Festsaal

Verfasst von: Franke, Susanne

© Bayerische Schlösserverwaltung, www.schloesser.bayern.de
Beispielexponat:

Antiquarium | 1569–1571, Umgestaltung: 1586–1600

Von Jacopo da Strada, Simon Zwitzel, Umbau: Friedrich Sustris, Peter Candid

Der Festsaal entwickelte sich aus dem mittelalterlichen Rittersaal und ist ein gesellschaftlicher Versammlungsort. Er wird heute privat oder öffentlich genutzt. Früher war er ein machtpolitischer, repräsentativer Raum, in dem man redete, speiste, mit Musik feierte, der aber nicht jedem/jeder zugänglich war. Das Antiquarium in der Münchner Residenz wurde in der Renaissance für die Antikensammlung Herzog Albrechts V. erbaut und war damals mit 67 Metern der längste Raum nördlich der Alpen. Die reiche Ausgestaltung zum Fest- und Bankettsaal erfolgte kurze Zeit später: Darstellungen von 102 altbayerischen Städten, Plätzen und Burgen in den Fensternischen zeugen vom Besitz der Herrscher. Die Tugenddarstellungen im Scheitel des Tonnengewölbes sollten sie positiv bei ihren Entscheidungen beeinflussen. Der Saal wird heute für Empfänge der bayerischen Staatsregierung und für Konzerte genutzt.

Heym, Sabine: Das Antiquarium der Residenz München, München 2007.

Bayerische Verwaltung der Staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (Hg.): Residenz München. Amtlicher Führer, bearbeitet von Christian Quaeitzsch, 2. Aufl. der Neufassung, München 2018, S. 58–65.

Aspekte, Zielgruppen & MethodenHilfe

Die Filter „Aspekte“, „Zielgruppen“ und „Methoden“ bedingen sich gegenseitig. Wählen Sie nach Belieben Felder aus, mindestens aber eine Methode. Anschließend erhalten Sie weiter unten entsprechend Ihrer Auswahl einen Vorschlag zur Anwendung der Methode auf das Exponat.

Aspekte

Zielgruppen

Merthen, Claudia

Die Teilnehmer*innen verfassen einen Text, der das Exponat emotionalisierend anpreist und für den*die Betrachter*in attraktiv macht.

Werbetexte werden z. B. in Prospekten, Flyern oder Anzeigen verwendet. Sie sollen die Adressaten emotional erreichen, um sie ins Museum zu locken, und dabei auch einzelne Informationen anbieten; der emotionale Anteil überwiegt. Sie sind folgendermaßen aufgebaut:

- emotional aufgeladene, „sprechende“ Überschrift = Schlagzeile,
- maximal 7 kurze Sätze, die das Exponat beschreiben und anpreisen, gerne auch mit Fragen, dabei möglichst Füllwörter und Hilfsverben vermeiden.

Anschließend lesen die Teilnehmer*innen die Texte laut vor. Dabei präsentieren sie das Exponat von seiner „Schokoladenseite“.

Anwendung auf das Exponat Festsaal

Franke, Susanne

Die Teilnehmer*innen machen sich in Gruppen zunächst selbst Gedanken, wie der Raum genutzt wurde: Wie viel Platz ist für Gäste? Wo gibt es Stellmöglichkeiten für Tische? Wo spielen die Musiker? Wo ist der beste Platz für eine Rede? Die reiche Raumausstattung, wie Möbel und Wandbekleidung, bietet viele Hinweise, wer hier feierte und was wann veranstaltet wurde. Diese Eindrücke werden nun als kurzer Werbetext für die Vermietung des Raums formuliert und anschließend möglichst überzeugend mit den Vorzügen des Raums präsentiert.

Winter, Jörn: Werbetext ist nicht gleich Werbetext, in: Winter, Jörn (Hg.): Handbuch Werbetext. Von guten Ideen, erfolgreichen Strategien und treffenden Worten, Frankfurt a. M. 2003, S. 159–164.

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Bildprogramm
  • Gesellschaft
  • Kommunikation
  • Raumausstattung
  • Raumwirkung
  • Repräsentation
  • Umgangsformen
  • Weltbild
  • Öffentlichkeit
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Werbetext schreiben

Merthen, Claudia

Kategorien

Emotionale Zugänge
Kreatives Schreiben
Assoziative Methoden
Narrative Methoden

Ziele

Wahrnehmung schulen, Wissen vermitteln, Wertung vornehmen, Bezüge herstellen, in ein Thema einführen

Eignungen

Für alle Alters- und Personengruppen ab 8 Jahren geeignet,
besonders geeignet zum Kennenlernen und als Zusammenfassung der Vermittlungseinheit

Zeitbedarf

20–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson (auch in Gruppe): 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Beispiel eines Werbetexts des jeweiligen Museums, Papier, Unterlagen, Bleistifte

Dietz, Ute

Die Teilnehmer*innen stellen Personen und/oder Handlungen in einem kurzen Stegreifspiel oder in einem nach festen Spielregeln geplanten Rollenspiel szenisch dar.

Dabei schlüpfen sie in unterschiedliche Rollen (Schauspieler*innen, Publikum, ggf. Regieführer*innen) und fühlen sich in verschiedene Charaktere ein. Ein guter Ausgangspunkt kann das Nachstellen sein. Der*die Vermittler*in unterstützt sie durch „Regiehilfen“ indem er/sie spielerische Impulse gibt, oder durch Fantasie-/Bewegungsspiele, die eine Rollenidentifikation fördern. Gespielt wird dialogisch oder pantomimisch, alternativ übernimmt eine Person die Rolle eines Erzählers/einer Erzählerin. Weitere Methoden (Kreatives Schreiben, Filmstill) ermöglichen darüber hinaus Zugänge zu Charakteren und Handlungen. 

Anwendung auf das Exponat Festsaal

Franke, Susanne

Die Teilnehmer*innen schlüpfen mittels Requisiten in verschiedene Rollen einer Festsaalgesellschaft einer vergangenen Epoche und kommunizieren nach damaligem Protokoll. Dabei sind Atmosphäre und Akustik des Raums von Bedeutung: Wie hört es sich an, am östlichen Treppenpodest zu singen wie Orlando di Lasso oder als Gesandter zu flüstern? Welche Wirkung hatte das auf die Gäste im tiefergelegten Mittelteil des Raums? Mittels Bewegung, Begegnung und Beobachtung können Umgangsformen, Selbstdarstellung und Repräsentation der Gesellschaft während einer festlichen Veranstaltung nachvollzogen werden.

Czech, Alfred/Kirmeier, Josef/Sgoff, Brigitte (Hg): Museumspädagogik. Ein Handbuch. Grundlagen und Hilfen für die Praxis, Schwalbach/Ts. 2014, S. 215–216.

Wagner, Ernst/Czech, Alfred: Methoden der Annäherung an Museumsobjekte, in: Kunst + Unterricht, Heft 323/324 (2008), S. 45, 53.

Wagner, Ernst/Dreykorn, Monika (Hg): Museum - Schule - Bildung. Aktuelle Diskurse - Innovative Modelle - Erprobte Methoden, München 2007, S. 187.

Bertscheid, Ralf: Bilder werden Erlebnisse. Mitreißende Methoden zur aktiven Bildbetrachtung in Schule und Museum, Mülheim a. d. Ruhr 2001.

Bundesverband Museumspädagogik: Methodensammlung Museen und Kindergärten, 2010, Nr. 63, https://www.museen-und-kindergaerten.de/methodenkartei/alle-methoden-auf-einen-klick/

http://www.ulrichbaer.de/files/Methodenblaetter-Museumspaedagogik.pdf, S. 4.

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Bildprogramm
  • Gesellschaft
  • Kommunikation
  • Raumausstattung
  • Raumwirkung
  • Repräsentation
  • Umgangsformen
  • Weltbild
  • Öffentlichkeit
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Szenisches Spiel

Dietz, Ute

Kategorien

Performative Methoden
Assoziative Methoden
Emotionale Zugänge
Spielerische Methoden

Ziele

Genaue Wahrnehmung fördern, Körperwahrnehmung schulen, Inhalte und Personen vertieft verstehen, persönliche Ausdrucksmöglichkeiten erproben, durch Erfahrungen verstehen

Eignungen

Geeignet zur Vertiefung und Teambildung, Voraussetzung: spielerisches Talent, Platz vor den Objekten beachten (Gruppengröße),
nicht in jedem Museum erlaubt

Zeitbedarf

5–10 Min.

Sozialformen
Einzelperson (auch in Gruppe): 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Ggf. Requisiten bzw. Kostümelemente, ergänzend: Vorlagen für das kreative Schreiben

Heinzel-Schellin, Nicole

Mapping (engl.) meint das Fertigen einer Karte. Dies können Landkarten, aber auch Gedankenkarten (Mindmap) sein. Die Methode hilft dabei, komplexe Zusammenhänge zu verstehen.

Die Teilnehmer*innen erstellen einzeln, in Teilgruppen oder als Gesamtgruppe eine Übersichtskarte (Map). Dies können z. B. ein Stadtplan, eine Themenkarte oder eine Visualisierung von Abläufen, Funktionsweisen, Geschichten sowie Projektideen sein. Konkrete Aufgabenstellungen können lauten: Vorab definierte Orte sollen in einem Stadtplan markiert werden, oder die Gruppe sammelt unter Anleitung des/der Vermittler*in Ideen zu einem Thema in einer Mind-Map. Zentral ist die visuelle Gestaltung, die komplexe Zusammenhänge vereinfachen soll und der Orientierung dient.

Anwendung auf das Exponat Festsaal

Franke, Susanne

Eine repräsentative Veranstaltung folgt einem festgelegten Ablauf im Raum. Dieser soll von den Teilnehmer*innen anhand historischer Abbildungen erarbeitet werden. Dazu wird ihnen ein bestimmtes historisches Ereignis vorgegeben, z. B. ein feierlicher Empfang in der Renaissance. Über die zeitlichen und räumlichen Abläufe im Saal wird eine Mind Map erstellt: Haben die Leute gestanden oder gesessen? Hat man mit oder ohne Musik gefeiert? Was war der Zweck der Veranstaltung? So kann auch diskutiert werden, wer was feierte und wie sich so auch die Funktion des Raums veränderte.

Buzan, Tony : Das Mind-Map-Buch: Die beste Methode zur Steigerung ihres geistigen Potenzials, München 2013.

Passende Aspekte
  • Architektur
  • Bildprogramm
  • Gesellschaft
  • Kommunikation
  • Raumausstattung
  • Raumwirkung
  • Repräsentation
  • Umgangsformen
  • Weltbild
  • Öffentlichkeit
Passende Zielgruppen
  • 6-10 Jahre
  • 10-13 Jahre
  • 13-16 Jahre
  • 16-18 Jahre
  • Familien
  • Kinder und Jugendliche
  • Erwachsene
  • Senioren
  • Menschen mit besonderen Bedürfnissen

Überblick: Mapping

Heinzel-Schellin, Nicole

Kategorien

Visuell-gestalterische Methoden
Assoziative Methoden
Recherchemethoden

Ziele

Das Orientierungsvermögen schärfen, Überblick gewinnen, visuelle Darstellung erlernen, komplexe Zusammenhänge vereinfachen und besser verstehen 

Eignungen

Geeignet ab der Mittelstufe für alle, die gut lesen, schreiben und sehen können und gerne visuell gestalten  

Zeitbedarf

15–30 Min.

Sozialformen
Einzelperson (auch in Gruppe): 
Teilgruppe: 
Gesamte Gruppe: 
Material

Weißes, unbedrucktes Blatt Papier, farbige Stifte. Digitale Variante: ausreichend PCs, Laptops oder Tablets, Mapping-, Mindmapping-Software (z. B. uMap, FreeMind).

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