Tracht

Verfasst von: Neuberger, Alexandra

© Museum für Franken – Staatliches Museum für Kunst- und Kulturgeschichte in Würzburg, Fotograf: Eberhard Zwicker, KunstSchätzeverlag
Beispielexponat:

Figurine mit Ochsenfurter Festtagstracht | Festtagstracht Ende des 19. Jhs.

Von Heinz Schiestl (Figurine) | aus Ochsenfurter Gau

Die Ochsenfurter Tracht war besonders farbenfroh, sehr aufwendig gearbeitet und aus kostbaren Stoffen gefertigt. Dies spiegelte den relativen Wohlstand der Bauern und deren Selbstbewusstsein wider: Sie bewirtschafteten besonders fruchtbare Böden in einer klimatisch begünstigten Region in der Nähe von bedeutenden Fernstraßen und überregionalen Märkten. Der „Mutzen“, eine aufwendig bestickte kurze Jacke aus schwarzem Samt, war neben der aus Seide gefertigten farbigen Schürze das augenfälligste Element der Tracht. Die hoch stehenden Ärmel laufen am Unterarm eng zu und werden von langen und reich verzierten Manschetten aus Litzen und Borten abgeschlossen. Der tiefe viereckige Ausschnitt wird durch ein rotes, mit Blumen verziertes Brusttuch und langen Fransen verdeckt. Zur Festtracht gehörten auch die schwarze Bänderhaube sowie der goldene Brustschmuck mit einem Kreuzanhänger.

Kluge, Andrea: Trachtenmuseum Ochsenfurt, München 1994, S. 11 f., S. 24 und S. 47.

Lichte, Claudia: Figurine mit Ochsenfurter Festtagstracht, in: 150 Meisterwerke aus dem Mainfränkischen Museum Würzburg, Würzburg 1997, S. 316 f.

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Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Merthen, Claudia

Die Teilnehmer*innen verfassen einen Text, der das Exponat emotionalisierend anpreist und für den*die Betrachter*in attraktiv macht.

Werbetexte werden z. B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, „sprechende“ Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmer*innen die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner „Schokoladenseite“.

Anwendung auf das Exponat Tracht

Neuberger, Alexandra

Im Fokus eines Werbetextes steht die Tracht. Die Teilnehmer*innen arbeiten zunächst die Besonderheiten des Objekts wie Materialien, Verzierungen, Farbigkeit und Wirkung der Tracht heraus und schreiben dazu den Text. Sie beschreiben die augenfälligsten Elemente des Objekts, finden passende Attribute und Adjektive und versuchen, die fiktiven Leser*innen des Werbetextes emotional anzusprechen. Die Texte werden in Kleingruppen erstellt und anschließend allen präsentiert.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a. M. 2003, S. 159–164.

Passende Aspekte
  • Besitzer*in
  • Besonderheit
  • Bestandteile
  • Bezug zur Lebenswelt
  • Design
  • Details
  • Farbigkeit
  • Kleidung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln, Wertung vornehmen, Bezüge herstellen, in ein Thema einführen

Eignungen

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet,
besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit

Zeitbedarf

20–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte

Rudnicki, Gabi

Ein innerer Monolog ist ein Selbstgespräch, in dem Gedanken und Gefühle einer Figur schriftlich ausgestaltet werden.

Der innere Monolog wird in der Ich-Form und im Präsens geschrieben. Ohne große Einleitung begibt sich der*die Schreibende in die fiktive Geschichte der Figur und bringt deren Gedanken in loser, freier Abfolge, auch mit Einwortsätzen und Ausrufewörtern, zu Papier. Im Sinne des Perspektivwechsels kann der Text auch zu einem Gegenstand geschrieben werden. Eine Variante ist der „Tagebucheintrag“.
In Gruppenarbeit können innere Monologe zu verschiedenen Teilen eines Exponats entstehen. Nach dem Schreiben lesen sich die Teilnehmer*innen den die Texte gegenseitig vor.

Anwendung auf das Exponat Tracht

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer*innen versetzen sich in die Situation einer Bäuerin, die die Tracht anlässlich eines hohen kirchlichen Feiertags trägt. In einem im Präsens verfassten kurzen inneren Monolog werden die Gedanken und Gefühle der Trägerin geäußert. Dies geschieht mündlich oder in einem kurzen schriftlichen Text. Mögliche Themen könnten sein: Wie aufwendig ist das Anziehen der einzelnen Bestandteile der Tracht? Wie fühlt sich der Stoff an? Alternativ lassen sich das Erscheinungsbild und die Wirkung der Tracht aus der Perspektive eines*einer Außenstehenden beschreiben.

Ruf, Oliver: Kreatives Schreiben, Tübingen 2016, S.159–175.

Vogt, Jochen: Aspekte erzählender Prosa. Eine Einführung in Erzähltechnik und Romantheorie, 11. aktual. Aufl., Stuttgart 2008, S. 181–194.
 

Passende Aspekte
  • Besitzer*in
  • Besonderheit
  • Bestandteile
  • Bezug zur Lebenswelt
  • Design
  • Details
  • Farbigkeit
  • Kleidung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Innerer Monolog

Rudnicki, Gabi

Kategorien

Assoziative Methoden
Kreatives Schreiben

Ziele

In ein Thema einführen, Wahrnehmung schulen, Kreativität fördern, vermittelte Inhalte festigen, Schreibkompetenz fördern

Eignungen

Für alle, die schreiben können, je nach Alter der Teilnehmer*innen kann die Schreibphase länger oder kürzer sein, Sprachkompetenz muss vorhanden sein

Zeitbedarf

10–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Schreibpapier und Stifte

Merthen, Claudia

Die Teilnehmer*innen ergänzen unvollständige Objekte in Einklang mit Material, Technik und zeitgenössischem Handwerk und rekonstruieren sie damit.

Sie erschließen sich den Zustand des Exponats durch genaues Betrachten. der*die Vermittlerin liefert ihnen dabei Informationen zu Material, Technik und kulturgeschichtlichem Hintergrund. Auf dieser Grundlage rekonstruieren sie das ursprüngliche Aussehen des Exponats möglichst realitätsgetreu durch mündliche oder schriftliche Beschreibung, Zeichnung (z. B. mit Bleistift, Buntstift, Wachskreide, Wasserfarben) oder selbstständige gegenständliche Formung (z. B. mit Ton, Gips, Pappmaschee). Anschließend kann diese Rekonstruktion durch die Teilnehmer*innen vorgestellt werden.

Anwendung auf das Exponat Tracht

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer*innen erhalten Buntstifte sowie einen Bogen Papier, auf dem nur die Umrisse der Tracht abgebildet sind. Nach genauem Betrachten des Objekts und insbesondere seiner Details malen die Teilnehmer*innen die einzelnen Bestandteile der Tracht möglichst genau in die vorgegebene Skizze. Sie versuchen, die unterschiedlichen Materialien mithilfe der Buntstifte abzubilden. Durch die Zeichnung setzen sich die Teilnehmer*innen genau mit der Materialität, der Farbgebung und den spezifischen Elementen der Tracht auseinander und schulen ihre ästhetische Wahrnehmung.

Czech, Alfred: Methodische Vielfalt in der personalen Museumsvermittlung, in: Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg.): Museumspädagogik - Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014. S. 198–224, hier: S. 212.

Passende Aspekte
  • Besitzer*in
  • Besonderheit
  • Bestandteile
  • Bezug zur Lebenswelt
  • Design
  • Details
  • Farbigkeit
  • Kleidung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Rekonstruktion

Merthen, Claudia

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln, in ein Thema einführen, Museum verstehen, sich intensiv mit einem Exponat auseinandersetzen

Eignungen

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet

Zeitbedarf

15–60 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Papier, Unterlagen, Stifte (Bleistifte, Buntstifte, Wachskreiden, Wasserfarben), zusammensetzbare und formbare Materialien (wie Ton, Gips, Pappmaschee), Abbildungen

Bellaire, Catherine

Die Teilnehmer*innen kleiden sich nach einer bestimmten Mode und erfahren damit einen körperlichen und emotionalen Zugang zu einer anderen Kultur.

Ziel der Modenschau ist nicht das Entwerfen stilechter Kostüme. Die Teilnehmer*innen wählen sich ihre Gewandteile aus einem Fundus aus: Welche Kleidungsteile gehören zu einer bestimmten Mode/Tracht, wie werden diese genannt und wie getragen? Dadurch schulen sie historische und kulturelle Kompetenzen. Ergänzend kann die Gruppe mit den Garderoben auch in fremde Rollen schlüpfen, bzw. diese tauschen (Frau-Mann, Kind-Erwachsener u. Ä.). 

Anwendung auf das Exponat Tracht

Neuberger, Alexandra

Die Teilnehmer*innen wählen aus einem Fundus unterschiedliche Bestandteile von Trachten und ziehen diese an. Sie kombinieren sie mit eigenen Ideen, wie z. B. selbst erstellten Kopfbedeckungen und Accessoires. Durch das Tragen von Teilen einer Originaltracht erspüren die Teilnehmer*innen die Beschaffenheit der Kleidungsstücke und können nachempfinden, welche Wirkung die Tracht auf den*die Träger*in, aber auch auf andere Personen hat. Die unterschiedlich verarbeiteten Elemente verschiedener Trachten zeigen deren Bedeutung und Relevanz für verschiedene Anlässe auf.  

Metzenthin, Rosmarie: Schöpferisch Spielen und Bewegen, Zürich 1983, S. 136–141.

Petraschek-Heim, Ingeborg: Die Sprache der Kleidung. Wesen und Wandel von Tracht, Mode, Kostüm und Uniform, Baltmannsweiler 1988, S. 81–83.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 32 https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

Passende Aspekte
  • Besitzer*in
  • Besonderheit
  • Bestandteile
  • Bezug zur Lebenswelt
  • Design
  • Details
  • Farbigkeit
  • Kleidung
  • Kulturelle Bedeutung
  • Materialität
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Berufliche Schulen
  • Förderschulen
  • Sprachlerngruppen
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Inklusionsgruppen
  • Menschen mit Behinderung
  • Menschen mit Fluchterfahrung
  • Menschen mit Migrationshintergrund

Überblick: Modenschau

Bellaire, Catherine

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Emotionale Zugänge
Performative Methoden

Ziele

Kulturelle und historische Kompetenz schulen

Eignungen

Besonders geeignet für kleinere Gruppen (max. 15 Personen) und Kinder ab 5 Jahren, sowie für Inklusionsgruppen (z. B. für Blinde).

Zeitbedarf

30–90 Min.

Sozialformen
Einzelperson: 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Kostüme, Trachtenteile, verschiedene Stoffe zum Drapieren, Accessoires (Hüte, Schmuck, Gürtel, nachgebildete Waffen). Zur Inspiration Abbildungen der entsprechenden Mode.

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