Trinkpokal

Verfasst von: Reither, Ingmar

© Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Leihgabe Freiherrlich Loeffelholz von Kolberg'sche Familienstiftung. Foto: A.Wolf
Beispielexponat:

Pokal aus Glas mit geschnittener Verzierung | um 1680

Von Heinrich Schwanhardt (Schnitt) | aus Nürnberg

Auf dem Pokal ist eine geschnittene Verzierung angebracht. Sie zeigt Wildrosenzweige auf dem Deckel und auf der einen Seite der Schale einen Knaben, der Weinreben schneidet. Umrahmt wird dieses Motiv von zwei Lorbeerzweigen mit einer Sonne darüber. Auf der Gegenseite ist der gleiche Knabe abgebildet, umrahmt von zwei Palmzweigen. 
Der Knabe hält in der rechten Hand das Wappenschild der Nürnberger Patrizierfamilie Löffelholz, in der linken einen Palmen- und einen Lorbeerzweig. Eine Hand, die über dem Knaben aus den Wolken ragt, setzt ihm einen Lorbeerkranz auf. Am oberen Rand befindet sich die Inschrift: „Wer mit hülff und Tugend gläntzet. Wird mit Ehr und Danck begräntzet“. Derartige illustrierte Sinnsprüche machten deutlich, dass sich ein tugendhaftes Leben des Besitzers und seiner Familie lohnt.
Heinrich Schwanhardt führte in Nürnberg die Aufträge von Patriziern und Fürsten aus.

Finke, Andrea: Die Schwanhardt-Gläser. Beschreibender Katalog der Hohlgläser der Familie Schwanhardt im 17. Jahrhundert in Nürnberg aus der Bundesrepublik Deutschland (alte Bundesländer), Dissertation, München 1994, S. 140 f.

Meyer-Heisig, Erich: Der Nürnberger Glasschnitt des 17. Jahrhunderts, Berlin 1963, S. 83.

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Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Czech, Alfred

Beim Vergleich werden die Teilnehmer*innen auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten aufmerksam.

Ohne Vorwissen können sie aus ihrer Wahrnehmung heraus zu den wichtigsten Erkenntnissen kommen. Dabei schult der Vergleich die Differenzierung der Wahrnehmung. Je nach Art des Vergleichs fokussiert er die Aufmerksamkeit auf Unterschiede oder Ähnlichkeiten. Je ähnlicher sich die Vergleichsobjekte im Museum sind, desto mehr „Feinheiten“ entdecken die Teilnehmer*innen.

Es bieten sich zwei Möglichkeiten an: zum einen der Vergleich von Originalen, zum anderen der Vergleich von Originalen und Reproduktionen.

Anwendung auf das Exponat Trinkpokal

Reither, Ingmar

Der Trinkpokal hat mit dem Sportpokal einen entfernten Verwandten. Dies ist eine gute Voraussetzung für einen differenzierten Vergleich im Hinblick auf Aspekte, die Aussehen und Gebrauchszusammenhang betreffen.
Dabei lassen sich Sportpokale aus Privatbesitz oder als Abbildung verwenden.
Sowohl der Trink- als auch der Sportpokal haben meist eine vergleichbare Form und werden unter Umständen mit einem Bild- und Schriftprogramm ausgestattet. Während der Trinkpokal in privilegierten Schichten oft als Ehrengeschenk in Auftrag gegeben wurde, zeichnet der Sportpokal eine/n Wettkampfgewinner*in aus.
 

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 204.

Passende Aspekte
  • Anlass
  • Haptik
  • Herstellung
  • Materialität
  • Symbole
  • Verwendung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Vergleich

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele

Differenziert wahrnehmen, Beobachtungskriterien anwenden, Kriterien entwickeln, Wertungen vornehmen

Eignungen

Besonders geeignet für Schüler*innen ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Eventuell Reproduktionen, wie Abbildungen, Modelle oder Objekte

Kisser-Priesack, Gabriele

Die Teilnehmer*innen bauen nach genauer Betrachtung des Exponats und mit Hilfe einer schematischen Vorgabe das Objekt nach.

Eine Abbildung oder ein Modell, passend zum Exponat, werden zusammen mit dem benötigten Material an die Gruppen verteilt. Die Teilnehmer*innen bauen selbstständig ein vereinfachtes Modell des Exponats zusammen. Dadurch können die Zusammensetzung und Wirkung z. B. einer Maschine erfahren werden. 

Anwendung auf das Exponat Trinkpokal

Reither, Ingmar

Trinkpokale sind meist aus Glas oder hochwertigem Metall gefertigt. Der Nachbau kann mit einfacheren Materialien erfolgen – idealerweise mit quer durchtrennten Plastikflaschen unterschiedlicher Größe und Farbigkeit: Das Mundstück der Flasche ist dabei eine Hälfte des Schaftes; der halbierte Flaschenbauch dient wahlweise als Schale oder Fuß. 
Auf diese Weise lassen sich drei Pokalbestandteile haptisch-gestalterisch erfahrbar machen. Montiert werden die Teile mit der Heißklebepistole.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 212, 214.

Menger, Julia: Lastentransport mit einfachen mechanischen Maschinen. Didaktische Rekonstruktion als Beitrag zum technischen Sachunterricht in der Grundschule, Band 30, Oldenburg 2010, S. 21–28.

Arnold, Nick: Räder, Hebel und Schrauben: Technik einfach gut erklärt-Tolle Maschinen zum Selberbauen, Hamburg 2013, S. 12–14.

Passende Aspekte
  • Anlass
  • Haptik
  • Herstellung
  • Materialität
  • Symbole
  • Verwendung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Nachbau nach Vorgabe

Kisser-Priesack, Gabriele

Kategorien

Haptische Methoden

Ziele

Objekt und Anleitung genau betrachten, lesen und verstehe, selbstständig arbeiten, eigene Erfahrungen machen

Eignungen

Besonders geeignet für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren

Zeitbedarf

10–20 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Für die Anleitung: laminierte Abbildung oder robustes Modell, für den Nachbau: Materialien aus dem Alltag wie Schnüre, Karton, Schrauben, Karabiner usw.

Dörr, Sabrina

Ohne es vorher gesehen zu haben, malen die Teilnehmer*innen das Exponat nach einer Vorlage, die es mit Worten beschreibt.

Der*die Vermittler*in bereitet ein Blatt oder eine Tafel vor, auf die er/sie Worte schreibt, welche Details des Exponats benennen. Diese Details sollen etwa an der Stelle stehen, wo sie auf dem Exponat vorzufinden sind. So entsteht eine Anleitung zum Malen bzw. Gestalten eines eigenen Werks, das die Teilnehmer*innen später mit dem Originalexponat vergleichen können.

Anwendung auf das Exponat Trinkpokal

Reither, Ingmar

Bevor die Teilnehmer*innen den Trinkpokal sehen und beginnen zu zeichnen, wird der Begriff Pokal geklärt: Ein Pokal hat eine prinzipielle Ähnlichkeit mit einem besonderen Trinkglas. Dieser erste Schritt erleichtert eine Annäherung an die Wortvorlage, die der*die Vermittler*in vorbereitet hat.
Im Fall eines Trinkpokals empfiehlt sich eine Orientierung an der Struktur Schale – Schaft – Fuß.

Bertscheit, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum, Mülheim an der Ruhr 2001, S. 32.

Passende Aspekte
  • Anlass
  • Haptik
  • Herstellung
  • Materialität
  • Symbole
  • Verwendung
  • Ästhetik
Passende Zielgruppen
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Malen nach Worten

Dörr, Sabrina

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Transmediale Methoden

Ziele

Fantasie anregen, Kommunikation anregen

Eignungen

Besonders geeignet für die Auseinandersetzung mit dem Exponat, bevor man es im Original betrachtet hat

Zeitbedarf

10–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Papier, Buntstifte oder Wasserfarbe (wenn erlaubt), Wortvorlage des Exponats

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