Foto: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg. Dauerleihgabe der Kirchenstiftung Heilig Geist Nürnberg

Büchert, Gesa

Reliquienschrein

Hans Scheßlitzer, Peter Ratzko, Hans Nürnberger, Lucas NN, Messinggießer unbekannt

Heiltumsschrein | 1438-1440

Info

Der Heiltumsschrein ist das Reliquiar für die Reichsheiltümer - also die Reliquien, die zu den Reichskleinodien gehörten. Sie wurden der Stadt Nürnberg 1424 von Kaiser Sigismund zur Verwahrung übergeben.

Um die Reliquien vor Diebstahl zu sichern, hing der Heiltumsschrein an der Decke der Nürnberger Heilig-Geist-Kirche. Aus der Kirche wurden die Reichskleinodien nur zu Krönungen und den Heiltumsweisungen geholt, die bis zur Reformation jährlich auf dem Nürnberger Hauptmarkt stattfanden. 
1796 wurden sie vor der anrückenden französischen Revolutionsarmee in Sicherheit gebracht. Heute sind sie in der Schatzkammer der Hofburg in Wien ausgestellt. 

Der Heiltumsschrein kam 1861 in das Germanische Nationalmuseum, das einige Jahre zuvor gegründet worden war. Hier symbolisiert das Reliquiar die Verbindung von Kaiser und Reich, Kirche und Stadt.

Hess, Daniel: Kaiser und Reich, in: Zander-Seidel, Jutta/Kregeloh, Anja (Hrsg.): Geschichtsbilder. Die Gründung des Germanischen Nationalmuseums und das Mittelalter. Die Schausammlungen des Germanischen Nationalmuseums, Bd. 4, Nürnberg 2014, S. 249-261, hier S. 253f. 

Kahsnitz, Rainer: Der Heiltumsschrein, das letzte originale Erinnerungsstück an die Reichskleinodien in Nürnberg, in: Nürnberger Altstadtberichte Nr. 16, 1991, S. 29-38.  
 

Anregungen für die Vermittlung Hilfe

Aspekte

  • alle aus/abwählen

Zielgruppen

  • alle aus/abwählen
  • alle aus/abwählen

Büchert, Gesa

Zu allen Buchstaben des ABC wird jeweils ein Begriff zu einem Objekt oder einer Objektgruppe notiert.

Die Teilnehmenden erhalten ein Blatt, auf dem untereinander alle Buchstaben des Alphabets stehen. In Einzel- oder Gruppenarbeit notieren sie in einer bestimmten Zeit zu einem Objekt oder einer Objektgruppe neben möglichst jedem Buchstaben einen Begriff, der mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt. Dabei sollten vor allem Substantive und möglichst viele Fachbegriffe aufgeschrieben werden.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Um sicherzustellen, dass die vielfältigen, unterschiedlichen Themenbereiche, die der Reliquienschrein bietet aufgegriffen werden, erstellen die Teilnehmenden mehrere Kleingruppen oder einzeln ein "ABC".
Für die abschließende Besprechung dieser "ABCs" sollte ausreichend Zeit eingeplant werden. Diese Methode eignet sich besonders zur Wiederholung und Sicherung von diesem komplexen Exponat.

Wenzel, Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal anders, Schwalbach/Ts. 2010, S. 212–215.

Überblick ABC-Methode

Büchert, Gesa

Kategorien

Assoziative Methoden
Recherchemethoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Ermittlung und Aktivierung von Vorwissen
  • Wiederholung und Sicherung von Wissen
Eignung

Besonders geeignet für Schüler/innen, zu Beginn der Führung, um das Vorwissen zu ermitteln sowie als Abschluss zur Wiederholung eines Themas

Zeitbedarf

ca. 15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

 

Material

Zettel, auf denen untereinander die Buchstaben des Alphabets notiert sind
Schreibwerkzeug
Schreibunterlagen

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden schreiben einen eigenen Audioguidetext zu einem Exponat, das sie zuvor in der Gruppe erschlossen haben.

Die Teilnehmenden verfassen den Text zunächst in schriftlicher Form. Danach nehmen sie ihn mit Hilfe eines Computers oder eines MP3-Players als Hörtext auf. 
Einige Hinweise erleichtern das Schreiben und Aufnehmen:
- Texte von max. 240 Wörtern schreiben
- das Exponat kurz beschreiben
- interessante, zusammenhängende Geschichte erzählen
- kurze, einfache Aktivsätze formulieren
- Alltagssprache verwenden
- Fachbegriffe vermeiden oder erklären
- passende Geräusche einbauen
- bei der Aufnahme langsam und deutlich sprechen
Im Anschluss hören die Teilnehmenden vor dem Exponat den Hörtext an.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Für ihren Text sollten die Teilnehmenden von der Beschreibung des Exponats und der Entschlüsselung der abgebildeten Bilder und Wappen ausgehen. Darauf aufbauend bietet es sich an, den ursprünglichen Aufbewahrungsort zu beschreiben. Zudem könnten die Teilnehmenden eine konkrete Szene schildern oder die Herstellung, die Nutzung, die Funktion, die Bedeutung sowie die Provenienz des Reliquienschreins erklären und in eine Geschichte einbetten.

Wenzel, Birgit: Kreative und innovative Methoden. Geschichtsunterricht einmal anders, Schwalbach/Ts. 2010, S. 40–46.

Überblick Audioguide-Text verfassen

Büchert, Gesa

Kategorien

Transmediale Methoden
Kreatives Schreiben

Ziele
  • Vermittelte Inhalte festigen
  • Wertung vornehmen
Eignung

Besonders geeignet für Schulklassen und Jugendliche
Weniger geeignet für Erwachsene
Nicht geeignet für blinde und hörbehinderte Menschen

Zeitbedarf

45–60 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Papier
Stifte zum Schreiben 
Computer oder MP3-Player zum Aufnehmen und Abspielen der Audioguidetexte
Mikrofone
Aufnahmeprogramme wie Audacity

Kasparek, Katrin

Die Details eines Exponates oder einer Objektgruppe werden analysiert und auf großformatigem Papier visuell beschrieben. 

Die Teilnehmenden recherchieren über das Exponat oder die Objektgruppe. Anschließend werden die Ergebnisse in Form eines Plakates, also großformatig durch Text und Bild, dargestellt. Beim Beschreibungsplakat liegt der Fokus – im Gegensatz zum klassischen Plakat, das öffentlich ausgehängt eine Botschaft (Werbung, Aufruf o.Ä.) vermitteln soll – darauf, Funktionsweise oder Gesamtzusammenhang des dargestellten Exponates zu erklären.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Der/die Vermittlerin gibt den Teilnehmenden ausführliche Informationen und Bildmaterial zur Herstellung, Nutzung, Funktion und Bedeutung des Reliquienschreins. 
Zum Abschluss sollten die Teilnehmenden ihr/e Beschreibungsplakat/e präsentieren.

Hinrichs, Carsten: Visualisieren, in: Günther-Arndt, Hilke (Hrsg.): Geschichts-Methodik. Handbuch für die Sekundarstufe I und II, 2. Auflage, Berlin 2012, S. 236-246.

Überblick Beschreibungsplakat

Kasparek, Katrin

Kategorien

Recherchemethoden
Visuell-künstlerische Methoden
Transmediale Methoden

Ziele
  • Inhalt verstehen und präsentieren
  • Präsentationskompetenz erweitern
  • Auf den Punkt bringen
Eignung

Gut geeignet für komplexe und kleinteilige Exponate
Nicht geeignet für Blinde
Weniger geeignet für Gruppen mit eingeschränkter Sprachfertigkeit

Zeitbedarf

5–20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Großformatiges Papier (mindestens DINA 1), dicke Stifte, Klebstoff, evtl. Bildkopien zum Weiterverarbeiten

Schröder, Pirko Julia

Ein Elfchen ist ein Kurzgedicht in elf Wörtern, bei dem die Form vorgegeben ist.

Der Aufbau des Kurzgedichts ist: 1. Zeile=1 Wort, 2. Zeile=2 Wörter, 3. Zeile=3 Wörter, 4. Zeile=4 Wörter, 5. Zeile=1 Wort. Die Teilnehmenden füllen die Zeilen nach Belieben. Die Wörter können einen Satz bilden und sich reimen, müssen es aber nicht. Es darf sich eine rein assoziative Folge von Begriffen, Adjektiven usw. ergeben. Jede/r Teilnehmende schreibt für sich ein Elfchen und liest das Ergebnis der Gruppe vor. Dies kann zur Einführung in ein Thema, eine Ausstellung oder zu speziellen Exponaten erfolgen.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Für die verschiedenen Zeilen bietet es sich beim Reliquienschrein an bestimmte Kategorien wie "Aussehen", "Material", "Gestaltung", "Funktion", "Nutzung" oder "Bedeutung" vorzugeben. Die Teilnehmenden tragen dazu je nach Vorgabe ein oder mehrere Wörter ein. 
Die letzte Zeile und damit das letzte Wort dient der zusammenfassenden, persönlichen Bewertung.
Die Methode eignet sich vor allem als Abschluss zur Sicherung und Festigung des Erarbeiteten. 

Cremer, Claudia/Drechsler, Michael/Mischon, Claus/Spall, Anna: Fenster zur Kunst. Ideen für kreative Museumsbesuche, Berlin 1996, S. 42-44.
Finke, Eva: Wenn ich schreibe... Potenziale Kreativen Schreibens, in: 
Standbein Spielbein. Museumspädagogik aktuell, Nr. 73, Dezember 2005, S. 4-7, hier: S. 7.
Erler-Striebel, Petra/Wenn, Anja: Kreatives Schreiben in der Staatlichen Kunsthalle in Karlsruhe, in: Standbein Spielbein. Museumspädagogik aktuell, Nr. 73, Dezember 2005, S. 21-23.

Überblick Elfchen

Schröder, Pirko Julia

Kategorien

Kreatives Schreiben

Ziele
  • In ein Thema einführen
  • Intensiv mit Exponaten auseinandersetzen
  • Wahrnehmung schulen
  • Kommunikation anregen
  • Eigenkreativität fördern
  • Vermittelte Inhalte festigen
Eignung

Geeignet für alle, die schreiben können, in der Regel ab der Grundschule

Zeitbedarf

15 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Gedichtvorlagen auf Papier, Unterlagen, Bleistifte, eventuell Sitzgelegenheiten

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden richten beliebige Fragen an ein Ausstellungsobjekt. Der/die Vermittler/in antwortet darauf aus der Sicht des Objekts in Ich-Form.

Der/die Vermittler/in benötigt ein umfassendes Wissen über das Exponat. Denn die Interessen und Fragen der Teilnehmenden lenken dessen Erschließung. Sie bestimmen die thematischen Schwerpunkte, die Intensität und die Dauer des Gesprächs.

Bei der Analyse von Kunstwerken oder Abbildungen, bietet sich eine Variante der Methode an: Der/die Vermittler/in kann, statt die Rolle eines Objektes zu übernehmen, als Künstler/in, Expert/in oder abgebildete Person auftreten.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Oft sprechen die Teilnehmenden das Objekt mit „du“ an. Dabei stellen sie klassische W-Fragen, z.B. nach dessen Funktion („Was befand sich in deinem Bauch?"). Vorwissen und Interesse der Teilnehmenden bedingen die Themen. Sie können grundlegend sein, wie die Definition einer Reliquie, oder komplex, wie die Rolle der Religion im Mittelalter.

Der Reliquienschrein ist ein schwieriges Exponat. Die Erschließung setzt ein hohes Abstraktionsniveau und gute Sprachkenntnisse voraus.

Czech, Alfred: Führung - Führungsgespräch - Gespräch, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum - Schule - Bildung, München 2007, S. 161f.

Überblick Gespräch mit einem Exponat

Büchert, Gesa

Kategorien

Narrative Methoden

Ziele
  • Wahrnehmung schulen
  • Das Exponat umfassend erschließen
  • Kontextualisieren
  • Teilnehmer aktivieren
Eignung

Besonders gut geeignet für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche sowie für Erwachsene
Weniger geeignet für kleinere Kinder

Zeitbedarf

ca. 15-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden suchen in einem Text über ein zuvor behandeltes Exponat nach gezielt eingebauten Fehlern.

Sie suchen nach diesen Fehlern und korrigieren den Text. Anschließend werden die Fehler mit dem/der Vermittler/in besprochen. 
Durch das Einbauen von offensichtlicheren oder weniger offensichtlichen Fehlinformationen lässt sich das Niveau des Lügentextes variieren. 

Lügentexte können auch von einzelnen Teilnehmenden einer Gruppe entwickelt und anschließend von anderen Teilnehmenden verbessert werden. 
Die Korrektur des Textes kann als Wettbewerb zwischen mehreren Kleingruppen erfolgen.

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Der/die Vermittler/in teilt verschiedene Lügentexte aus, die jeweils unterschiedliche Aspekte des Reliquienschreins, wie Material, Gestaltung, Nutzung, Funktion usw., behandeln. Anschließend besprechen die Teilnehmenden die Texte in der Gruppe.
Zu vorgegebenen Themen können Jugendliche in Kleingruppen eigene Lügentexte zum Reliquiar verfassen, die von anderen Teilnehmenden korrigiert werden. 

Meyerhoff, Juliane / Brühl, Christoph: Fachwissen lebendig vermitteln. Das Methodenhandbuch für Trainer und Dozenten, 3. Aufl., Wiesbaden 2015, S. 194.

Überblick Lügentext

Büchert, Gesa

Kategorien

Narrative Methoden

Ziele
  • Über Sachverhalte Zusammenhänge intensiv nachdenken
  • Wissen sichern und festigen
  • Wertung vornehmen 
Eignung

Besonders geeignet für Schülerinnen und Schüler

Zeitbedarf

ca. 10 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Text mit fehlerhaften Sachinformationen, Stift

Czech, Alfred

Vom Fahndungsplakat inspiriert, dient der „Steckbrief“ zur Charakterisierung eines Exponats mit wenigen Begriffen.

Mithilfe von „Steckbriefen“ ermitteln die Teilnehmenden Fakten zu einem Objekt, einem/r Künstler/in, einem Thema, einer Abteilung des Museums. Um die „Steckbriefe“ ausfüllen zu können, untersuchen sie ein Exponat auf sein Aussehen und seine Gestaltungsmerkmale und benutzen das objektrelevante Informationsangebot im Museum (Objektbeschriftung, Saaltexte, Kataloge).

Anwendung auf das Exponat Reliquienschrein

Büchert, Gesa

Die Teilnehmenden erfassen mit dem Steckbrief die relevanten Daten, Merkmale und Eigenschaften des Reliquienschreins, wie z.B. Material, Größe, Aussehen, Gestaltung u.v.m.

Dreykorn, Monika: Methoden im Museum, in: Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hrsg.): Museum, Schule, Bildung: Aktuelle Diskurse, innovative Modelle, erprobte Methoden, München 2007, S. 169 - 179, hier: S. 173.

Überblick Steckbrief

Czech, Alfred

Kategorien

Recherchemethoden

Ziele
  • Gezielt ausgewählte Informationen sich aneignen und einordnen
  • Informationen vernetzen
Eignung

Besonders geeignet für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, Veranstaltungen mit Lehrplanbezug, Grundorientierung für Erwachsene

Zeitbedarf

15-20 Min.

Sozialform
Einzelperson:  
Teilgruppe:  
Gesamte Gruppe:  
Material

Steckbriefformular
Bleistift / Smartphone / Tablet

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