wortschatz als Basis für eine ergiebige Besprechung. Binnen drei Minuten notieren sie alle Wörter, die ihnen beim Beobachten einfallen. Anschließend lesen sie sie reihum vor. Dabei müssen alle Teilnehmenden die bereits genannten Wörter aus der eigenen Liste streichen. Der/die Vermittlerin strukturiert das Genannte, fragt kritisch nach, erklärt Schwieriges. Bei der Kurzversion sammeln die Teilnehmenden die Wörter nur mündlich, ohne sie zuvor zu notieren.

Anwendung auf das Exponat Relief

Isenberg, Julia

Die Teilnehmer notieren ungefiltert innerhalb von drei Minuten alle Wörter, die ihnen beim Betrachten einfallen. Nach Ablauf der Zeit wird reihum vorgelesen. Dabei müssen bereits genannte Worte von der eigenen Liste gestrichen werden. Doppelnennungen sind nicht zulässig. Das fordert zu möglichst verborgenen Entdeckungen und ungewöhnlichen Worten auf. Der Vermittler lenkt die Diskussion einzelner Aspekte  (Farbe, Inhalt), hinterfragt Beobachtungen kritisch, zeigt Besonderheiten auf und strukturiert das Genannte. Bei der schnelleren mündlichen Version wird je Teilnehmer nur ein Begriff genannt.

Kramer, Wolfgang/Kiesling, Michael: Haste Worte, Gesellschaftsspiel, F. X. Schmid Verlag 1997 (Spiel)

Überblick Wörter finden

Isenberg, Julia

Kategorien

Assoziative Methoden

Ziele

Wortschatz erweitern
Wahrnehmung schulen
Beobachtungen formulieren
Vor Zuhörern sprechen
 

Eignung

Besonders geeignet für Kinder ab 6 Jahren und Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

10-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Klemmbrett, Papier, Stift, Uhr (mündlich kein Material nötig)

Scroll to bottom
Scroll to bottom