Historischer Raum

Verfasst von: Reither, Ingmar

© Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände D-0144-02/Heiko Stahl
Beispielexponat:

Kongresshalle/Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände | 1935–1939/2000–2001

Von Ludwig Ruff, Franz Ruff/Günter Domenig

Der Entwurf zu einem am römischen Kolosseum orientierten und zum Großteil aus Ziegelsteinen gemauerten Kongressbau mit einem freitragenden Dach stammt von Ludwig und Franz Ruff. Geplant war in Nürnberg ein Bau mit Platz für 60.000 Menschen und einer vorgesehenen Höhe von rund 70 Metern, von der nur 39 erreicht wurden. Granitplatten dienten zur Verkleidung der Fassade. Die Maße des hufeisenförmigen Grundrisses ohne beide Kopfbauten betragen 275 m x 265 m. Der Kongressbautorso gehört zum ehemaligen Reichsparteitagsgelände. Seit 2001 ist im nördlichen Kopfbau des Gebäudes das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände untergebracht, dessen markantester Bauteil ein gläserner „Pfahl“ des Grazer Architekten Günther Domenig ist. Dieser zielt mit seinem Entwurf in erster Linie auf das symbolträchtige Aufbrechen der historischen Bausubstanz und deren strenger Axialität.

Lehner, Julia (Hg.): Erhalten! Wozu? Perspektiven für Zeppelintribüne, Zeppelinfeld und das ehemalige Reichsparteitagsgelände. Aufsatzband zur gleichnamigen Tagung 17./18. Oktober 2015 in Nürnberg, Nürnberg 2017.

Schmidt, Alexander: Geländebegehung. Das Reichsparteitagsgelände in Nürnberg,
5. vollständig überarb. Aufl., Nürnberg 2017.

Studt, André/Schweneker, Claudia (Hg.): SchattenOrt. Theater auf dem Nürnberger Reichsparteitagsgelände, Bielefeld 2013, S. 145–157.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

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Aspekte

Zielgruppen

Rudnicki, Gabi

Ein innerer Monolog ist ein Selbstgespräch, in dem Gedanken und Gefühle einer Figur schriftlich ausgestaltet werden.

Der innere Monolog wird in der Ich-Form und im Präsens geschrieben. Ohne große Einleitung begibt sich der/die Schreibende in die fiktive Geschichte der Figur und bringt deren Gedanken in loser, freier Abfolge, auch mit Einwortsätzen und Ausrufewörtern, zu Papier. Im Sinne des Perspektivwechsels kann der Text auch zu einem Gegenstand geschrieben werden. Eine Variante ist der „Tagebucheintrag“.
In Gruppenarbeit können innere Monologe zu verschiedenen Teilen eines Exponats entstehen. Nach dem Schreiben lesen sich die Teilnehmer/innen den die Texte gegenseitig vor.

Anwendung auf das Exponat Historischer Raum

Reither, Ingmar

Die Teilnehmer/innen sollten hier über Vorwissen zur Geschichte des historischen Raumes und über Erfahrungen im kreativen Schreiben verfügen. So lassen sie unter Anleitung des/der Vermittlers/in den Bau als „Zeitzeugen“ sprechen, der sein Dasein von der Vergangenheit bis in die aktuelle Gegenwart reflektiert. Auf diese Weise entstehen aufgrund des kommunikativen Potenzials architektonischer Quellen poetische Texte, die materielle Veränderungen und den Funktionswandel eines Bauwerks in der Ich-Form verarbeiten. Dabei werden die Texte in der Gruppe vorgelesen und diskutiert.

Ruf, Oliver: Kreatives Schreiben, Tübingen 2016, S.159–175.

Vogt, Jochen: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in Erzähltechnik und Romantheorie, 11. aktual. Aufl., Stuttgart 2008, S. 181–194.
 

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Atmosphäre
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Erhaltungszustand
  • Erzählung
  • Funktion
  • Inszenierung
  • Kulturhistorischer Zusammenhang
  • Raum
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Innerer Monolog

Rudnicki, Gabi

Kategorien

Assoziative Methoden
Kreatives Schreiben

Ziele

In ein Thema einführen, Wahrnehmung schulen, Kreativität fördern, vermittelte Inhalte festigen, Schreibkompetenz fördern

Eignungen

Für alle, die schreiben können, je nach Alter der Teilnehmer/innen kann die Schreibphase länger oder kürzer sein, Sprachkompetenz muss vorhanden sein

Zeitbedarf

10–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Schreibpapier und Stifte

Böhme, Claudia

Der Zeitstrahl ist eine räumlich-anschauliche Darstellung abstrakter historischer Zeitverläufe.

Auf einer meist waagerechten Geraden werden Jahreszahlen eingetragen. Historische Zeiträume von besonderem Interesse können markiert und wichtige Ereignisse hervorgehoben werden. Texte, Bilder oder Karten erläutern die Darstellung zusätzlich. Neben dem chronologischen Ansatz bietet die Methode die Möglichkeit einen Bezug zur Familiengeschichte der Teilnehmer/innen herzustellen, indem sie eigene Lebensdaten und die ihrer Angehörigen einbringen. Persönliche und allgemeine Geschichte werden so verknüpft.

Anwendung auf das Exponat Historischer Raum

Reither, Ingmar

Der/die Vermittler/in stellt den Teilnehmer/innen, bevor sie den Raum betreten, unterschiedliches gedrucktes Material in großer Menge zur Verfügung, v. a.  Jahreszahlenkärtchen, historische Fotografien, sonstige Abbildungen und datierte Zitate oder Texte aus einer bestimmten Zeitspanne. Die Teilnehmer/innen rekonstruieren so entlang einer ebenfalls vorgegebenen Zeitleiste die Vorgeschichte sowie die erste und die zweite Geschichte des historischen Raumes. Damit orientieren sie sich und nehmen Veränderungen bei der anschließenden Begehung des Raumes wahr.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 73,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Sauer, Michael: Zeitleiste, in: Mayer, Ulrich u. a. (Hg.): Wörterbuch Geschichtsdidaktik, 2. überarb. und erw. Aufl., Schwallbach/Ts. 2009, S. 201 f.

Sauer, Michael: Die Zeitleiste, in: Pandel, Hans-Jürgen/Schneider, Gerhard (Hg.): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach/Ts. 2007, S. 197–210.

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Atmosphäre
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Erhaltungszustand
  • Erzählung
  • Funktion
  • Inszenierung
  • Kulturhistorischer Zusammenhang
  • Raum
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Zeitstrahl

Böhme, Claudia

Kategorien

Transmediale Methoden
Assoziative Methoden

Ziele

Überblick zur zeitlichen Orientierung vermitteln, langfristige historische Zeitverhältnisse und Zeitabläufe verdeutlichen, geschichtliche Vorgänge verorten

Eignungen

Geeignet für Menschen jeden Alters, besonders für Kinder ab 8 Jahren

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Zeichenkarton, Stifte, Kleber, Schere, Auswahl an Texten, Bildern, Fotos, Grafiken usw. zur Illustration der Zeitleiste

Bauereiß, Michael

Die Teilnehmer/innen erhalten Karten, auf die ausgewählte Substantive, Verben oder Adjektive geschrieben sind, die zum Exponat oder Thema passen.

Damit formulieren sie einen vollständigen Satz mit Bezug zum Exponat. Hierdurch werden die Teilnehmer/innen auf Details aufmerksam und lenken zugleich den Blick der übrigen Gruppenmitglieder. Je nach Wortart können Gegenstände, Eigenschaften,Tätigkeiten oder Emotionen für die Betrachter/innen erschlossen werden. Auch beim Spracherwerb im Museum dienen Wortkarten der sprachlichen Vertiefung des Gesehenen und Erlebten.

Anwendung auf das Exponat Historischer Raum

Reither, Ingmar

Der/die Vermittler/in hält ein umfangreiches Karten-Set bereit: Jeweils auf einer Karte ist ein spezifischer oder allgemeiner Begriff zum Thema abgedruckt, z. B.: „Monumentalität“, „Tourismusfaktor“ oder „Hitler“, „KZ-Steinbrüche“. Zu Beginn werden die Teilnehmer/innen gebeten, sich nach individuellen Interessen eine Karte auszusuchen und ihre Wahl im Plenum zu erläutern. Damit verschafft sich der/die Vermittler/in einen Überblick zur Interessenlage der Gruppe und startet ein Gespräch zum Facettenreichtum eines komplexen historischen Raumes.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum. Mülheim an der Ruhr 2001, S. 51.

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Atmosphäre
  • Emotion
  • Entwicklung
  • Erhaltungszustand
  • Erzählung
  • Funktion
  • Inszenierung
  • Kulturhistorischer Zusammenhang
  • Raum
  • Wahrnehmung
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Wortkarten

Bauereiß, Michael

Kategorien

Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, in ein Thema einführen

Eignungen

Besonders geeignet für den Einstieg der Objektbetrachtung oder zur Einführung in ein Thema,
geeignet ab 9 Jahren und zum Spracherwerb ab 7 Jahren

Zeitbedarf

5–15 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Vorbereitete Wortkarten

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