Werbeblechtafel

Verfasst von: Bellaire, Catherine

© Deutsches Historisches Museum
Beispielexponat:

Emailschild der Firma Erdal | um 1925

Von Emaillier- & Stanzwerke Boos & Hahn Offenburg

Als erstes Werbemedium dienten zunächst Handzettel oder Plakate an Hauswänden, die aber nicht witterungsbeständig waren und von Konkurrent/innen in häufig überklebt wurden. Als langlebige „Dauerplakate“ wurden 1893 erstmals Blechschilder mit Email-Überzug verwendet, die sich von 1905–1935 als in Massen produzierter Werbeträger durchsetzten. Bedingt durch die stark eingeschränkte Rohstoffbeschaffung in den Kriegsjahren ging die Produktion von Emailplakaten zurück. Zwar wurden sie im Anschluss bis in die 60er-Jahre weiter genutzt, starben aber durch die starke Konkurrenz neuer Werbemedien (Radio, TV) allmählich aus. Die Entwicklung des Markenartikels ist untrennbar mit der des Emailschildes verbunden: Der damals beworbene Qualitätsbegriff von Gewürzmitteln, Waschpulvern und Pflegeprodukten (Schuhcremes, Seifen etc.) besitzt für viele Konsumenten auch heute noch Gültigkeit.

Ciolina, Erhard/Ciolina, Evamaria: Emailschilder. Glanzstücke alter Reklame, Augsburg 1996, S. 7, S. 26, S.28 und S. 31–35.

König, Gudrun: Konsumkultur. Inszenierte Warenwelt um 1900, Wien u. a. 2009, S. 29, S. 152–159 und S. 189.

Meißner, Jörg: Kommerz professionell. Kunst und Werbung zwischen 1850–1933, in: Meißner, Jörg (Hg.): Strategien der Werbekunst 1850–1933, Bönen 2004, S. 28–45, S. 28 f. und S. 34–38.

Wunderlich, Sylke: Das große Buch der Emailplakate, Leipzig 1997, S. 7–12, 14, 17–24, 145, 259, 261–264.

IMPULSE

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmenden vergleichen und recherchieren Funktionen von Objekten in verschiedenen Epochen und präsentieren ihre Ergebnisse.

Die Teilnehmenden lernen maximal fünf Exponate kennen. Durch Recherche, Vergleiche und Brainstorming ermitteln sie die ursprüngliche Funktion der Objekte. Gleichzeitig machen sie sich Gedanken darüber, ob ähnliche Objekte heute in gleicher Weise genutzt werden. So werden Unterschiede der Kulturen klar, aber auch Gemeinsamkeiten deutlich. Kleinere Kinder halten ihre Ideen zeichnerisch fest, Ältere präsentieren ihre Ergebnisse auf Tafeln und als Kurzvortrag.

Anwendung auf das Exponat Werbeblechtafel

Bellaire, Catherine

Was unterscheidet Werbung heute von der vor 100 Jahren? Welche Medien gab und gibt es? Welche Produkte von damals sind noch heute beliebt – und was macht deren Erfolg aus? Das ist die Fragestellung, die der/die Vermittler/in zur Geschichte der Werbung aufwerfen kann. Aber auch kulturhistorische Fragen sind denkbar: Was unterscheidet einen Laden von 1910 von einem heutigen? Dadurch können Teilnehmer/innen auch an Themen wie Konsumverhalten und Nachhaltigkeit herangeführt werden.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Vermittlung, in: Czech, Alfred / Kirmeier, Josef / Sgoff, Brigitte (Hrsg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198-224, hier: S. 203f.
Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 7,  https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/
Nettke, Tobias: Personale Vermittlung in Museen. Merkmale, Ansätze, Formate und Methoden, in: Commandeur, Beatrix u.a. (Hrsg.), Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen, München 2016, S. 173-183, hier: S. 174-175.

Passende Aspekte
  • Arbeitsabläufe
  • Bildinszenierung
  • Botschaft
  • Dargestellter Inhalt
  • Emotion
  • Farbigkeit
  • Firmengeschichte
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Handel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Damals–heute

Bellaire, Catherine

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-gestalterische Methoden
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele
  • Bezüge zur eigenen Lebenswelt herstellen
  • Transferleistung fördern
  • Rechercheergebnisse sprachlich vermitteln
Eignungen

Besonders geeignet für kleinere Gruppen von max. 15 Teilnehmern, auch für Sprachlerngruppen

Zeitbedarf

30-40 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Abbildungen, Literatur, Katalogtexte zur Recherche
Schreib- und Zeichenmaterial
Evtl. Tafel oder Flipchart zur Präsentation der Ergebnisse

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer/innen prägen sich innerhalb kurzer Zeit möglichst viele Einzelheiten eines Objekts ein und tragen dann außer Sichtweite des Exponats die erinnerten Details zusammen.

Hilfreich ist beispielsweise, sich eine kleine Geschichte zum Dargestellten auszudenken. Gemeinsam in der Gruppe oder mit einem/einer Partner/in wird dann versucht, möglichst viele Einzelheiten zu erinnern, ohne das Ausstellungsstück im Blick zu haben (ggf. schriftlich). Die Methode schult das genaue Hinsehen und eröffnet durch den spielerischen Charakter einen motivierenden Zugang zum Objekt. Eine Variante ist die Durchführung als Wettbewerb.

Anwendung auf das Exponat Werbeblechtafel

Bellaire, Catherine

Nach kurzer Zeit der Betrachtung beschreiben die Teilnehmer/innen sich gegenseitig, was auf der Werbetafel zu sehen ist. Moderiert wird dies durch den/die Vermittler/in, der/die die Themen „Werbung“ und „Qualität“ vertieft: Was ist die Botschaft des Schildes, wodurch soll der Eindruck von Qualität vermittelt werden? Spielerische Ergänzung: Teilnehmer/innen übernehmen die Rolle eines Verkäufers, der ein Produkt anpreist. 

Czech, Alfred: Kunstspiele. Spielend Kunst verstehen lernen. Für Kinder und Erwachsene, Schwalbach 2012, S. 159–161.

Passende Aspekte
  • Arbeitsabläufe
  • Bildinszenierung
  • Botschaft
  • Dargestellter Inhalt
  • Emotion
  • Farbigkeit
  • Firmengeschichte
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Handel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Erinnern aus dem Gedächtnis

Neuberger, Alexandra

Kategorien

Spielerische Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Aufmerksamkeit und Konzentration fördern, Versprachlichung von Beobachtungen, Aktivität, Interaktivität und Kommunikation fördern

Eignungen

Besonders geeignet für Schulklassen der Unter- und Mittelstufe, detailreiche Objekte,
weniger geeignet für Sprachlernklassen, kleine Räume.

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier, Stifte, Zeitmesser

Kasparek, Katrin

Eine Bildvorlage oder ein Thema werden in einzelne Bildteile zerlegt und von den Teilnehmer/innen wieder zum großen Ganzen zusammengefügt.

Sie erhalten Puzzlestücke eines Gesamtbildes (Kunstwerk, Exponat, Objektgruppe) und setzen diese zusammen. Der Schwierigkeitsgrad kann durch die Größe und Auswahl des Bildausschnittes oder das Zurverfügungstellen einer Vorlage verändert werden. Die Methode kann auch als Gruppenpuzzle durchgeführt werden: Hier wird ein größeres Thema in einzelne Puzzlestücke (Teilthemen) zerteilt, diese von Kleingruppen bearbeitet und anschließend wieder zu einem Gesamtbild zusammengefügt.
 

Anwendung auf das Exponat Werbeblechtafel

Bellaire, Catherine

Da Werbetafeln meist einen einfachen Bildinhalt besitzen, bietet es sich an (für Kinder ab 8 Jahren), hier Puzzleteile von mehreren, unterschiedlichen Emailschildern zu verteilen. So erkennen die Teilnehmer/innen auch schnell Unterschiede in Botschaft und Bildmitteln und können beurteilen, welche Werbung aus ihrer Sicht die effektivere/stärkere ist.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 198–224, hier: S. 206 f.

Wenzel Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal anders, 5. Auflage, Schwalbach/Ts. 2014, S. 114–121.

Passende Aspekte
  • Arbeitsabläufe
  • Bildinszenierung
  • Botschaft
  • Dargestellter Inhalt
  • Emotion
  • Farbigkeit
  • Firmengeschichte
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Handel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Puzzle

Kasparek, Katrin

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Spielerische Methoden

Ziele

Genaues Hinsehen üben, intensiv mit Bildvorlage auseinandersetzen, Kombinationsfähigkeit fördern, auf Teilaspekte fokussieren

Eignungen

Nicht geeignet für Blinde

Zeitbedarf

5–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

In Puzzlestücke zerteilte Bildvorlage

Dietz, Ute

Die Teilnehmer/innen stellen Personen und/oder Handlungen in einem kurzen Stegreifspiel oder in einem nach festen Spielregeln geplanten Rollenspiel szenisch dar.

Dabei schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen (Schauspieler/innen, Publikum, ggf. Regieführer/innen) und fühlen sich in verschiedene Charaktere ein. Ein guter Ausgangspunkt kann das Nachstellen sein. Der/die Vermittler/in unterstützt sie durch „Regiehilfen“ indem er/sie spielerische Impulse gibt, oder durch Fantasie-/Bewegungsspiele, die eine Rollenidentifikation fördern. Gespielt wird dialogisch oder pantomimisch, alternativ übernimmt eine Person die Rolle eines/einer Erzählers/in. Weitere Methoden (Kreatives Schreiben, Filmstill) ermöglichen darüber hinaus Zugänge zu Charakteren und Handlungen. 

Anwendung auf das Exponat Werbeblechtafel

Bellaire, Catherine

Mit einigen Requisiten (Ladentisch, Vorratsbehälter, verpackte Waren) wird ein historischer Laden nachgestellt. Teilnehmer/innen erhalten die Rollen von Verkäufern/Verkäuferinnen, Kunden/Kundinnen und Firmenvertretern/Firmenvertreterinnen. Dabei lernen sie, wie in der Vergangenheit eingekauft wurde, wie groß das Warensortiment war – und dass man bedient wurde. Interessant ist auch die Frage, welche Vergleichs- und Informationsmöglichkeiten man damals als Kunde/Kundin hatte?

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 215–216.

Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324 (2008), S. 45, 53.

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg): Museum - Schule - Bildung. Aktuelle Diskurse - Innovative Modelle - Erprobte Methoden, München 2007, S. 187.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum, Mülheim a. d. Ruhr 2001.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 63, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

http://www.ulrichbaer.de/files/Methodenblaetter-Museumspaedagogik.pdf, S. 4.

Passende Aspekte
  • Arbeitsabläufe
  • Bildinszenierung
  • Botschaft
  • Dargestellter Inhalt
  • Emotion
  • Farbigkeit
  • Firmengeschichte
  • Gesellschaftliche Bedeutung
  • Handel
Passende Zielgruppen
  • bis 3 Jahre
  • 3-6 Jahre
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Szenisches Spiel

Dietz, Ute

Kategorien

Performative Methoden
Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Spielerische Methoden

Ziele

Genaue Wahrnehmung fördern, Körperwahrnehmung schulen, Inhalte und Personen vertieft verstehen, persönliche Ausdrucksmöglichkeiten erproben, durch Erfahrungen verstehen

Eignungen

Geeignet zur Vertiefung und Teambildung, Voraussetzung: spielerisches Talent, Platz vor den Objekten beachten (Gruppengröße),
nicht in jedem Museum erlaubt

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Ggf. Requisiten bzw. Kostümelemente, ergänzend: Vorlagen für das kreative Schreiben

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